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Einrichtung wehrt sich gegen Mutmaßungen zur Todesursache

Aufregung um Todesfall in Bleicheröder Hospital

Samstag, 18. April 2020, 16:30 Uhr
Große Aufregung herrscht seit gestern im St. Marien-Hospital, nachdem eine Bewohnerin am Donnerstag nach Nordhausen verlegt wurde und dort verstarb. Nun wenden sich die Mitarbeiter der Pflegeeinrichtung an die Öffentlichkeit...


"Es ist uns ein Bedürfnis, die Angehörigen und Personen aus Bleicherode und alle Interessierten über den derzeit bestehenden Sachverhalt unsere Einrichtung betreffend zu informieren", beginnt der Brief, der heute in unserer Redaktion eingegangen ist. Weiter heißt es im Text:

"In den Medien wurde gestern geschrieben, dass eine Bewohnerin einer Pflegeeinrichtung wegen eines Corona-Verdachts ins Südharzklinikum Nordhausen eingewiesen wurde. Hierzu ist zu sagen, dass die Einweisung stattfand, aber aus dem Grund, weil die Bewohnerin akute Schwierigkeiten mit den Blutzuckerwerten hatte und ihr Allgemeinzustand aufgrund dessen stark reduziert war. Etwaige Symptome auf eine Corona-Infektion, wie Husten, Schnupfen, Fieber etc. lagen bei dieser Bewohnerin in keinster Weise vor."

In der Pressemeldung des Landratsamtes, die als Grundlage unseres Artikels diente, war allerdings auch vorsichtig formuliert von "einem begründeten Corona-Verdacht" die Rede. Die Bleicherode Pflegeeinrichtung führt weiter aus:" In welcher Form nach der Einweisung der Bewohnerin im Südharzklinikum Nordhausen eine Behandlung stattfand, entzieht sich unserer Kenntnis. Wir wissen aber, dass diese als Corona-Infizierte dort behandelt wurde und leider auch verstorben ist. Dies hat uns alle sehr getroffen. Wir wissen auch, dass bei der betreffenden Dame eine labordiagnostische Untersuchung auf das Virus erfolgte, das Testergebnis ist uns aber bislang nicht offiziell bekannt gegeben worden.

Wir können Ihnen an dieser Stelle nur mitteilen, dass wir alle Sicherheitsmaßnahmen getroffen haben, um unsere Bewohnerinnen und Bewohner zu schützen und dies seit dem 15.03.2020. So tragen unsere Mitarbeiter Mundschutz und natürlich Handschuhe, wenn sie mit den Bewohnerinnen und Bewohnern in etwaige Weise in Kontakt treten. Etwaige Besuche von Angehörigen, Gästen u. ä. sind seitdem untersagt und dieses Verbot haben wir auch konsequent durchgeführt. Mitarbeiter, die sich krank fühlten oder fühlen oder etwaige Symptome aufweisen, haben sich krank gemeldet und sind demnach mit unseren Bewohnern nicht mehr in Kontakt gewesen. Es sollte uns also ein Rätsel sein, wo und wie die mögliche Übertragung hätte stattfinden können."

Im nächsten Teil des Schreibens appellieren die Bleicheröder Kollegen, die Untersuchungen abzuwarten und haltlose Spekulationen zu unterlassen:

"Unser Haus steht seit Donnerstag, dem 16. April 2020 einfach nur Kopf. Die Bewohnerinnen und Bewohner auf dem betreffenden Wohnbereich müssen in ihren Zimmern den ganzen Tag verbleiben. Es bestehen für diese Personen keine sozialen Kontakte, bis auf den Kontakt zu den Pflegekräften und den Mitarbeitern der Sozialen Betreuung. Stellen Sie sich vor, was das mit unseren Bewohnern macht und wie schwierig es ist für die Mitarbeiter, ihnen immer wieder erklären zu müssen, weshalb es jetzt so ist wie es ist.

Natürlich besteht aufgrund der getroffenen Maßnahmen eine große Unsicherheit im gesamten Haus. Das betrifft sowohl die Mitarbeiter, als auch vor allem die Bewohner.

Es ist ohnehin schon sehr schwer, mit der gesamten Situation umzugehen, da werden die wildesten Spekulationen in Bleicherode und Umgebung geäußert. Bitte unterlassen Sie dies, zumal die Testergebnisse bislang gar nicht feststehen.

Bringen Sie unseren Pflegekräften bzw. dem gesamten Personal so viel Empathie entgegen, dass Sie die Arbeit derer würdigen. Können Sie sich vorstellen, was diese Spekulationen und Ansagen mit der Psyche jedes Einzelnen von uns machen?"

Und schließlich wenden sich die Pflegekräfte direkt an die Angehörigen ihrer Bewohner, denen sie eine direkte und offene Kommunikation zum Thema anbieten. Es heißt im Brief wörtlich:

"Wir haben zu keiner Zeit die Gesundheit Ihrer bei uns wohnenden Angehörigen auf`s Spiel gesetzt, weil jeder Einzelne von uns daran interessiert ist, dass es unseren Bewohnern gut geht. Wenn Sie Fragen haben, dann wenden Sie sich bitte direkt an uns und unterlassen es bitte, sich Geschichten zusammen zu reimen, deren Wahrheitsgehalt sehr fragwürdig sein kann. Hierfür sind wir Ihnen sehr dankbar!"
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Autor: red

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