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nnz-Betrachtung: Wer soll entscheiden?

Montag, 17. Juni 2013, 06:53 Uhr
Irgendwann einmal wird auch der Bau der Kulturbibliothek in Nordhausen fertig werden. Dann werden mehr als 15 Millionen Euro in dem Projekt stecken. Was jetzt noch zu tun ist? Es muss ein Name für das "Teil" gefunden werden...


Das wird, so hört es sich bislang aus dem Stadtrat und der Verwaltung an, dem Stadtrat vorbehalten sein, einen Namen zu finden. Zur Erinnerung: Als dieser Stadtrat im Jahr 2009 gewählt wurde, hatte er ein Durchschnittsalter von 55 Jahren. Nun, vier Jahre später - na ja, Sie können selbst rechnen.

Die Herrschaften, die teilweise die 70 überschritten haben, sollen über einen Namen entscheiden, mit dem Generationen nach ihnen noch zurechtkommen müssen. Aus dem Ausschuss ist zu hören, dass man dazu von den Wählern legitimiert sei, bei Stimmabgabe.

Das mag auch so sein, doch geht es diesmal nicht um den Haushalt, den jeder Stadtrat bis auf den letzten Cent versteht, sondern es geht um einen simplen Namen. Und es geht mir darum, dass vor allem diejenigen darüber befinden sollten, die diesen Bau noch länger nutzen als der Durchschnitts-Stadrat. Man mag mir diese Bemerkung verzeihen, aber sie hat biologische Gründe.

Einen Vorschlag hätte ich zu unterbreiten: Der zuständige Ausschuss schlägt drei oder vier Namen aus den vielen Einsendungen vor. Diese Namen werden in die Umfragemodule einer Tageszeitung, der Homepage der Stadtverwaltung und der nnz eingegeben. Und dann kann abgestimmt werden. Hunderte, wenn nicht sogar Tausende können wählen und nicht 36 Damen und Herren mit einem Durchschnittsalter von knapp 60 Jahren.

Es können online diejenigen wählen, für die dieser Bau gedacht ist, für die Jugend, für unsere nachfolgenden Generationen. Ob ein Stadtrat mit einem Durchschnittsalter von knapp 60 Jahren den Nerv vieler in seiner Entscheidung trifft, bleibt dahingestellt.

Hoffentlich ist das alles - Ausschuss und Stadtrat - nicht eine vorgespielte Farce und am Ende wird die Kulturbibliothek den Namen tragen, den einige Damen und Herren, die einst regierten und die sich in einem fördernden Verein zusammengetan haben, doch als Schriftzug vorgeschlagen haben. Das Hineinregieren einstiger Monarchen in die aktuelle Rathauspolitik ist längst kein Geheimnis, einmal jedoch sollte auch der Souverän die Möglichkeit einer Entscheidung haben. Einfach mal so - zwischen den "normalen" Wahlen.

Man wird sehen, ob die, die einst gewählt wurden, dazu die notwendige Größe besitzen. Ich vermute: nicht, oder...
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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