eic kyf msh nnz uhz tv nt
Mi, 07:24 Uhr
14.12.2011

nnz-Forum: Die verlogenste Zeit

Sie sollte eigentlich die Zeit der Ruhe oder der Besinnung sein - die Weihnachtszeit. Doch wie sieht es damit in der Realität aus? Ein Leser der nnz ist dieser Frage nachgegangen...


Und das meine ich ernst: "Angeblich besinnlich", steht richtig über einem gestrigen nnz-Beitrag. Die Realität ist tatsächlich eine andere, wie jeder genau weiß: Rechnungsabschlüsse in Betrieben und Behörden verlangen von den Beschäftigten das Äußerste. Die Wirtschaft wird nervös, wenn die Kunden ab 30. November nicht so in die Geschäfte strömen und vor allem kaufen, wie gewünscht. Verkäuferinnen sind von den anspruchsvollen, mekligen Kunden gestresst und letztere wegen der Zwänge, die anderen Verwandten in Sachen Geschenke übertrumpfen zu wollen. Erwiesen ist, dass sich in den Geschenken der Wohlstand des Schenkers ausdrückt. Und wer möchte da schon hinter anderen Verwandten zurückstehen?

Stress also auch für deren Psyche: "Was soll ich denen denn noch schenken? Die haben doch eigentlich alles!" Auch das ein viel gehörter Satz in der ach so besinnlichen Weihnachtszeit. Und dann ist da noch das aufgestzte Weihnachtslächeln derer, die sich dann am Geheiligten Geschenkeabend und an den beiden folgenden Tagen oft genug gezwungenermaßen gegenübersitzen.

Bekannt ist, dass sich an kaum einem anderen Abend des Jahres so viel gestritten wird, wie sonst im Jahr, weil sich die lieben Verwandten dann halt nicht wie sonst aus dem Wege gehen können. - Wenn die verwöhnten und werbeverblendeten "Kids" die Playstation xy in die Ecke werfen, weil sie am liebsten die aus der Werbung gehabt hätten zum Beispiel.

Weihnachten ist eine Erfindung des Konsumismus. Das Fest ist erst einige Hundert Jahre alt, also viel jünger als der biblische Grundgedanke, der von fast allen Zeitgenossen angesichts all der Zwänge vergessen wird. Osterhasen ab Januar, Schoko-Weihnachtsmänner ab August und Weihnachtsmärkte ab 25. November. Das haben wir davon.

Die Flieger nach Thailand und Neuseeland indes werden immer voller in dieser Zeit - Flucht vor dieser Verlogenheit. Und während die Hiergebliebenen unter dem Weihnachtsbaum lächelnd ihre Geschenke schätzen, die Kinder mit ihren Playstations unzufrieden sind und die Thailandreisenden aus Mitteleuropa türmen, krepieren in Afrika Tausende, die sich nicht mehr Spenden heuchelnder Industrielandbürger, sondern grundlegende Änderungen der sie tötenden Welt-Struktur wünschen, jener Strukturen, deren Ausdruck unsere Weihnachtszeit ist.
Bodo Schwarzberg
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Anzeige symplr (6)
Kommentare
Frei.Wild
14.12.2011, 09:25 Uhr
Alles Bullshit
Für mich ist Weihnachten die sinnloseste Zeit des Jahres. Alle Menschen die einem das ganze Jahr nur schlechtes wünschen und nicht mit dem Hintern ansehen, kommen plötzlich auf einen zu mit den Worten: "Frohes Fest und nen guten Rutsch ins neue Jahr." Kann man sich meiner Meinung nach schenken. Wie es der Bericht schon sagt. Viele arbeiten an und zwischen den Feiertagen weil das Jahr bald rum ist und die Wirtschaft danach verlang. Dann noch der Stress mit den Geschenken, das Essen, das Dekorieren und und und. Viel Trubel für ein paar Tage.

Daraus folgt nur Stress und freiliegende Nerven. Denkt doch auch mal daran wie viele Familien sich zu Weihnachten streiten. Woran das wohl liegt?

Wie gesagt: Ruhe und Besinnlichkeit hin und her. Aber die Realität sieht anders aus.
Wolfi65
14.12.2011, 11:01 Uhr
Nicht alles schlecht
Es ist nicht alles schlecht in der Welt. Man muss das Gute im Menschen suchen. Keine Vorverurteilungen des Gegenübers vornehmen.
Vielleicht ein wenig an sich selbst arbeiten und überlegen, wieso viele das gemeinsame Gespräch mit anderen Menschen meiden.

Als vor 2011 Jahren ein Kind geboren wurde, sollte dieses Hoffnung geben. Stattdessen wurde es in jungen Jahren an das Kreuz genagelt und ermordet. Alles was wir jetzt vorfinden, ist das Werk unserer Taten.

Wir sollten zu Weihnachten nicht vorrangig in die Einkaufstempel laufen, sondern mal in uns gehen und vieles hinterfragen, welches uns im ausklingenden Jahr passiert ist.

Ohne wieder in neuen Hass zu verfallen, denn der Hass ist schon immer ein schlechter Berater gewesen.
Janko
14.12.2011, 15:42 Uhr
weihnachten ist das, ...
...was jeder selbst daraus macht.

man muss nicht zwangsläufig den konsumwahn mitmachen. man muss sich nicht zwangsläufig mit der familie streiten, nur weil man ihr auf einmal nicht mehr aus dem weg gehen kann - wenn man zum beispiel schon vorher ein gutes verhältnis zur familie hat.
man muss sich nicht darüber aufregen, dass an weihnachten alles...
man muss sich nicht darüber aufregen, dass für weihnachten alles...
man muss sich auch nicht darüber aufregen, dass zu weihnachten alles...

man sollte diese zeit für sich selbst definieren - was man selbst damit verbindet, was einen mit anderen verbindet. dann kann man über die auswüchse vielleicht den kopf schütteln, aber man muss sie nicht an sich heranlassen.
Herr Taft
15.12.2011, 11:03 Uhr
wie werden Sie Weihnachten verbringen...
...Herr Schwarzberg ?
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)