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Mi, 14:31 Uhr
24.01.2001

Nordhäuser Theater tiefer in der Krise als erwartet

Nordhausen (nnz). Als äußerst schwierig wurde die derzeitige Situation in der Leitung des Nordhäuser Theaters während der gestrigen Aufsichtsratssitzung bezeichnet. Sowohl der Orchestervorstand als auch der Betriebsrat können sich eine weitere Zusammenarbeit mit Intendantin Monika Pirklbauer nicht mehr vorstellen. Die dadurch entstandene Situation konnten auch die Mitglieder des Aufsichtsrates nicht entschärfen. "So kann es in diesem Haus nicht mehr weitergehen", sagte ein Aufsichtsratsmitglied der nnz. Im kommenden Monat soll sich die Gesellschafterversammlung mit der Krise der GmbH beschäftigen.
Wie nnz erfuhr, habe es seitens der Intendanz und der Geschäftsleitung keine Gespräche mit Generalmusikdirektor Peter Stangel gegeben. Das Gegenteil sei der Fall: Das Mobbing in der Führungsetage des Theaters gegen Stangel gehe weiter. Letztlich sehe sich der Aufsichtsrat außerstande, die internen Probleme in weiteren Gesprächen zu lösen. Welche Maßnahmen nun ergriffen werden sollen, das solle den Gesellschaftern überlassen werden. Fest steht, die Krise am Theater ist hausgemacht, die Fronten zwischen Stangel, dem Betriebsrat und dem Orchestervorstand auf der einen Seite und Pirklbauer und dem Verwaltungsdirektor auf der anderen Seite sind derart verhärtet, daß personelle Konsequenzen nicht mehr auszuschließen seien.
Die fordern auch die beiden Fördervereine des Theaters bzw. des Loh-Orchesters in einem gemeinsamen Brief, den sie den Mitgliedern des Aufsichtsrates schrieben hatten. Darin erwarten die beiden Vereine, daß die Intendantin bis zum Ende ihres Vertrages sofort beurlaubt werden soll. "Wir sind davon überzeugt, daß es ohne diese Intendantin aufwärts geht und die Zeit ohne intendantische Führung leicht zu überbrücken ist", heißt es abschließend in dem Schreiben, das von Dr. Bartholomäus und Wolfgang Wytrieckus unterzeichnet ist. Gleichzeitig gaben die beiden Fördervereine bekannt, daß sie nicht mehr bereit sind, mit der Intendantin zusammenzuarbeiten (nnz berichtete mehrfach).
Aus Sicht der Vereine stellt sich die gegenwärtige Situation im Theater unter anderem so dar: "Das innere Gefüge der Belegschaft ist im höchsten Maße verunsichert, weil fast alle Entscheidungen ohne erkennbare Vorbereitungen und Zusammenarbeit getroffen aber auch genau so schnell wieder verworfen werden. Gegendarstellungen und helfende Anregungen von Mitarbeitern und Künstlern bleiben mittlerweile aus, weil solche normalen Vorgänge als Einmischung angesehen werden. Das Gefühl der Angst um den eigenen Arbeitsplatz oder Arbeitsvertrag hat sich inzwischen festgesetzt und stört den Spielbetrieb und vor allem die künstlerische Arbeit nachhaltig. ... Die Strukturen im Theater wurden so verändert, daß es nur noch eine Ebene gibt, nämlich die der Intendantin. Künstler, die Kritik üben, werden nicht mehr mit wichtige Rollen betraut. Das führte bereits zum Weggang eines ausgezeichneten Nachwuchsschauspielers."
Sollten auch nur Teile der akribisch aufgelisteten Vorwürfe der Wahrheit entsprechen, dann ist schneller Handlungsbedarf angesagt. Der aber kostet Geld, viel Geld. Monika Pirklbauer hat in Nordhausen und Sondershausen keine künstlerische Zukunft, das machte auch die gestrige Aufsichtsratssitzung deutlich. Aber sie hat einen Vertrag. Und Ablösesummen von einer halben Million Mark, wie sie bereits unverhohlen genannt werden, die kann die Gesellschaft momentan nicht aufbringen. Sie selbst ist mit Ablösenangeboten recht großzügig umgegangen. Generalmusikdirektor Peter Stangel sollte im vergangenen Jahr auch das Haus freiwillig verlassen. Stangels Abgang war der Intendantin immerhin 200.000 Mark wert. Der Aufsichtsrat hingegen hat Peter Stangel den Rücken gestärkt und sich für eine Weiterbeschäftigung des GMD ausgesprochen.
Autor: nnz

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