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Fr, 19:45 Uhr
28.10.2011

Ehrlich und mutig. Immer wieder

In der Gesamtmitgliederversammlung wollten sich die Linken heute in erster Linie zwei Kandidaten wählen, die im kommenden Jahr das Nordhäuser Rathaus und das Landratsamt „erobern“ wollen. Zuvor jedoch wurde informiert und diskutiert – getreu dem neuen Claim der Nordhäuser Linke: Ehrlich und mutig. Immer wieder...


Kreisvorsitzender Alexander Scharff attestierte den vorangegangenen Monaten eine sehr gute Zeit für die Linke in Stadt und Landkreis. Dies betreffe sowohl die innere Parteiarbeit als auch die Arbeit der Fraktionen in Stadtrat und Kreistag. Es habe viele Anträge und Beschlussvorlagen gegeben, die sich vor allem der Sozialpolitik widmeten. Stichpunkte waren die Zukunft des Kinderhauses Ost, die Arbeit bei der Ausarbeitung eines neuen Gesellschaftervertrages für das Südharzkrankenhaus oder der Verbesserung der Jugendarbeit.

Linke beraten über Kandidaten (Foto: nnz) Linke beraten über Kandidaten (Foto: nnz)

Wieder auf die „Beine“ gestellt wurden die Jugendarbeit, das Engagement unter den Studenten sowie das Aufpeppen des Internetauftritts und das Anlegen eines Facebookprofils.

Dann die Vorschläge des Kreisvorstandes für die Kandidatinnen: Wie schon lange bekannt, wurden Birgit Keller als Kandidaten für die Landratswahl und Hannelore Haase für die Oberbürgermeisterwahl vorgeschlagen. Das seien zwei Kandidatinnen, die eine Aufgabe angehen in einer Zeit, die wenig Geld für Gestaltungsspielräume lässt. „Die Linke ist auf kommunaler Ebene die einzige Partei, die sich immer für eine wirkliche Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis und der Stadt eingesetzt hat und auch weiterhin einsetzen wird. Bei anderen Parteien habe ich den Eindruck, dass das entgegengesetzt gehandhabt wird.“

Matthias Mitteldorf wird der zentrale „Punkt“ für die anstehenden Wahlen als Kreiswahlleiter sein. Er soll alles koordinieren, was in den kommenden Monaten abgehen soll, schließlich wird neben Nordhausen auch in Bleicherode und in Ellrich ein Bürgermeister gewählt. Und da sollen die Kandidaten mit den Themen der Region in den Mittelpunkt des Wahlkampfes gestellt werden, berichtete Michael Mohr. Ein Slogan könnte denn auch „Freche Frauen wählen“ sein. Summa summarum sei man für den Wahlkampf sehr gut aufgestellt, auch finanziell – ohne den Kreisverband in den Ruin zu stürzen.

In der anschließenden Diskussion verfehlte Elke Falley ein wenig das Thema, in sie ausführlich über die anstehende Kommunalisierung der Horte berichtete und nicht zum Wahlkampf und zu den beiden Kandidatinnen.

Die Kandidatinnen (Foto: nnz) Die Kandidatinnen (Foto: nnz)

Die nahmen dann das Mikrofon selbst in die Hand. Zuerst Birgit Keller. Die Landtagsabgeordnete zelebrierte die Fehler der nationalen und internationalen Politik: Profit, Spekulationen auf Lebensmittel, Bankenprofiteure. Weiter in die Niederungen des Kommunalen: Keine Privatisierung öffentlicher Güter, vor allem nicht des Südharzkrankenhauses. Dann ist Frau Keller für eine Gebietsreform in Thüringen, sie sei unausweichlich, wegen des Geldes, das nur einmal verteilt werden kann.

Sie tritt an, um einen starken Landkreis Nordhausen mit einer großen kreisangehörigen Stadt Nordhausen in diese Reform zu führen. Effizient und orientiert auf die Zukunft. Eben: Dienstleister für die Bürger sein, auch in einem größeren Landkreis durch kurze Wege. Sie will die gesundheitliche Versorgung in den ländlichen Regionen verbessern, will mit der Wirtschaft zusammenarbeiten – an einem runden Tisch. Einen zweiten Tisch soll es für die geben, die keine Lobby in Vereinen und Verbänden haben.

Unterstützung kam von Ulrich Küntzel aus Ellrich und der gesamten dortigen Einheitsgemeinde. Klaus Hummitzsch zurrte die anschließende Diskussion wieder zusammen, von der Rettung der Demokratie zurück zu Birgit Keller. „Sie ist die Frau, die uns am besten im Landkreis repräsentieren kann. Die Lage ist so günstig wie nie, es gibt keinen Amtsbonus mehr. Deshalb ist die Chance nie so groß, dass es in Thüringen eine erste linke Landrätin gibt.“ Auch der Vorsitzende des Nordhäuser Stadtverbandes, Michael Grischinski, versicherte Keller, dass die Nordhäuser Linke sie voll unterstützen werden.

Detlef Kiel interessierte, welche Mandate Birgit Keller dann noch innehabe. „Landrat und Stadtrat sowie Landrat und Landtag gehen nicht zusammen. Ich bleibe dann einfach Landrätin!“

Und so war das Ergebnis des Wahlaktes auch sehr eindeutig. Von den 63 Genossen stimmten 61 für die Kandidatin, außerdem gab es einmal Nein und eine Enthaltung.

Danach waren die Nordhäuser Genossen dran, um Hannelore Haase in den anstehenden Wahlkampf für das Nordhäuser Rathaus zu schicken. Von den 39 Stimmberechtigten votierten 36 für Haase. Zuvor wurden die Chancen der Kandidatin im Hinblick auf Matthias Jendricke kritisch hinterfragt, da man seitens der Rathausspitze alles unternehmen werde, um den Haushalt zu glätten, damit Jendricke einerseits im Wahlkampf nicht angreifbar sei, zum anderen aber auch, um Oberbürgermeisterin Barbara Rinke einen unbeschadeten Übergang in den Ruhestand zu gewährleisten
Autor: nnz

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Kommentare
Retupmoc
29.10.2011, 10:19 Uhr
Gute und schlechte Wahl....
Eine linke Landrätin, in Persona Frau Keller : Daumen hoch !

Aber bitte nicht Frau Haase als Bürgermeisterin. Damit Nordhausen nicht geliftet wird.
H.Buntfuß
29.10.2011, 16:54 Uhr
Linke Kandidaten
Nun ist es amtlich, was alle schon wussten, außer vielleicht die Basis der Partei. Ob es nun gerade die geeignetsten Kandidaten sind? Ich weiß es nicht, aber es hat den Anschein, dass die Partei keine besseren hat.

Frau Keller hat ja schon Erfahrung auf der obersten Kreisebene. Wenn meine Information stimmen, war sie jahrelang in der Nordhäuser „SED-Kreisleitung“ bis zum wirtschafts- und politischen Zusammenbruch der „DDR“.

Wird sie in der Lage sein das Amt eines Landrats auszuführen? Der Wähler sollte sich das genau überlegen, ob Frau Keller die richtige Person für dieses Amt ist?

An Frau Haase, Chefin der Lift gGmbH habe ich ein paar Fragen. Stimmt es, dass die Lift gGmbH von Horizont übernommen wird und warum? Hatten Sie mit Lift nicht sehr große Pläne? So die Gärtnerei mit großen Internetverkauf?

Wie kommt es, dass Lift nicht mehr auf gesunden Füßen steht? Liegt es vielleicht daran, dass die staatlichen Mittel nicht mehr so fließen, wie es unter der alten Geschäftsleitung des Jobcenters der Fall war?

Ist es nicht so, dass sich Lift nur mit staatlichen Mitteln (sprich Zuschüsse vom Jobcenter) über Wasser gehalten hat? Wenn dem so ist, glaube ich nicht, dass Frau Haase für das OB-Amt geeignet ist.

Nordhausen benötigt eine/n OB der/die etwas von Verwaltung und Geld versteht. Personen die Steuergelder verbraten haben wir zur genüge. Aus diesem Grund benötigen wir eine/n OB der diese Auswüchse verhindert und nicht noch fördert. Der Wähler sollte genau überlegen wer für den Landkreis und die Stadt Nordhausen am besten ist.
Franz Tabak
29.10.2011, 19:49 Uhr
War es nicht
Frau Haase die als Bürgermeister-Kandidatin abgelehnt wurde? Umso mehr wundert es mich, dass sie jetzt als OB-Kandididatin antritt.
Georg
29.10.2011, 22:27 Uhr
Schon seltsam
Die Spatzen pfeiffen es von den Dächern, das es mit der Lift gGmbh so langsam zu Ende geht. Auch wenn Frau Haase das natürlich dementiert. So sucht sie sich ein neues Aufgabenfeld. Ich kann Werner nur beipflichten. Frau Haase als OB hat unsere schöne Stadt nicht verdient.
Akademiker
30.10.2011, 14:56 Uhr
Ehrlich und mutig?
Früher musste die SED Wahlen manipulieren, weil sie keine überzeugenden Kandidaten hatte. Heute können wir zum Glück frei wählen und uns so unsere Landräte und Oberbürgermeister aussuchen.

Und bei den kommenden Wahlen werden die Nordhäuser bestimmt Leute wählen, welche etwas vom Verwaltungshandeln verstehen. Aber einfach mal so bei einer Wahl als Kandidatin dabei gewesen zu sein, ist ja auch schon mal was. Und dies ist dann auch irgendwie mutig!
heim_werker
30.10.2011, 20:44 Uhr
kurzer Kommentar zu Werner,
Ich weis, das dieses kein Chat ist, aber ich möchte nur kurz darauf hinweisen, daß die DDR und damit die SED seit mehr als 20 Jahren vorbei ist. Ein Hinweis auf die damalige Tätigkeit der Frau Keller ist damit wohl auch Geschichte, denn dann müßten Sie auch unserer Bundeskanzlerin ihre Tätigkeit als Kulturfunktionärin der FDJ vorhalten.

Übrigens wegen meiner Meinung: ich war kein SED Mitglied und bin auch sonst politisch in der DDR nicht aktiv gewesen. Trozdem wird es Zeit, daß sich im Großen wie im kommunalen Bereich politisch eine Änderung vollzieht. Darauf sollten Sie hinwirken und sich nicht an solchen Nebensächlichkeiten hochziehen.
Paulinchen
31.10.2011, 09:24 Uhr
Auch in der Politik belebt Konkurrenz das Geschäft
Gemäß unserer Verfassung ist es jedem Bürger freigestellt eine Partei zu gründen. Wenn ich einige unten stehenden Artikel lese, wirft sich mir die Frage auf, warum tut dies nicht so manche/r Schreiber/in. Wenn er/sie der Meinung ist, dass er/sie vielleicht von der Linken, der Mitte, oder von Rechts nicht nach seiner Vorstellung regiert und vertreten wird, so sollte er/sie doch mal die Partei des Nordens, die Pfefferminzpartei, oder die des Südens gründen. Mal sehen, wie es uns unter seiner/ihrer Regentschaft dann geht. Auch ich gehöre zu den nicht aktiven in Sachen Politik. Nur es ist doch wie gesagt jedem freigestellt sich zu stellen. Nur Mut – mir ist jeder willkommen, der es besser macht, meint Paulinchen.
Eckenblitz
31.10.2011, 09:55 Uhr
Kein Chat?
Es ist schon verwunderlich, wie viele Leute schreiben, dass hier kein Chat ist. Das hält sie aber nicht davon ab doch zu chaten. Ich persönlich halte beide Frauen nicht für fähig, den von ihnen angestrebten Posten auszuüben. Frau Keller ist in meinen Augen nur an der Macht interessiert, dass kennt sie aus der „OSTZEIT“. Ich glaube das Wohl der Bevölkerung ist ist ihr Schnuppe.

Frau Haase benötigt einen neuen Job, bei der sie das Gefühl der Macht hat. Wenn es stimmt, dass sie Lift an die Wand gefahren hat, dass heißt sie hat Steuergelder in Millionenhöhe verbrannt. Nein auf so einen OB können die Bürger der Stadt verzichten. Hier ist jemand gefragt der mit Geld im Sinne der Bürger umgehen kann.

Was die Vergangenheit angeht, habe ich eine Frage. Ist es nicht gerade die Linkspartei, die die Vergangenheit hervorholt? Sie machen es natürlich nur mit anderen, ich sage auch, dass machen sie zu Recht. Sie müssen aber auch zu ihrer eigenen Vergangenheit stehen und das tun sie nicht, weil sie zu viel Dreck am stecken haben, oder warum?

Es gibt genug grausame Taten, die während der „DDR-Geschichte“ begannen wurden. Es hat auch Personen gegeben, die waren in keiner Partei und haben für die Stasi gearbeitet. Ich möchte fast sagen, das waren die Schlimmsten.
Nordhäuserin
31.10.2011, 12:05 Uhr
Macht ist geil!
Na, dann nenne mir mal einen Politiker, selbst in Nordhausen, der keine Macht haben will oder ausüben will. Deshalb lassen die sich nämlich wählen...
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