nnz-Betrachtung: Verstimmt
Montag, 16. September 2013, 07:14 Uhr
Nach dem sich der Frust und der Ärger über den Namen "Bürgerhaus" für die Kulturbibliothek vielleicht ein wenig gelegt haben, wollen wir ein wenig die Hintergründe beleuchten, die zu dieser Entscheidung geführt haben...
Ja, es ist eine Fehlentscheidung. Dieser Name ist nicht nur einfach Mumpitz, dieser Name sagt nichts, ist beliebig, ist austauschbar. Er wird der immer wieder vor- und nachgebeteten Bedeutung dieser teuersten kommunalen Investition in Nordhausen aller Zeiten überhaupt nicht gerecht.
Und ja - dieser Name ist das Ergebnis einer zerstrittenen kommunalen Politik in dieser Stadt, die nicht nur dieser jetzige Stadtrat und nicht nur der jetzige Oberbürgermeister zu verantworten haben.
Und noch einmal ja: Es hätte andere Wege der Namensfindung geben können und müssen. Auch die nnz hatte einen davon vorgeschlagen. Doch dazu später mehr.
"Bürgerhaus" - das ist nicht nur bieder, sondern einfallslos. Und es ist klar, dass nun aus alle Ecken und Ende dieses lokalen Gemeinwesens der Aufschrei kommt. Er kommt am Lautesten aus der Ecke, die schon frühzeitig bestimmen wollte, wie die Tiefgarage für die Verwaltung und der Ratssaal für den Stadtrat heißen sollte, denn die Hagelstange-Bibliothek am neuen Ort war nur schließlich nur Vorwand für die Erlangung von möglichst vielen Fördergelder. Aber das nur nebenbei.
Bereits Mitte März wusste die ehemalige Oberbürgermeisterin Barbara Rinke, wie das Gebäude benamt werden wird: "Wenn nun in wenigen Monaten das neue Gebäude – Nicolaiforum oder Forum Nicolai – neues Leben entfalten kann, dort wieder Bibliotheken einziehen...".
Das war kein Vorschlag, das war eher eine Anweisung. In ihrem Umfeld und im gegründeten Förderverein waren längst die Fäden dafür gezogen und eine Liste brachte mehr als 200 Unterschriften zusammen. Es ist keine Anmaßung von mir, wenn ich feststelle: Wäre ich mit dem Vorschlag "KuBiBo" durch Nordhausen gezogen, dann hätte ich mehr als 200 Unterschriften zusammenbekommen. Also soll man nicht so tun, als ob die 200 oder ein paar mehr Unterschriften die Mehrheit der Nordhäuser repräsentieren. Das ist ein halbes Prozent der Einwohnerschaft.
Ob dieses Vorpreschens und dieses Zementieren des Namens im Vorfeld kam nun Frust im Rathaus und im Stadtrat auf. Man wolle sich nicht auf immer und ewig hineinreden lassen. Das ist verständlich. Unverständlich aber ist, warum man nicht des Bürgers Meinung in seiner Gesamtheit abzufragen versuchte? War das wieder Arroganz und hatten die Verwalter und Stadträte Angst, das Volk könne anders wählen als 36 Frauen und Männer, von denen sie vor vier Jahren gewählt wurden?
Die nnz hatte vorgeschlagen, die Bürger dieser Stadt befinden zu lassen, welchen Namen der Klotz tragen soll, der mit ihrem Geld erbaut wurde. Als Coupon in einer Zeitung, die jeden Haushalt erreicht und auf Internetplattformen, die Umfragen anbieten. Und dort hätte man durchaus auch zehn Vorschläge zur Wahl stellen können.
Aber nein - das wollte man alles nicht und aus diesem Starrsinn heraus, den Wähler möglichst von allem was nach Entscheidung riecht, fernzuhalten, wurde das "Bürgerhaus" geboren. Bleibt zu hoffen, dass der Stadtrat jetzt wenigstens die Größe und Bürgernähe besitzt, diese Entscheidung noch einmal zu überdenken.
Peter-Stefan Greiner
Autor: redJa, es ist eine Fehlentscheidung. Dieser Name ist nicht nur einfach Mumpitz, dieser Name sagt nichts, ist beliebig, ist austauschbar. Er wird der immer wieder vor- und nachgebeteten Bedeutung dieser teuersten kommunalen Investition in Nordhausen aller Zeiten überhaupt nicht gerecht.
Und ja - dieser Name ist das Ergebnis einer zerstrittenen kommunalen Politik in dieser Stadt, die nicht nur dieser jetzige Stadtrat und nicht nur der jetzige Oberbürgermeister zu verantworten haben.
Und noch einmal ja: Es hätte andere Wege der Namensfindung geben können und müssen. Auch die nnz hatte einen davon vorgeschlagen. Doch dazu später mehr.
"Bürgerhaus" - das ist nicht nur bieder, sondern einfallslos. Und es ist klar, dass nun aus alle Ecken und Ende dieses lokalen Gemeinwesens der Aufschrei kommt. Er kommt am Lautesten aus der Ecke, die schon frühzeitig bestimmen wollte, wie die Tiefgarage für die Verwaltung und der Ratssaal für den Stadtrat heißen sollte, denn die Hagelstange-Bibliothek am neuen Ort war nur schließlich nur Vorwand für die Erlangung von möglichst vielen Fördergelder. Aber das nur nebenbei.
Bereits Mitte März wusste die ehemalige Oberbürgermeisterin Barbara Rinke, wie das Gebäude benamt werden wird: "Wenn nun in wenigen Monaten das neue Gebäude – Nicolaiforum oder Forum Nicolai – neues Leben entfalten kann, dort wieder Bibliotheken einziehen...".
Das war kein Vorschlag, das war eher eine Anweisung. In ihrem Umfeld und im gegründeten Förderverein waren längst die Fäden dafür gezogen und eine Liste brachte mehr als 200 Unterschriften zusammen. Es ist keine Anmaßung von mir, wenn ich feststelle: Wäre ich mit dem Vorschlag "KuBiBo" durch Nordhausen gezogen, dann hätte ich mehr als 200 Unterschriften zusammenbekommen. Also soll man nicht so tun, als ob die 200 oder ein paar mehr Unterschriften die Mehrheit der Nordhäuser repräsentieren. Das ist ein halbes Prozent der Einwohnerschaft.
Ob dieses Vorpreschens und dieses Zementieren des Namens im Vorfeld kam nun Frust im Rathaus und im Stadtrat auf. Man wolle sich nicht auf immer und ewig hineinreden lassen. Das ist verständlich. Unverständlich aber ist, warum man nicht des Bürgers Meinung in seiner Gesamtheit abzufragen versuchte? War das wieder Arroganz und hatten die Verwalter und Stadträte Angst, das Volk könne anders wählen als 36 Frauen und Männer, von denen sie vor vier Jahren gewählt wurden?
Die nnz hatte vorgeschlagen, die Bürger dieser Stadt befinden zu lassen, welchen Namen der Klotz tragen soll, der mit ihrem Geld erbaut wurde. Als Coupon in einer Zeitung, die jeden Haushalt erreicht und auf Internetplattformen, die Umfragen anbieten. Und dort hätte man durchaus auch zehn Vorschläge zur Wahl stellen können.
Aber nein - das wollte man alles nicht und aus diesem Starrsinn heraus, den Wähler möglichst von allem was nach Entscheidung riecht, fernzuhalten, wurde das "Bürgerhaus" geboren. Bleibt zu hoffen, dass der Stadtrat jetzt wenigstens die Größe und Bürgernähe besitzt, diese Entscheidung noch einmal zu überdenken.
Peter-Stefan Greiner
