Klare Angelegenheit
Samstag, 17. April 2010, 12:19 Uhr
Anfang April hatte die nnz über den Umzug der Mobilitätszentrale aus dem Nordhäuser "Haupt"bahnhof in den der HSB berichtet. Jetzt gibt es dazu ein Statement des Südharzer Tourismusverbandes...
Ende September 2009 gab es ein erstes Gespräch zwischen Vertretern der Deutschen Bahn AG und dem Tourismusverband über die Zukunft der gemeinsamen Betreibung des Mobilitätszentrale und des DB-Reisecenter im Nordhäuser Bahnhof. Von der Deutschen Bahn vorgegeben wurde das Thema: "Künftige Ausrichtung des personenbedingten Verkaufs am Standort Nordhausen unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen."
Der Ergebnis dieses Gespräch war aus Sicht des Verbandes klar: Die Deutsche Bahn will in Nordhausen ihre bundesweite Ausrichtung fortsetzen und sich von einer gemeinsamen Betreibung von Agenturen und DB-Reisezentren verabschieden. Zwar habe man dem Tourismusverband, mit dem der Agenturvertrag abgeschlossen worden war, angeboten, das komplette Reisezentrum zu übernehmen, jedoch zu den Konditionen der Deutschen Bahn inklusive des Personals. Das konnte aus Sicht der Wirtschaftlichkeit seitens des Verbandes nicht akzeptiert werden.
Schließlich musste der Verband hinsichtlich des Agenturvertrages auf Druck der Deutschen Bahn eine Bankbürgschaft hinterlegen. Waren das zu Beginn der Zusammenarbeit noch 1.200 Euro, sollte die Bürgschaft ab diesem Jahr mehr als 30.000 Euro betragen. Keine Bank hätte einem Verein eine solche Bürgschaft erteilt.
"Der Mietvertrag war aus Sicht des Tourismusverbandes mit einer vereinbarten Frist von sechs Monaten sofort zu kündigen, da bei einem Verlust der Einnahmen aus dem Agenturvertrag die Miete an die Deutsche Bahn nicht mehr hätte bezahlt werden können", erklärt der Vorsitzendes des Verbandes, Landrat Joachim Claus (CDU).
Er wundert sich auch über die Reaktion des SPD-Politikers Andreas Wieninger. "Was denn zum Beispiel hätte ein Stadtrat oder ein SPD-Ortsvorsitzender den unternehmen können. Hier ging es um vertragsrechtliche Angelegenheiten. Auch ich kann mich des Eindrucks nicht widersetzen, dass der Deutschen Bahn an der Beendigung des Agenturvertrages sehr gelegen ist. Ich finde die neue Räumlichkeiten unter dem Dach der Harzer Schmalspurbahnen sehr gut und auch optimaler für die Reisenden und die Touristen unsere Region. Und: bei dieser neuen vertraglichen Konstellation kann der Landkreis und kann ich als Verbandsvorsitzender auch politisch gestalten. Der Landkreis ist Gesellschafter des kommunalen Unternehmens HSB und ist nicht einem Konzern ausgeliefert."
Autor: nnzEnde September 2009 gab es ein erstes Gespräch zwischen Vertretern der Deutschen Bahn AG und dem Tourismusverband über die Zukunft der gemeinsamen Betreibung des Mobilitätszentrale und des DB-Reisecenter im Nordhäuser Bahnhof. Von der Deutschen Bahn vorgegeben wurde das Thema: "Künftige Ausrichtung des personenbedingten Verkaufs am Standort Nordhausen unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen."
Der Ergebnis dieses Gespräch war aus Sicht des Verbandes klar: Die Deutsche Bahn will in Nordhausen ihre bundesweite Ausrichtung fortsetzen und sich von einer gemeinsamen Betreibung von Agenturen und DB-Reisezentren verabschieden. Zwar habe man dem Tourismusverband, mit dem der Agenturvertrag abgeschlossen worden war, angeboten, das komplette Reisezentrum zu übernehmen, jedoch zu den Konditionen der Deutschen Bahn inklusive des Personals. Das konnte aus Sicht der Wirtschaftlichkeit seitens des Verbandes nicht akzeptiert werden.
Schließlich musste der Verband hinsichtlich des Agenturvertrages auf Druck der Deutschen Bahn eine Bankbürgschaft hinterlegen. Waren das zu Beginn der Zusammenarbeit noch 1.200 Euro, sollte die Bürgschaft ab diesem Jahr mehr als 30.000 Euro betragen. Keine Bank hätte einem Verein eine solche Bürgschaft erteilt.
"Der Mietvertrag war aus Sicht des Tourismusverbandes mit einer vereinbarten Frist von sechs Monaten sofort zu kündigen, da bei einem Verlust der Einnahmen aus dem Agenturvertrag die Miete an die Deutsche Bahn nicht mehr hätte bezahlt werden können", erklärt der Vorsitzendes des Verbandes, Landrat Joachim Claus (CDU).
Er wundert sich auch über die Reaktion des SPD-Politikers Andreas Wieninger. "Was denn zum Beispiel hätte ein Stadtrat oder ein SPD-Ortsvorsitzender den unternehmen können. Hier ging es um vertragsrechtliche Angelegenheiten. Auch ich kann mich des Eindrucks nicht widersetzen, dass der Deutschen Bahn an der Beendigung des Agenturvertrages sehr gelegen ist. Ich finde die neue Räumlichkeiten unter dem Dach der Harzer Schmalspurbahnen sehr gut und auch optimaler für die Reisenden und die Touristen unsere Region. Und: bei dieser neuen vertraglichen Konstellation kann der Landkreis und kann ich als Verbandsvorsitzender auch politisch gestalten. Der Landkreis ist Gesellschafter des kommunalen Unternehmens HSB und ist nicht einem Konzern ausgeliefert."
