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Reduzierung auf Tempo 30 in Ilfeld

Mittwoch, 05. März 2014, 10:55 Uhr
Die Mittelstandsvereinigung der CDU im Landkreis Nordhausen hatte eigentlich den entscheidenden Impuls gegeben, dass auf etwas mehr als einem Kilometer nur noch mit Tempo 30 durch Ilfeld gefahren werden kann. Ab heute ist das so...

Eigentlich sei eine Verkehrsstaatssekretärin in Thüringen lieber für die Übergabe eines Förderbescheides zum Baubeginn der Ilfelder Ortsumfahrung im Zuge der B4 verantwortlich, sagte Inge Klaan (CDU) am frühen Vormittag in Ilfeld, aber in diesem Fall seien es die kleinen Schritte, die machbar seien. Erst einmal also die Geschwindigkeit drosseln und damit Lärm und Dreck entlang der engen Passage innerhalb der Ortsdurchfahrt mindern.

Rund 6.000 Fahrzeuge, davon 1.000 Lkw täglich, fahren durch den Südharz-Ort. Und das hinterlässt eben diese Spuren, die an den Gebäuden, zum Beispiel im Bereich der Fleischerei Fessel, rechts und links der Trassen zu beobachten sind.

Auf einer Verkehrskonferenz, zu der die MIT
Ende November nach Ilfeld eingeladen hatte, war die Reduzierung auf Tempo 30 angeregt und der Staatssekretärin mit auf den Weg gegeben worden.

Den behördlichen "Rest" übernahm die Gemeindeverwaltung. Auf Antrag der Gemeinde Harztor hat die Straßenverkehrsbehörde im Landkreis Nordhausen in Abstimmung mit dem Straßenbauamt Nordthüringen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit an Teilen der Ortsdurchfahrt in Ilfeld eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h angeordnet.

Der gefährliche und kurvenreiche Bereich in Oberilfeld mit schmalen Gehwegen und direkt an die Straße grenzenden Gebäuden reicht von der Ortsmitte bis zum Bahnübergang am nördlichen Ortsausgang. Das Straßenbauamt Nordthüringen hat nun die entsprechenden Verkehrszeichen aufgestellt.

„Wir müssen unsere Dörfer und Städte als lebenswerte Orte erhalten. Für eine hohe Qualität des Wohnumfeldes sind gute Verkehrslösungen erforderlich. Deshalb werden wir nach der Fertigstellung des Thüringer Autobahnnetzes in diesem Jahr den Bau von Ortsumgehungen zum Schwerpunkt des Straßenbaus machen. Ziel jeder Verkehrsinfrastruktur ist ein zügiger und hoher Verkehrsfluss. Solange aber keine Umfahrung unsere Orte vom Verkehr entlastet, muss gegebenenfalls auch eine Reduzierung des Verkehrstempos vorgenommen werden. Wir müssen auf die Verkehrssicherheit und damit die Lebensqualität der Anwohner achten“, sagte Inge Klaan.

Hintergrund: Für den neuen Bundesverkehrswegeplan 2015 hat Thüringen 90 Projekte beim Bund angemeldet. Darunter befinden sich 82 Ortsumgehungen an Bundesstraßen. Die dabei angemeldete Umfahrung von Ilfeld hat nach derzeitigem Planungsstand eine Länge von 4,3 Kilometern und würde 72,9 Millionen Euro kosten.

Im Klartext: Eine Ortsumfahrung Ilfeld im Zuge der B4 wird es in absehbarer Zeit nicht geben. Vielleicht aber das eine oder andere 30er Schild? Kleine Schritte also. Ähnliche Vorhaben soll es in Nohra geben. Und dann sei da auch noch die Forderung nach einem Nachtfahrverbot auf der B243. Es gibt also für die zuständigen Verwaltungen viel zu tun.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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