Sa, 08:36 Uhr
30.08.2003
Der Wink mit dem Recycling-Zaunpfahl
Nordhausen/Niedergebra (nnz). In der nnz wurde es oft genug angekündigt, daß die Firma Purus Kunststoffrecycling in Niedergebra ihre Tore für Besucher öffnet. Von der Bürgerinitiative war leider wieder keiner dabei. Dafür hat sich die nnz mal in dem Unternehmen umgesehen.
Da konnten die Recycling Zaunpfähle, ein wichtiges Produkt der Firma Purus, noch so sehr winken, die Mitglieder der Niedergebraer Bürgerinitiative trauten sich nicht zu kommen. Fünfundzwanzig Besucher der Umweltfesttage hingegen interessierten sich für die Verwertung unseres Plastemülls. Aus Abfallsortieranlagen im ganzen Bundesgebiet kommen die zu Ballen gepreßten Rohstoffe. Lieber wäre es der Firma vor allem aus der Region versorgt zu werden, da es unsinnig ist, die Materialien durch das ganze Land zu kutschieren. Die Optimierung der Belieferung ist derzeit im Gespräch.
Becher, Flaschen, Folien, alles was kleiner als A 4 ist wird hier verwertet. In einem vollautomatischem Prozeß entstehen Zuschlagstoffe für die Stahlindustrie, Kunststoffgranulate und nützliche Produkte, die ab Werk erworben werden können. Zaunpfähle mit Stahlkern in grau und braun gehören unter anderem dazu. Sie verrotten nicht und sind wie ganz normale Holzpfähle zu verwenden.
Auch wenn es die Deutschen lieben den Müll sorgfältig zu trennen, für Recyclingprodukte haben sie offensichtlich weniger übrig. Den größten Teil der granulierten Kunststoffe kaufen nämlich Firmen in Frankreich, Italien und Belgien. Dort entstehen zum Beispiel Pflanzgefäße, Rasengitterplatten, Teile von Büromöbeln und vieles mehr.
Ein richtiger Stoffkreislauf, wie z.B. aus Joghurtbechern wieder Joghurtbecher zu machen, ist leider nicht möglich, da die Verpackungsmaterialien nicht sortenrein angeliefert werden und Verschmutzungen an ihnen haften. Diese organischen Bestandteile sind auch der Grund für eine leider nicht immer vermeidbare Geruchsbelästigung der Anwohner.
Prokurist Torsten Meyer sucht nach wie vor den Dialog mit den Bürgern. Nachdem Niedergebraer Schüler mehrfach im Puruswerk auf Besichtigungstour waren, herrscht dort mehr Verständnis für den ökologischen und wirtschaftlichen Nutzen der Anlage. Zusammen mit dem Dualen System Deutschland betreibt Purus Forschungsprojekte, vor allem zu Themen wie der Effizienzerhöhung und dem Energieverbrauch. Die Anlage produziert selbst so viel Wärme, daß eine Heizung der Hallen nicht notwendig ist. Im Sommer ist es dann für die 70 Mitarbeiter, die sieben Tage die Woche im Drei Schicht System arbeiten, nicht so angenehm.
Wenn sich die Gegner der Anlage nun doch noch ein Herz fassen, sie seien sie jederzeit willkommen. Recycling hänge zwar das Negativimage an, es sei eine schmutzige Angelegenheit, aber bei Purus könne man sich vom Gegenteil überzeugen lassen, meinte Meyer abschließend.
Autor: nnz
Da konnten die Recycling Zaunpfähle, ein wichtiges Produkt der Firma Purus, noch so sehr winken, die Mitglieder der Niedergebraer Bürgerinitiative trauten sich nicht zu kommen. Fünfundzwanzig Besucher der Umweltfesttage hingegen interessierten sich für die Verwertung unseres Plastemülls. Aus Abfallsortieranlagen im ganzen Bundesgebiet kommen die zu Ballen gepreßten Rohstoffe. Lieber wäre es der Firma vor allem aus der Region versorgt zu werden, da es unsinnig ist, die Materialien durch das ganze Land zu kutschieren. Die Optimierung der Belieferung ist derzeit im Gespräch. Becher, Flaschen, Folien, alles was kleiner als A 4 ist wird hier verwertet. In einem vollautomatischem Prozeß entstehen Zuschlagstoffe für die Stahlindustrie, Kunststoffgranulate und nützliche Produkte, die ab Werk erworben werden können. Zaunpfähle mit Stahlkern in grau und braun gehören unter anderem dazu. Sie verrotten nicht und sind wie ganz normale Holzpfähle zu verwenden.
Auch wenn es die Deutschen lieben den Müll sorgfältig zu trennen, für Recyclingprodukte haben sie offensichtlich weniger übrig. Den größten Teil der granulierten Kunststoffe kaufen nämlich Firmen in Frankreich, Italien und Belgien. Dort entstehen zum Beispiel Pflanzgefäße, Rasengitterplatten, Teile von Büromöbeln und vieles mehr.
Ein richtiger Stoffkreislauf, wie z.B. aus Joghurtbechern wieder Joghurtbecher zu machen, ist leider nicht möglich, da die Verpackungsmaterialien nicht sortenrein angeliefert werden und Verschmutzungen an ihnen haften. Diese organischen Bestandteile sind auch der Grund für eine leider nicht immer vermeidbare Geruchsbelästigung der Anwohner. Prokurist Torsten Meyer sucht nach wie vor den Dialog mit den Bürgern. Nachdem Niedergebraer Schüler mehrfach im Puruswerk auf Besichtigungstour waren, herrscht dort mehr Verständnis für den ökologischen und wirtschaftlichen Nutzen der Anlage. Zusammen mit dem Dualen System Deutschland betreibt Purus Forschungsprojekte, vor allem zu Themen wie der Effizienzerhöhung und dem Energieverbrauch. Die Anlage produziert selbst so viel Wärme, daß eine Heizung der Hallen nicht notwendig ist. Im Sommer ist es dann für die 70 Mitarbeiter, die sieben Tage die Woche im Drei Schicht System arbeiten, nicht so angenehm.
Wenn sich die Gegner der Anlage nun doch noch ein Herz fassen, sie seien sie jederzeit willkommen. Recycling hänge zwar das Negativimage an, es sei eine schmutzige Angelegenheit, aber bei Purus könne man sich vom Gegenteil überzeugen lassen, meinte Meyer abschließend.


