Mi, 13:59 Uhr
30.11.2011
Von Nachbarn lernen
Zu einem transnationalen Erfahrungsaustausch hat heute das Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft (BWTW) eingeladen. Im Historischen Landratsamt diskutierten im Rahmen des Projekts RENo – Regionale Entwicklungspartnerschaft Nordhausen rund 50 Vertreter aus Politik und Wirtschaft, von der Agentur für Arbeit, Jobcenter, Freien Trägern, Verbänden und Vereinen über Wege, die arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen zu optimieren und besser aufeinander abzustimmen...
Wie dies in Österreich geschieht, darüber berichtete Wolfgang Michalek vom Zentrum für Soziale Innovation in Wien, dem Projektpartner des BWTW. Ein wesentliches Instrument sind die Territorialen Beschäftigungspakte, die finanziert durch Land und den Europäischen Sozialfonds (ESF) der EU in allen neun Bundesländern Österreichs etabliert wurden. Mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten stimmen sich in diesen Pakten u.a. Akteure auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite, aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und dem Bildungsbereich ab und koordinieren mittels strategischer Steuerungsgruppen die Vielzahl von Projekten, die beispielsweise im Übergangsfeld von Schule zu Beruf angesiedelt sind. Eine weitere Aufgabe ist auch, innovative Maßnahmen zu entwerfen, um arbeitsmarktferne Menschen in Arbeit zu bringen. 95 Prozent der Projekte würde auch ohne Pakt stattfinden. Das Spannende sind die 5 Prozent an Projekten, die in der Abstimmung der Partner entstehen, meinte Wolfgang Michalek. Ein Beispiel dafür sei das Spacelab in Wien, ein niedrigschwelliges, offen gestaltetes Angebot für Jugendliche, in dem Perspektivcoaches den Weg ins Berufsleben unterstützen. Man suche Innovationen mit Bodenhaftung, so Michalek.
Die Territorialen Beschäftigungspakte in Österreich seien in dieser Form ein einmaliges ESF-Projekt in Europa. Jedes dieser Netzwerke habe seine eigene Formel gefunden und habe je nach den Anforderungen in den einzelnen Bundesländern eine andere Struktur, andere Kernthemen entwickelt. Eine Anforderung sei zum Beispiel, die Übergänge zwischen den Projekten zu managen, eine Durchlässigkeit des Fördersystems zu gewährleisten und durch eine transparente Gestaltung der Angebote die Zielgruppen zu erreichen.
Dass es nicht immer leicht sei, die angestrebte Zielgruppe die erreichen, berichtete Thomas Bähring, Regionalverantwortlicher für Nordthüringen im BWTW. Jeder Freie Träger habe in den vergangenen 20 Jahren seine Kompetenzen entwickelt, es gebe eine Vielzahl an Förderprogrammen, Fördermittelgebern und Projekten, die man unabhängig voneinander initiiere. Wir arbeiten parallel, so das kurze Fazit von Thomas Bähring.
Deshalb sah er viele Vorteile in dem österreichischen Modell der Beschäftigungspakte. Ich bin kürzlich von meinem Besuch in Österreich mit einem großen Koffer voller Ideen wiedergekommen und ich habe jetzt auch einen Koffer voll Ideen für unseren österreichischen Partner gepackt. Thomas Bähring sprach sich dafür aus, auch hier gemeinsam in einem größeren Netzwerk die arbeitsmarktpolitischen Einzelmaßnahmen der verschiedenen Anbieter besser abzustimmen, Schnittstellen zu finden, so Synergiemöglichkeiten zu finden und Kooperationen zu erreichen, um die knapper werdenden Fördermittel effizient zu nutzen.
Diese Ziele habe sich das Projekt RENo gesteckt, das die BWTW-Außenstellen in Nordhausen und Mühlhausen für den gesamten Nordthüringer Raum koordinieren. Angestrebt wird ein offener Dialog und Erfahrungsaustausch der Arbeitsmarktakteure untereinander, denn trotz der Konkurrenz um die Fördermitteltöpfe wolle man erreichen, sich beispielsweise hinsichtlich der Zielgruppe eines Projekts abzustimmen und die Übergänge zwischen einzelnen Maßnahmen auszufeilen, um keine Menschen mit Förderbedarf zu verlieren. Noch bis Ende kommenden Jahres läuft das Vorhaben, bis dahin sind weitere Erfahrungsaustausche auf regionaler und überregionaler Ebene sowie mit dem österreichischen Projektpartner geplant.
Autor: nnzWie dies in Österreich geschieht, darüber berichtete Wolfgang Michalek vom Zentrum für Soziale Innovation in Wien, dem Projektpartner des BWTW. Ein wesentliches Instrument sind die Territorialen Beschäftigungspakte, die finanziert durch Land und den Europäischen Sozialfonds (ESF) der EU in allen neun Bundesländern Österreichs etabliert wurden. Mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten stimmen sich in diesen Pakten u.a. Akteure auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite, aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und dem Bildungsbereich ab und koordinieren mittels strategischer Steuerungsgruppen die Vielzahl von Projekten, die beispielsweise im Übergangsfeld von Schule zu Beruf angesiedelt sind. Eine weitere Aufgabe ist auch, innovative Maßnahmen zu entwerfen, um arbeitsmarktferne Menschen in Arbeit zu bringen. 95 Prozent der Projekte würde auch ohne Pakt stattfinden. Das Spannende sind die 5 Prozent an Projekten, die in der Abstimmung der Partner entstehen, meinte Wolfgang Michalek. Ein Beispiel dafür sei das Spacelab in Wien, ein niedrigschwelliges, offen gestaltetes Angebot für Jugendliche, in dem Perspektivcoaches den Weg ins Berufsleben unterstützen. Man suche Innovationen mit Bodenhaftung, so Michalek.
Die Territorialen Beschäftigungspakte in Österreich seien in dieser Form ein einmaliges ESF-Projekt in Europa. Jedes dieser Netzwerke habe seine eigene Formel gefunden und habe je nach den Anforderungen in den einzelnen Bundesländern eine andere Struktur, andere Kernthemen entwickelt. Eine Anforderung sei zum Beispiel, die Übergänge zwischen den Projekten zu managen, eine Durchlässigkeit des Fördersystems zu gewährleisten und durch eine transparente Gestaltung der Angebote die Zielgruppen zu erreichen.
Dass es nicht immer leicht sei, die angestrebte Zielgruppe die erreichen, berichtete Thomas Bähring, Regionalverantwortlicher für Nordthüringen im BWTW. Jeder Freie Träger habe in den vergangenen 20 Jahren seine Kompetenzen entwickelt, es gebe eine Vielzahl an Förderprogrammen, Fördermittelgebern und Projekten, die man unabhängig voneinander initiiere. Wir arbeiten parallel, so das kurze Fazit von Thomas Bähring.
Deshalb sah er viele Vorteile in dem österreichischen Modell der Beschäftigungspakte. Ich bin kürzlich von meinem Besuch in Österreich mit einem großen Koffer voller Ideen wiedergekommen und ich habe jetzt auch einen Koffer voll Ideen für unseren österreichischen Partner gepackt. Thomas Bähring sprach sich dafür aus, auch hier gemeinsam in einem größeren Netzwerk die arbeitsmarktpolitischen Einzelmaßnahmen der verschiedenen Anbieter besser abzustimmen, Schnittstellen zu finden, so Synergiemöglichkeiten zu finden und Kooperationen zu erreichen, um die knapper werdenden Fördermittel effizient zu nutzen.
Diese Ziele habe sich das Projekt RENo gesteckt, das die BWTW-Außenstellen in Nordhausen und Mühlhausen für den gesamten Nordthüringer Raum koordinieren. Angestrebt wird ein offener Dialog und Erfahrungsaustausch der Arbeitsmarktakteure untereinander, denn trotz der Konkurrenz um die Fördermitteltöpfe wolle man erreichen, sich beispielsweise hinsichtlich der Zielgruppe eines Projekts abzustimmen und die Übergänge zwischen einzelnen Maßnahmen auszufeilen, um keine Menschen mit Förderbedarf zu verlieren. Noch bis Ende kommenden Jahres läuft das Vorhaben, bis dahin sind weitere Erfahrungsaustausche auf regionaler und überregionaler Ebene sowie mit dem österreichischen Projektpartner geplant.




