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Fader Nachgeschmack bleibt

Mittwoch, 06. Februar 2008, 10:48 Uhr
Die nnz hatte bereits in den vergangenen Wochen über die Etablierung des Kinderhospiz für Mitteldeutschland berichtet. Nicht Nordhausen, sondern in Tambach-Dietharz soll nun gestartet werden.


Der Nordhäuser Hauptausschuss wird sich am Nachmittag noch einmal – vermutlich abschließend – mit dem Kinderhospiz beschäftigen. Die Willensbekundung aus dem Jahr soll nun per Beschluß zurückgezogen werden. Damit endet das Kapitel. Nun soll am Standort in Krimderode die evangelische Grundschule ein bleibendes Zuhause finden.

Abgehakt also? Nein, für viele Unternehmen des Landkreises Nordhausen, insbesondere der Stadt, bleibt ein fader Nachgeschmack. Da machen Worte wie Täuschung und Enttäuschung die Runde. Jetzt hat ein Unternehmen eine Einladung zum Projektstart in Tambach-Dietharz erhalten. Das hatte sich ebenfalls, anläßlich eines Firmenjubiläums, in die Liste der Spender eingereiht. Das die dazugehörige Spendenbescheinigung einige Zeit auf sich warten ließ, hat Geschäftsführer R. (Name ist der Redaktion bekannt) „verarbeitet“. Er wird nicht nach Tambach-Dietharz fahren, dafür hat er dem Verein einen Brief geschrieben, der nun der Redaktion vorliegt.

Zwar spricht der Mann sich immer noch positiv zum Grundanliegen des Projektes aus, „dennoch hielte ich es für angebracht um die Ehrlichkeit Ihres Vorhabens auch gegenüber den Spendern zu betonen, den Ihnen bekannten Geldgebern, die auf die Lokalität Ihres Vorhabens vor Ort gesetzt haben, das waren mehrheitlich alle mir Bekannten, in einem individuellen Schreiben für Ihre nunmehr ‚überregional angesiedelte Spende’ zu danken und die Entscheidungsgrundlagen Ihres Vorstandes für den Ortswechsel zu erläutern. Da genügt nicht der für die allgemeine Öffentlichkeit bestimmte Medienbericht! Sonst bleibt der Eindruck: ...wir haben für eine lokale Sache gespendet, nun haben sie sich davon gemacht...“

Herr R. hat damit sicherlich vielen Unternehmern aus der Seele gesprochen. Wie fühlen sich jedoch die ungezählten „kleinen Spender“ wie Kindergartengruppen, Schulklassen, Sportvereine usw., die sich in ihrer Spendenbereitschaft emotional vom vormaligen Standort Nordhausen beeinflussen ließen?

Die nnz hatte heute noch einmal im Archiv gestöbert und unter anderem diesen Bericht vom November 2005 gefunden.
Autor: nnz

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