Kommentare
Linki
07.09.2011, 13:05 Uhr
Recht auf Bildung ist ein Menschenrecht
Was ist denn das für ein Blödsinn, im Herdergymnasium besteht kein akuter Lehrermangel. Meiner Tochter fehlen wöchentlich Stunden und das nicht nur in Musik, was gar nicht unterrichtet wird.
Die Damen und Herren vom Schulamt mögen sich bitte nochmal in ihr Gedächtnis rufen, dass das Recht auf Bildung ein Menschenrecht gemäß Art. 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948 ist und im Sinne eines kulturellen Menschenrechtes gemäß Artikel 13 des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (IPwskR) noch erweitert wurde.
Hier wird Menschenrecht verhöhnt, wenn man behauptet es sind genügend Lehrer da. Meine Damen und Herren Vom Schulamt: Machen sie endlich ihre Hausaufgaben und sorgen Sie für die Einhaltung der Menschenrechte am Herder-Gymnasium!
NDHler
07.09.2011, 15:01 Uhr
@Linki, Thema bitte Ernst nehmen
Das Thema ist Ernst genug, da braucht es hier nicht so einen lächerlichen Kommentar! Ihrem Kind wird ja nicht das Recht auf Bildung verweigert, es kann nur nicht der vorgegebene Stundenplan eingehalten werden. Mit einer Menschenrechtsverletzung hat das nun rein gar nichts zu tun! Ihren Beitrag kann man daher nicht Ernst nehmen.
Retupmoc
07.09.2011, 15:33 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert Gehört nicht zum Thema
Totaldemokrat
07.09.2011, 18:55 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert Verstoß gegen AGB
Alex Gösel
07.09.2011, 20:17 Uhr
Floskeln...
Floskeln, Floskeln und nochmals Floskeln!
wehmeyer
07.09.2011, 22:01 Uhr
@NDHler - Ihr Beitrag...
...schweift für mich am Thema vorbei, da sie genauso alles herunter spielen, wie die Herren vom Schulamt! Sie haben sicherlich kein Kind am Herder, das mit dieser Problematik konfrontiert ist? Denn dann hätten sie event. Verständnis für diesen Kommentar von "Linki", den sie hier ins lächerliche ziehen! Sicherlich ist dieses Problem nicht unmittelbar mit der Verletzung der Menschenwürde gleichzusetzen, jedoch fragt im Endeffekt bei der Abschlussprüfung keiner, wieviel Unterrichtsstunden denn ausgefallen sind in den letzten 2 Jahren. Als Elternteil kann einem dann im wahrsten Sinne des Wortes "Der Kamm schwellen", wenn man dies über Jahre selbst miterlebt hat und einem nur noch der Weg zum privaten Nachhilfeunterricht bleibt - allerdings kann sich dies auch nicht mehr jeder leisten. Und nach all den Ausfallzeiten bekommt man dann eine "0815" Antwort vom Schulamt serviert, die vertröstet und auf Zeit spielt "...Es wird sich vielleicht von allein lösen, wenn man so heran geht, wie es im Augenblick die Regierenden hier in unserem Land es tun" - nach Griechenland Millarden pumpen, aber das Bildungssystem den Bach herunter gehen lassen und kein Geld für Aushilfslehrer zur Verfügung stellen?!. Meines Erachtens absolut nicht nachvollziebar!
Bodo Schwarzberg
07.09.2011, 23:45 Uhr
Amt von Realität entfernter als Margot Honecker
Ein solches Amt ist doch nur eines: der verlängerte und dazu noch traurig anzuschauender Arm der Erfurter Politik! Wenn die Damen und Herren in ihrem Statement das ganze Ausmaß der Misere benennen würden, dann würden sie ja ihrem Dienstsherrn (heißt er Matschie?) in den Rücken fallen. Und das dürfen sie auf Grund ihrer Dienstverpflichtungen nicht.
Am Beispiel dieser die Realität vollkommen ignorierenden Reaktion ist eine ähnliche Unbeweglichkeit und Realitätsferne zu erkennen, wie wir dies aus DDR-Zeiten zur Genüge kannten. Wohin dies geführt hat, wissen wir. Sie zeigt, wie weit sich Diejenigen, die eigentlich für das Funktionieren der Bildung verantwortlich sind, von den Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler und deren Eltern und Lehrer entfernt haben. Und damit ist sie zugleich Ausdruck einer auf der ganzen Linie antiquierten, ja gescheiterten Bildungspolitik und einer festgefahrenen Hirarchie, in der jeder nur bestrebt ist, aus purem EIGENINTERESSE keinen "Fehler" zu machen.
Dass derartige Strukturen nicht hilfreich sind, Probleme zu lösen, um es nur ganz vorsichtig auszuddrücken, das zeigen die Probleme am Herder-Gymnasium, die ja zudem nur die Spitze des Eisberges darstellen. Um an die Stellen, die solche weltfremden und ängstlichen Reaktionen vefassen, Leute zu hinzubekommen, die sich tatsächlich kümmern, müsste sich das Wahlverhalten der Bürger und deren politisches Interesse bedeutend ändern. Ansonsten geht das immer so weiter und treibt unser Land an den Abgrund.
Totaldemokrat
08.09.2011, 09:42 Uhr
Recht auf Bildung ist Menschenrecht!
In der BRD ist das Recht auf Bildung nicht im Grundgesetz festgelegt. Ebenso wenig das Recht auf Arbeit und das Recht auf Berufsausbildung. Diese Rechte waren allerdings in der Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik festgelegt. (Artikel 25, Artikel 24)
Allerdings ist das Recht auf Bildung ein Menschenrecht gemäß Art. 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen. Das Recht auf Bildung gilt als eigenständiges kulturelles Menschenrecht und ist ein zentrales Instrument, um die Verwirklichung anderer Menschenrechte zu fördern. Es thematisiert den menschlichen Anspruch auf freien Zugang zu Bildung, Chancengleichheit und das Schulrecht. (Wikipedia)
Die BRD hat dieses Recht am 9. Oktober 1968 unterzeichnet. Dadurch ergibt sich das Recht auf Bildung auch ohne besonderen Artikel im GG! Die Einhaltung der Grundrechte der Menschenwürde ist im Grundgesetz der BRD festgeschrieben. Das elementare Grundprinzip der Menschenwürde verbietet es, Menschen Bildungschancen vorzuenthalten. Genau das geschieht aber zurzeit am Nordhäuser Herder Gymnasium.
Was können die betroffenen Eltern tun damit ihre Kinder das Recht auf Bildung wahrnehmen können?
• Verlangen Sie von der Schule eine Information, wie lange der Unterrichtsausfall andauern wird.
• Fordern Sie die Schulverwaltung auf, sofort die Missstände zu beseitigen, setzen Sie eine Frist.
• Machen Sie der Schulverwaltung unmissverständlich klar, dass Sie gegebenenfalls Privatunterricht erteilen werden, dessen Kosten Sie vom Schulamt zurückzufordern werden.
• Bei keiner schnellen Lösung: Organisieren Sie Privatunterricht für ihr Kind
• Fordern Sie die entstandenen Kosten von der Schulverwaltung zurück.
Möglicherweise wird das Amt die Zahlung verweigern, verklagen Sie das Amt mittels Zahlungsklage am zuständigen Gericht.
Haben Sie den Mut ihr Recht durchzusetzen im Interesse ihrer Kinder. Ich wünsche ihnen viel Erfolg und eine gute Rechtschutzversicherung.
NDHler
08.09.2011, 12:56 Uhr
@Totaldemokrat
Ich glaube Sie schießen da etwas über das Ziel hinaus! Niemand behauptet doch hier, dass das Recht auf Bildung kein Menschenrecht ist. In Deutschland gibt daher sogar eine Schulpflicht!
Im Herder ist es ja nun nicht so, dass gar kein Unterricht stattfindet bzw. den Kindern das Recht auf Bildung abgesprochen oder verweigert wird. Es fallen zurzeit einige Stunden (jede ist eine zu viel) aus. Es findet aber nach wie vor die Mehrzahl der Unterrichtsstunden statt!!!!
Daher wäre ich mit Ihren Empfehlungen mal etwas vorsichtig, oder tragen Sie für die betroffenen Eltern die Kosten für den Privatunterricht falls die Klage scheitert? Ich will hier nichts verharmlosen, ich weiß aber, nicht nur aus den Veröffentlichungen hier, dass momentan an verschiedenen Schrauben gedreht wird um die vorhandenen Missstände kurzfristig zu beseitigen.
Also warten wir hier mal die kommenden Tage (das Schulamt spricht von zwei Wochen) ab und geben den Leuten die Chance hier etwas zu verbessern.
Retupmoc
08.09.2011, 13:48 Uhr
Chance vertan
Das in unserem Bildungssystem ( und nicht nur dort ) einiges im Argen liegt, ist nicht erst seit Veröffentlichung eines Leserbriefes in der NNZ bekannt. Die Chance auf Abstellung der Mißstände war schon lange gegeben. Warum nehmen wir eigentlich immer die dafür Verantwortlichen in Schutz? Warum sollen die Leute, die dafür Verantwortlich sind nicht mal zurücktreten dürfen? Warum müssen wir diese Fehlleistungen immer wieder verharmlosen
... aber die Mehrzahl der Stunden findet doch statt...
Mal sehen wenn Sie lieber Ndhler nächsten Monat zehn Prozent weniger Gehalt bekommen und ihr Chef sagt... aber die Mehrzahl des Geldes wird doch überwiesen ...
So ein Unsinn. Jede einzelne Fehlstunde führt zu schlechteren Leistungen, schlechteren Abschlüssen usw. Wenn einige KIds nicht lernen wollten, ok - aber der Großteil der Schüler möchte etwas lernen.
Linki
08.09.2011, 13:50 Uhr
@NDHler
Ihr runterspielen der Fakten finde ich haarsträubend. Totaldemokrat gibt lediglich Hinweise, wie sich Eltern verhalten können, wenn sie es wollten!
Das Recht auf Bildung ist nun mal ein Menschenrecht, das ist Fakt, das Stunden ausfallen, ist Fakt, das dieser Zustand nicht erst seit gestern bekannt ist, ist Fakt, das das Schulamt nur sehr zögerlich handelt und jetzt auch nur auf Druck, ist Fakt.
Es kann auch nicht sein, dass es auf der einen Seite die Schulpflicht gibt, die bei Verstoß ordentlich sanktioniert wird und auf der anderen Seite das Recht auf Bildung, wo bei Untererfüllung der Stundentafel nichts passiert!
Bleibt zu hoffen, dass der Aufschrei von den Eltern (ich habe mitgeschrien) was bringt und tatsächlich vertretbare Lösungen gefunden werden und nicht nur wieder die Statistik geschönt wird.
Im äußersten Fall würde ich genau den Weg gehen, der von Totaldemokrat empfohlen wurde, weil mir die Bildung meines Kindes sehr ernst ist.
kk379
08.09.2011, 15:21 Uhr
Ein Blick aus der Ferne...
Für mich als vom Thüringer Kultusministerium nach Hessen "verwiesene" Französischlehrerin sind die Informationen und Kommentare zur Lehrerlage am Herder-Gymnasium sehr interessant. Ich lese im Kommentar des Schulamtes Worbis, dass in Thüringen u.a. Französisch-Lehrer fehlen und dieses Fach somit zur Sorte "Mangelfach" gehört.
Sehr gern wäre ich 2004 in Thüringen geblieben, zumal mir das Land Thüringen bzw. seine Steuerzahler auch mein Erstes Staatsexamen an der Friedrich-Schiller-Universität Jena finanziert hatten. Aber mit einem guten Examen hatte man damals in Thüringen keine Chance auf einen Referendarsplatz an Gymnasien.
Selbst die sehr guten Absolventen hatten keine Aussicht auf eine Stelle nach dem Referendariat. Mir wurde stattdessen nach meiner Gymnasialausbildung an der Uni die Regelschullaufbahn angeboten. Dankend lehnte ich ab und suchte mir aus der Auswahl der angebotenen Referendarsplätze einiger Bundesländer das Studienseminar Darmstadt aus.
Nach dem Zweiten Staatsexamen im Land Hessen konnte ich übergangslos sofort eine Planstelle mit Verbeamtung an meiner Ausbildungsschule annehmen und unterrichte seitdem mit Leidenschaft Französisch an einem Odenwälder Gymnasium - hier handelt es sich auch um deutsche Bildungspoltik, aber wie geschildert wohl um eine andere!
Mich stimmen die Nachrichten aus meiner alten Heimat traurig, denn wie gern wäre ich damals in Thüringen geblieben. Eine Stelle in Nordhausen, meiner Geburtsstadt, wäre auch vorstellbar gewesen. Doch aus der Stellennot heraus, musste ich gehen bzw. ich "wurde gegangen".
An eine Rückkehr ist meinerseits derzeit nicht zu denken, denn was würde ich hier in Südhessen aufgeben?! Ich denke einen Studienratsstelle würde niemand so schnell aufgeben für ein Arbeitsverhältnis als angestellter Lehrer. Ich finde es sehr sehr traurig, dass es in Thüringen in Sachen Bildungspoltik so weit kommen musste. Doch der Mangel an Attraktivität des Lehrerberufs wird das Problem so schnell nicht lösen.
In meinen Fall hatte man mir vor sieben Jahren jedoch nicht einmal die Chance gegeben, auch nur einen Schritt in das Thüringer Gymnasiallehrerwesen treten zu können. Vielleicht wäre ich der Heimatverbundenheit zuliebe auch als angestellter Lehrer geblieben... Aber wie Konrad Adenauer schon sagte: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben" und in diesem Falle das Thüringer Kultusministerium, was wohl immer mehr in Sachen Lehrerbesetzung in Notlage geraten wird.
Auch am benachbarten Humboldt-Gymnasium, meiner Schulausbildungsstätte, wird dieses Problem mit größter Wahrscheinlichkeit eine Rolle spielen. Ich wünsche aus der Ferne allen Betroffenen viel Glück, dass sich die Situation durch ein rasches Umdenken schnellstmöglich ändern kann.
Totaldemokrat
08.09.2011, 15:57 Uhr
Doch Sie, NDHler
Werter Herr NDHler, das Recht auf Bildung ist ein Menschenrecht. Wird dies nicht realisiert, dann ist das eine Verletzung des Menschenrechtes bezogen auf das Recht auf Bildung. Soweit ist das doch nun endlich bei allen klar. Klar ist auch, den Kindern vom Herder wird das Recht auf Bildung verweigert. Ein Teil jedenfalls, aber das ist völlig egal wie viel Prozent "Bildung" verweigert werden, schlimm ist, dass dies überhaupt den Tatsachen entspricht.
Sie meinen zum Beitrag von "Linki": "Mit einer Menschenrechtsverletzung hat das nun rein gar nichts zu tun! Ihren Beitrag kann man daher nicht Ernst nehmen."
Das sagt doch alles, oder?
Im übrigen @RWE62: Genauso sollte das man sehen wie Sie, klasse Artikel!
mussmalsagen
08.09.2011, 16:03 Uhr
,dass man diese Fakten nicht erwarten würde
1.Am Herder Gymnasium fehlen Lehrer- an anderen Schulen in Nordhausen sind sie zuviel (dort bleiben Lehrer bei vollem Gehalt einen Teil ihrer Arbeitszeit zu Hause!!!)
2. Durch das Floating-Modell sind immer noch Lehrer in Nordhausen daran gebunden, weniger (also im Durchschnitt ca.75%) als 100% zu arbeiten, obwohl einige sicherlich gern mehr tun würden.
3.Durch Änderungen des neuen Ministeriums hat man es in Thüringen geschafft, dass die Kinder am Gymnasium in Thüringen nun die wenigsten Mathematikstunden in ganz Deutschland hatten, wenn sie aus der 12.Klasse gehen.
4.Gut ausgebildete neue Lehrer bekommen in den meisten anderen Bundesländern viel attraktivere Angebote :
-unbefristete Festanstellung mit 100%
- sofortige Verbeamtung;
das passiert in Thüringen nur in Ausnahmen.
Wofür sollte sich demnach eine junger Lehrer entscheiden, wenn er unabhängig ist?
Richtig ist, dass man all dieses nicht den Lehrern vorwerfen sollte, die im Alltag selbst mit viel Widerstand (nicht unbedingt von den Schülern...) kämpfen müssen, denn für diese Fehlplanungen sind Ministerium und Schulämter verantwortlich.
NDHler
08.09.2011, 17:36 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert Kein Bezug zum Beitrag, kein Chat - die Diskussion ist beendet
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.