Bürgerbefragung zur Windkraft über Harztor
Kontroverse Diskussionen müssen sachlich geführt werden
Freitag, 06. Juni 2025, 15:45 Uhr
Zum Für und Wider möglicher Windkraftanlagen im Südharzer Wald wurden in den letzten Tagen viele Argumente ausgetauscht, bis Mittwoch kommender Woche sollen die Einwohner der Gemeinde Harztor ihre Meinung kundtun. Dazu meldet sich nun noch einmal NUV-Chef Niels Neu zu Wort…
Als Unternehmerverband sei man nicht prinzipiell gegen den Ausbau der Windenergie, neue Anlagen sollten aber nach Möglichkeit in der Nähe der Abnehmer und vorhandener Infrastruktur errichtet werden, sagt Neu gegenüber der nnz, größere Entfernungen würden die Kosten eher in die Höhe treiben, was man brauche sei verlässliche und bezahlbare Energie. Die Gemeinde Harztor würden günstigere Standorte zur Verfügung stehen, die nicht im Wald liegen. Der Landkreis Nordhausen plant zum Beispiel, sich an einem Windrad in Nentzelsrode zu beteiligen. Eine solche Option würde auch Harztor offen stehen, sagt Neu.
Die Informationslage zum tatsächlichen finanziellen Gewinn, den man in Harztor aus dem Windkraftprojekt ziehen könnte, sei zu vage und tauge für eine auf Fakten basierten Entscheidungsfindung nicht. Da hilft es nicht, dass man sich im eigenen Amtsblatt zumindest einen Schnitzer erlaubt hat und die gesetzlich vorgegebene Pauschale für Kommunen mit 0,2 Euro pro erzeugter Kilowattstunde angeben hat, statt mit den korrekten 0,2 Cent.
Zweifelhaft sieht Neu auch die vom Investoren versprochenen Gewerbesteuereinnahmen, die die Firma wpd onshore aus Kassel in einer Informationsbroschüre mit bis zu 90 Prozent angibt. Als Investor versuchen sie natürlich ihre Sache im besten Licht darzustellen. Wie sicher Einnahmen aus der Gewerbesteuer sind, kann man am Solarfeld vor Ilfeld sehen, da bekommt die Gemeinde trotz anders lautender Versprechen heute gar nichts. Das muss nun nicht zwingend genauso passieren, aber man muss bedenken dass es bei solchen Großprojekten auf Jahre hinaus immense Abschreibungen gibt, da bleibt auf dem Papier nicht viel übrig.
Eine direkte Beteiligung mit konkreten Vereinbarungen sei für Bürger und Gemeinden die bessere Wahl, über eine Eigeninvestition hätte man mehr Handlungsspielraum und die maximale Ausbeute für den Gemeindehaushalt.
Polemik hilft nicht
Die endgültige Entscheidung liegt beim Gemeinderat, der nach der Befragung der Bürger am 16. Juni tagen soll. Das Votum der Ortsteile ist dabei nicht rechtlich bindend, im Vorfeld hatte man sich im Rat aber bereits dahingehend positioniert, dass man dem Ergebnis folgen wolle. Vollendete Tatsachen würden aber auch mit dem Votum des Gemeinderates noch nicht final geschaffen, sowohl eine Abstimmung auf den regionalen Entwicklungsplan sowie die gesetztlichen Regelungen zu Vorranggebieten und diverse Genehmigungsverfahren stünden in der Zukunft an, sollte man sich für das Vorhaben entscheiden. Falle ein Entscheidung gegen das Projekt, werde man im Südharz eine Weile Ruhe haben, schätzt Niels Neu.
Das sich die Debatte in der Zwischenzeit versachlicht habe, sei ein gutes Zeichen, meint Neu. Alle politischen Vertretungen haben ihre Argumente sortiert, von der CDU über die AfD bis zu den Grünen und in Teilen auch der SPD. An der einen oder anderen Stelle waren da über die letzten Wochen durchaus Lernprozesse zu sehen, was die Einschätzung der Sachlage angeht. Auch bei den Grünen hat man erkannt, das es hier um einen geschlossenen Naturraum geht. Es ist wichtig, dass wir eine sachliche Debatte führen und die Polemik draußen halten. Gegen einen vernünftigen Energiemix sei nichts zu sagen, aber die Rahmenbedingungen sollten passen.
Wer sich selber ein Bild von der Lage vor Ort machen wolle, der könne das kommende Pfingstwochenende für einen kurzen Spaziergang nutzen, meint Neu, vom Hufhaus brauche man eine gute halbe Stunde zu Fuß um das mögliche Baufeld zu erreichen.
Die Befragung der Bürger in den Gemeindeteilen läuft noch bis zum 12.06.. Die Wahlurnen finden sich hier:
Wer sich die Argumente des Planungsbüros noch einmal ansehen möchte, findet einen aktuellen Artikel hier, die jüngsten Äußerungen der Bürgerinitiative Pro Südharz kann man hier nachlesen.
Angelo Glashagel
Autor: redAls Unternehmerverband sei man nicht prinzipiell gegen den Ausbau der Windenergie, neue Anlagen sollten aber nach Möglichkeit in der Nähe der Abnehmer und vorhandener Infrastruktur errichtet werden, sagt Neu gegenüber der nnz, größere Entfernungen würden die Kosten eher in die Höhe treiben, was man brauche sei verlässliche und bezahlbare Energie. Die Gemeinde Harztor würden günstigere Standorte zur Verfügung stehen, die nicht im Wald liegen. Der Landkreis Nordhausen plant zum Beispiel, sich an einem Windrad in Nentzelsrode zu beteiligen. Eine solche Option würde auch Harztor offen stehen, sagt Neu.
Die Informationslage zum tatsächlichen finanziellen Gewinn, den man in Harztor aus dem Windkraftprojekt ziehen könnte, sei zu vage und tauge für eine auf Fakten basierten Entscheidungsfindung nicht. Da hilft es nicht, dass man sich im eigenen Amtsblatt zumindest einen Schnitzer erlaubt hat und die gesetzlich vorgegebene Pauschale für Kommunen mit 0,2 Euro pro erzeugter Kilowattstunde angeben hat, statt mit den korrekten 0,2 Cent.
Zweifelhaft sieht Neu auch die vom Investoren versprochenen Gewerbesteuereinnahmen, die die Firma wpd onshore aus Kassel in einer Informationsbroschüre mit bis zu 90 Prozent angibt. Als Investor versuchen sie natürlich ihre Sache im besten Licht darzustellen. Wie sicher Einnahmen aus der Gewerbesteuer sind, kann man am Solarfeld vor Ilfeld sehen, da bekommt die Gemeinde trotz anders lautender Versprechen heute gar nichts. Das muss nun nicht zwingend genauso passieren, aber man muss bedenken dass es bei solchen Großprojekten auf Jahre hinaus immense Abschreibungen gibt, da bleibt auf dem Papier nicht viel übrig.
Eine direkte Beteiligung mit konkreten Vereinbarungen sei für Bürger und Gemeinden die bessere Wahl, über eine Eigeninvestition hätte man mehr Handlungsspielraum und die maximale Ausbeute für den Gemeindehaushalt.
Polemik hilft nicht
Die endgültige Entscheidung liegt beim Gemeinderat, der nach der Befragung der Bürger am 16. Juni tagen soll. Das Votum der Ortsteile ist dabei nicht rechtlich bindend, im Vorfeld hatte man sich im Rat aber bereits dahingehend positioniert, dass man dem Ergebnis folgen wolle. Vollendete Tatsachen würden aber auch mit dem Votum des Gemeinderates noch nicht final geschaffen, sowohl eine Abstimmung auf den regionalen Entwicklungsplan sowie die gesetztlichen Regelungen zu Vorranggebieten und diverse Genehmigungsverfahren stünden in der Zukunft an, sollte man sich für das Vorhaben entscheiden. Falle ein Entscheidung gegen das Projekt, werde man im Südharz eine Weile Ruhe haben, schätzt Niels Neu.
Das sich die Debatte in der Zwischenzeit versachlicht habe, sei ein gutes Zeichen, meint Neu. Alle politischen Vertretungen haben ihre Argumente sortiert, von der CDU über die AfD bis zu den Grünen und in Teilen auch der SPD. An der einen oder anderen Stelle waren da über die letzten Wochen durchaus Lernprozesse zu sehen, was die Einschätzung der Sachlage angeht. Auch bei den Grünen hat man erkannt, das es hier um einen geschlossenen Naturraum geht. Es ist wichtig, dass wir eine sachliche Debatte führen und die Polemik draußen halten. Gegen einen vernünftigen Energiemix sei nichts zu sagen, aber die Rahmenbedingungen sollten passen.
Wer sich selber ein Bild von der Lage vor Ort machen wolle, der könne das kommende Pfingstwochenende für einen kurzen Spaziergang nutzen, meint Neu, vom Hufhaus brauche man eine gute halbe Stunde zu Fuß um das mögliche Baufeld zu erreichen.
Die Befragung der Bürger in den Gemeindeteilen läuft noch bis zum 12.06.. Die Wahlurnen finden sich hier:
- Ilfeld, Gemeindeverwaltung, Ilgerstraße 23
- Niedersachswerfen, Kirchplatz 2, Bürgertreff
- Harzungen, Dorfstraße 10a, Dorfgemeinschaftshaus
- Neustadt, Stolberger Straße 3, Tourist Information
- Herrmannsacker, Hauptstraße 4, Dorfgemeinschaftshaus
Wer sich die Argumente des Planungsbüros noch einmal ansehen möchte, findet einen aktuellen Artikel hier, die jüngsten Äußerungen der Bürgerinitiative Pro Südharz kann man hier nachlesen.
Angelo Glashagel

