Sa, 08:10 Uhr
30.08.2003
nnz-Rückspiegel: 30. August 2002
Nordhausen (nnz). Wenn Sie wissen wollen was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war, dann ist das kein Problem. Die nnz hat für Sie in ihrem Archiv gestöbert. Heute:
Ranking für Hochschulen
Ranking: Erfordernis der Zeit?
Vor einigen Jahren wussten gerade mal Fachleute, was sich hinter dem Begriff des Ranking verbirgt. Heute durchzieht dieses Erfordernis nahezu alle Gebiete der Wirtschaft, der Bildung oder auch der Versicherungen. nnz hat sich das Hochschulranking angesehen, um herauszufinden, was es bewirkt.
Das Referat von Bildungsministerin, Edelgard Bulmahn, über Die Denkfabrik... Deutschland an der Fachhochschule Nordhausen ist noch in naher Erinnerung (nnz berichtete). Darin wurde der hohe und moderne Standard der Hochschulen gerade in Ostdeutschland hervorgehoben. Und natürlich finden auch sie in zunehmenden Maße in den jeweiligen Beurteilungen, eben in den Rankings, ihren Platz. Und sollen wohl auch für Abiturienten als Kriterien für die Wahl der vermeintlich für sie richtigen Hochschule dienen.
Nun kommen Forscher des Hochschul-Informations-Systems (HIS) in Hannover in einer jüngst vorgestellten Einschätzung zu dem Ergebnis, dass Interessenten diese Hochschulranking-Listen gern zur Unterhaltung lesen, ohne dass sie aber auch ihrem Anliegen entsprechend befolgt werden. Laut einer repräsentativen Online-Befragung unter 1400 Studierenden orientiert sich nicht einmal jeder Zwölfte an den Ranking-Tabellen, die Medien und besonders das von der Hochschulrektorenkonferenz und der Bertelsmann-Stiftung gesponserte Centrum für Hochschulentwicklung Gütersloh immer öfter auf den Markt werfen.
Scheinbar überschätzen die Macher bei weitem den Wert von Rankinglisten als Entscheidungshilfe für junge Leute, die ein Studium aufnehmen wollen.. Auch für den weiteren Studienverlauf seien die Platzierungen kaum wichtig, äußern mehr als 90 Prozent der Befragten. Die Tabellen enthielten viele Merkmale, die für die Wahl überhaupt uninteressant seien. So gilt die Meinung von Kommilitonen als weit wichtiger als das Urteil von Professoren und Dozenten. Deren Empfehlungen scheinen oft eher nostalgisch geprägt und fußen offenbar auf einem traditionellen Ruf.
Die HIS-Wissenschaftler untersuchten auch, inwieweit sich Studierende den Rankingstudien zu Grunde liegenden Typen zuordnen: 37 der Befragten zählen sich zu Praktikern, weitere 27 Prozent bezeichnen sich als zielstrebig. Nur 11 Prozent achten auf Forschungsleistungen, wenn sie sich für eine Hochschule und ein Studienfach entscheiden sollen. Ein Viertel der Befragten fand für sich keine treffende Kategorie. Insgesamt schätzt die Mehrheit der Studierenden ein kurzes Studium, gute Betreuung mit engen, persönlichen Kontakten zu Lehrenden, überschaubare Größen und ordentliche Ausstattung am Institut.
Aus der Befragung leitet HIS hochschulpolitische Konsequenzen ab: Wenn nämlich die Mehrzahl der Studierenden eine solide, schnelle und berufsbezogene Ausbildung wolle, widerspreche dies deutlich dem hohen, auf die Forschung bezogenen Anspruch der Universitäten. Es sei zu hinterfragen, ob das Verhältnis von Studienplätzen an Fachhochschulen (etwa ein Drittel) noch angemessen ist, moniert HIS. Die Wissenschaftler gehen noch weiter: Es sei zu bezweifeln, ob neue, eher breit und theoretisch angelegte Bachelor-Studiebgänge an Unis der Nachfrage entsprechen und angenommen werden. Den Fachhochschulen gerade in Ostdeutschland kann’s nur Recht sein.
Autor: nnzRanking für Hochschulen
Ranking: Erfordernis der Zeit?
Vor einigen Jahren wussten gerade mal Fachleute, was sich hinter dem Begriff des Ranking verbirgt. Heute durchzieht dieses Erfordernis nahezu alle Gebiete der Wirtschaft, der Bildung oder auch der Versicherungen. nnz hat sich das Hochschulranking angesehen, um herauszufinden, was es bewirkt.
Das Referat von Bildungsministerin, Edelgard Bulmahn, über Die Denkfabrik... Deutschland an der Fachhochschule Nordhausen ist noch in naher Erinnerung (nnz berichtete). Darin wurde der hohe und moderne Standard der Hochschulen gerade in Ostdeutschland hervorgehoben. Und natürlich finden auch sie in zunehmenden Maße in den jeweiligen Beurteilungen, eben in den Rankings, ihren Platz. Und sollen wohl auch für Abiturienten als Kriterien für die Wahl der vermeintlich für sie richtigen Hochschule dienen.
Nun kommen Forscher des Hochschul-Informations-Systems (HIS) in Hannover in einer jüngst vorgestellten Einschätzung zu dem Ergebnis, dass Interessenten diese Hochschulranking-Listen gern zur Unterhaltung lesen, ohne dass sie aber auch ihrem Anliegen entsprechend befolgt werden. Laut einer repräsentativen Online-Befragung unter 1400 Studierenden orientiert sich nicht einmal jeder Zwölfte an den Ranking-Tabellen, die Medien und besonders das von der Hochschulrektorenkonferenz und der Bertelsmann-Stiftung gesponserte Centrum für Hochschulentwicklung Gütersloh immer öfter auf den Markt werfen.
Scheinbar überschätzen die Macher bei weitem den Wert von Rankinglisten als Entscheidungshilfe für junge Leute, die ein Studium aufnehmen wollen.. Auch für den weiteren Studienverlauf seien die Platzierungen kaum wichtig, äußern mehr als 90 Prozent der Befragten. Die Tabellen enthielten viele Merkmale, die für die Wahl überhaupt uninteressant seien. So gilt die Meinung von Kommilitonen als weit wichtiger als das Urteil von Professoren und Dozenten. Deren Empfehlungen scheinen oft eher nostalgisch geprägt und fußen offenbar auf einem traditionellen Ruf.
Die HIS-Wissenschaftler untersuchten auch, inwieweit sich Studierende den Rankingstudien zu Grunde liegenden Typen zuordnen: 37 der Befragten zählen sich zu Praktikern, weitere 27 Prozent bezeichnen sich als zielstrebig. Nur 11 Prozent achten auf Forschungsleistungen, wenn sie sich für eine Hochschule und ein Studienfach entscheiden sollen. Ein Viertel der Befragten fand für sich keine treffende Kategorie. Insgesamt schätzt die Mehrheit der Studierenden ein kurzes Studium, gute Betreuung mit engen, persönlichen Kontakten zu Lehrenden, überschaubare Größen und ordentliche Ausstattung am Institut.
Aus der Befragung leitet HIS hochschulpolitische Konsequenzen ab: Wenn nämlich die Mehrzahl der Studierenden eine solide, schnelle und berufsbezogene Ausbildung wolle, widerspreche dies deutlich dem hohen, auf die Forschung bezogenen Anspruch der Universitäten. Es sei zu hinterfragen, ob das Verhältnis von Studienplätzen an Fachhochschulen (etwa ein Drittel) noch angemessen ist, moniert HIS. Die Wissenschaftler gehen noch weiter: Es sei zu bezweifeln, ob neue, eher breit und theoretisch angelegte Bachelor-Studiebgänge an Unis der Nachfrage entsprechen und angenommen werden. Den Fachhochschulen gerade in Ostdeutschland kann’s nur Recht sein.

