nnz-online

nnz-Rückspiegel: 1. Februar 2001

Freitag, 01. Februar 2002, 09:06 Uhr
Nordhausen (nnz). Können Sie sich noch erinnern, was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war? Die nnz hat im Archiv gesucht und folgende Meldungen gefunden. Heute:
Fragenkatalog, Deusa, UAN und Dröder


Kommunen präsentieren Landrat ihren Fragenkatalog
Landrat Joachim Claus (CDU) trifft sich heute mit dem Kreisvorstand des Gemeinde- und Städtebundes. Auf dem Tisch liegt nach nnz-Informationen ein Fragenkatalog des kommunalen Spitzenverbandes. Ein Gesprächspunkt wird dabei der Stand der Haushaltsvorbereitung sein, insbesondere wollen die Kommunen wissen, wie sich die Kreisumlage in diesem Jahr gestalten werde. Das aktuelle Defizit im Haushaltsentwurf von mehr als drei Millionen Mark könne nicht allein durch die Erhöhung der Kreisumlage ausgeglichen werden, so Sollstedts Bürgermeister Jürgen Hohberg. Der Vorsitzende des Gemeinde- und Städtebundes verwies an dieser Stelle auch auf die engen Bandagen durch das Thüringer Finanzausgleichgesetzes. Eine weitere Erhöhung der Kreisumlage werden die Städte und Gemeinden des Landkreises nicht hinnehmen, weil sie das nicht verkraften können. In vielen Kommunen seien die Haushaltspakete bereits geschnürt oder verabschiedet. Hohberg erwartet heute von Landrat Claus aber auch von den Fraktionen im Kreistag Lösungsvorschläge für einen ausgeglichenen Haushaltsentwurf. Es müsse ehrlich gesagt werden, wo weitere Einsparpotentiale vorhanden seien, auch wenn diese Vorschläge unpopulär seien.


Gisela Hartmann für Sachlichkeit bei UAN-Diskussion
In die Diskussion um die Zukunft der Umweltakademie Nordthüringen (UAN) müsse endlich Ruhe einkehren. Diese Auffassung vertrat UAN-Vorstandsmitglied Gisela Hartmann gegenüber der nnz. Bei der jetzigen Diskussion solle es keine Rolle spielen, wo sich der Hauptsitz der Einrichtung befinde. Wichtiger sei, daß die Projekte der UAN mit hoher Qualität weitergeführt werden. Dieser Prozeß solle sich nicht nur auf die beiden Landkreise Eichsfeld und Nordhausen beschränken. Deshalb gebe es seit einiger Zeit Bestrebungen, den Kyffhäuserkreis und den Unstrut-Hainich-Kreis in die Umweltarbeit einzubeziehen. Erfolge gebe es bereits im Kyffhäuserkreis. Mit einer Ausdehnung der Arbeit werde die UAN dann auch ihrem letzten Buchstaben „N“ gerecht. Dieses „N“ stehe nicht für Nordhausen, sondern für Nordthüringen.

Im März soll nach nnz-Informationen eine neue Mitgliederversammlung einberufen werden. Dann müssen die Ungereimtheiten in der Satzung unbedingt aus dem Weg geschafft werden. Gisela Hartmann favorisiert den Dienstsitz des Geschäftsführers vorerst in Leinefelde, weil im Eichsfeld die Mehrzahl der Projekte laufen und vorbereitet werden. Dann solle jedoch über ein Rotationsprinzip nachgedacht werden. Warum, so überlegt Hartmann jetzt, solle nach einer gewissen Zeit der Dienstsitz des Geschäftsführers nicht auch in Mühlhausen oder Sondershausen zu finden sein?

Große Resonanz auf nnz-Artikel zum Theater
Die nnz findet nicht nur in der Nordhäuser „Internet-Gemeinde“ immer mehr Resonanz, sondern auch in den Nachbarkreisen. Belegen wollen wir diese Aussage mit einem Verweis auf die „Thüringer Allgemeine“. In den beiden Lokalausgaben des Kyffhäuserkreises wurde gestern ausführlich über die derzeitige Situation am Nordhäuser Theater berichtet. Der Autor mit dem Kürzel (in) zitiert mehrfach eine „Veröffentlichung im Internet“. Gemeint ist der Artikel der nnz über die Sitzung des Aufsichtsrates der GmbH. Hinter dem TA-Beitrag verbirgt sich nur fast keine eigene Recherche, da wurde fleißig aus der nnz abgeschrieben. Dann, liebe Kollegen der TA im Kyffhäuserkreis, doch schon mit der korrekten Nennung der Quelle. Trotzdem freut sich die nnz-Redaktion über das große Interesse an ihrer Arbeit. Übrigens können die nnz-Nutzer in den nächsten Tagen die neue Statistik der Zugriffe auf die Seiten der nnz aufrufen. Für das entgegengebrachte Vertrauen in unsere Arbeit möchten wir an dieser Stelle schon mal sagen: Dankeschön!


Europaabgeordnete sieht Chance für Landwirte
Im Konflikt um die geplante Industrieansiedlung in der Goldenen Aue teilt die Europaabgeordnete Margot Keßler (SPD) die Bedenken vieler Landwirte. „Dem Landkreis und der Region Nordthüringen geht hier eine Chance verloren, Vertrauen der Verbraucher durch ökologischen Landbau und nachprüfbar artgerechte Tierhaltung zurückzugewinnen“, betont die Parlamentarierin. Ihr Vorschlag: Alle Beteiligten sollten zu einem gemeinsamen Standpunkt kommen, noch einmal alle Argumente austauschen und für die Region eine Entscheidung treffen, die auch die Interessen der Landwirte berücksichtigt. „Denn durch die aktuelle BSE-Krise ist bei den Konsumenten ein Bewusstsein entstanden, für Lebensmittel hoher Qualität angemessen zu bezahlen“, sagt Frau Keßler. Das traditionsreiche Anbaugebiet der Goldene Aue könnte bei der Erzeugung hochwertiger Lebensmittel beispielhaft sein. Hier könnten auch Arbeitsplätze gesichert werden oder entstehen.


Fördermitgliedschaft bei „HBM“ könnte teuer werden
„Guten Tag, wir kommen vom Verein für behinderte Menschen und möchten Sie als Fördermitglied gewinnen.“ So hörten und hören es gegenwärtig viele Nordhäuser, wenn ein Mann oder eine Frau an ihrer Wohnungstür klingelt. Wer sich dann noch erweichen läßt, der ist plötzlich Fördermitglied des Vereins „Hilfe für behinderte Menschen“ (HBM). Eine schöne Sache, doch diese Mitgliedschaft inklusive einer Förderurkunde müssen sich die spendablen Nordhäuser einiges kosten lassen. Die Urkunde entpuppt sich dann auch als eine Einzugsermächtigung. Den Betrag allerdings können die Spender selbst einsetzten. Das Geld wird spätestens nach drei Tagen vom Konto abgezogen, Jahr für Jahr. Was wird aus dem Geld? In der HBM-Zentrale in Bochum schwingt man auf diese Frage sofort große Worte. Bundesweit aktiv sei der Verein seit über zehn Jahren. Unterstützt werden Vereine und Verbände in „ihrer Nähe“, die sich der Arbeit mit behinderten Menschen verschrieben haben. Werden solche Vereine auch in und um Nordhausen unterstützt? „Selbstverständlich, nur momentan kann ich den entsprechenden Ordner nicht finden“, so die Auskunft in Bochum. Unterstützt werde zum Beispiel in Gotha oder Schönebeck.

Selbst wenn das Geld wieder zurück nach Nordhausen kommen sollte, ein beachtlicher Teil ist weg. Die Mitarbeiter von HBM arbeiten nicht ehrenamtlich, sondern sind hauptamtlich unterwegs und müssen für ihren Job bezahlt werden. Vielleicht ähnlich der Bezahlung in einer Drückerkolonne oder einem Strukturvertrieb? Keine Antwort, es wurde aufgelegt! Vier Männer und eine Frau sind in Nordhausen unterwegs, mit Erlaubnis der zuständigen Stelle der Kreisverwaltung. Die kann nach rechtlichem Ermessen der Sammelwut der HBM-Leute keinen Einhalt gebieten. Es kommt also auf jeden Bürger selbst an, sich von der Seriosität der Organisation zu überzeugen. Zwar haben die Mitarbeiter im Landratsamt bekundet, daß sie sich nicht als Angestellte der Behörde vorstellen, aber in dieser Woche erhielt die Kreisverwaltung erneut Anrufe, die das Gegenteil belegen.


Nordhäuser Firma für den Oskar vorgeschlagen
Die Firma „Interlogistik“ aus Nordhausen ist von Landrat Joachim Claus (CDU) für den Oskar des Mittelstandes nominiert worden. Claus wurde von der Oskar-Stiftung in Leipzig gebeten, ein Unternehmen aus dem Landkreis für diese Auszeichnung zu benennen. Ausschlaggebend für eine Nominierung sind die Gesamtentwicklung des Unternehmens, die Schaffung und Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen sowie Innovation und Modernisierung aber auch das Engagement in der Region.
Das vorgeschlagene Unternehmen sollte mindestens zwei Millionen Mark Jahresumsatz nachweisen können, mehr als zehn Beschäftigte haben sowie über drei Jahre am Markt sein. Das Unternehmen „Interlogistik“ von Lothar Meyer und Katrin Dietzmann beschäftigt sich am Standort Erfurter Straße mit der Herstellung von Feinblechzuschnitten, deren Vermarktung, mit dem Maschinen- und Anlagenbau sowie dem Sondermaschinenbau. Der „Oskar für den Mittelstand 2001“ wird in diesem Jahr in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen, Berlin, Brandenburg und natürlich auch in Thüringen ausgelobt. Neben dem Hauptpreis werden drei Sonderpreise vergeben.


Neues aus dem „DRÖDER” - Konzepte und Ideen gefragt
Es hat sich mittlerweile rumgesprochen: Der DRÖDER hat wieder geöffnet, mit neuem Programm und alt bewährtem Outfit. Wie es weitergehen soll, das erfahren sie hier: Angesprochen sind nicht nur Jung und Junggebliebene, sondern auch Senioren, Vereine und Verbände sowie alle die, die Räumlichkeiten für besondere Anlässe suchen. Neben dem täglichen Mittagstisch, der seit fünf Tagen für Senioren angeboten wird (11-13 Uhr) steht das Haus auch anderen Gruppen und Vereinen offen. Momentan entsteht ein neues inhaltliches Konzept, wo Ideen und Vorschläge von allen Alters- und Interessengruppen für die weitere Nutzung des DRÖDER gefragt sind. Ziel soll es sein, das Haus als Bürgerhaus und somit als Treff- und Kommunikationszentrum umzugestalten. Vorschläge können an LIFT, Tel.: 6944-0 Herrn Knuhr bzw. schriftlich in der Geschäftsstelle Bahnhofstr. 15-16 in Nordhausen eingereicht werden. Freitag- und Samstagabend sind jedoch Musik und gute Laune angesagt. Ab 19 Uhr kann man hier in angenehmer Atmosphäre die Woche ausklingen lassen.


Deusa: Wie weiter nach dem Insolvenzantrag?
Am Mühlhäuser Amtsgericht ist heute das Insolvenzverfahren für die Deusa Solbergwerke und Aufbereitungs GmbH eröffnet worden. Die Produktion laufe trotzdem weiter, sagte Insolvenzverwalter Carsten Bloss der nnz, dies sei für seine weiteren Verhandlungen von enormer Bedeutung. Wenn das nicht durchgehalten werde, dann gehen in der Deusa die Lichter endgültig aus. Die Zukunft des Bleicheröder Unternehmens hängt also immer noch an einem goldenen Faden, doch für den Insolvenzverwalter hat sich die Verhandlungsposition verbessert. Neben dem Handelshaus aus Lübeck gebe es nach Aussage von Carsten Bloss inzwischen weitere seriöse Interessenten. Wie nnz erfuhr seien das ein Handelshaus aus Schweden sowie mehrere Unternehmen aus Holland. In Bleicherode werde inzwischen die Lösung einer Auffanggesellschaft vorbereitet. Kein gutes Zeichen. Auf jeden Fall muß Geld nach Bleicherode fließen. Viel Geld, Bloss sprach gegenüber nnz von mehr als zehn Millionen Mark. Dieses Geld sei nicht nur für neue Anlagen und Maschinen notwenig, sondern auch für erhaltende Investitionen. Bloss verhandelt aus diesem Grund neben den Investoren auch mit Banken, die zusammen die Auffanggesellschaft bilden könnten. Vor drei Wochen hatte das Unternehmen mit rund 100 Mitarbeitern Insolvenz beantragt. Im Vorfeld war ein Übernahmeangebot von Kali und Salz aus Kassel abgelehnt worden.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de