Was geht da ab?
Montag, 30. Januar 2012, 09:28 Uhr
Zu den Weihnachtsfeiertagen hatte die nnz über "Vorkommnisse" in einem Jugendklub im Landkreis Nordhausen berichtet. Am Wochenende wurde kontrolliert - mit verheerendem Ergebnis...
Bereits gestern rief eine aufgeregte Mutter aus Ilfeld in der nnz-Redaktion an. Ihr Sohn ist ab und an mal Gast im Jugendklub in Niedersachswerfen. Was sie in der Nacht zum Samstag jedoch dort erleben musste, das sprengte die Vorstellungskraft der Frau. Sie wurde von der Polizei angerufen, die den Jugendklub auf Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz kontrollierte. Offiziell hält sich die Polizei sehr bedeckt, bestätigt aber, dass in der Nacht vom Freitag zum Samstag fast 200 Personen kontrolliert wurden.
Leser in Niedersachswerfen berichten, dass die Polizei fast vier Stunden vor Ort gewesen sei. Dabei sollen allein fast 70 Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz (Ausschank von Alkohol, Aufenthalterlaubnisse), gegen das Nichtrauchergesetz festgestellt worden sein. Über 50 Kinder und Jugendliche mussten durch ihre Eltern abgeholt werden, zehn wurden durch Beamte der Polizei nach Hause gebracht. Mehrere Strafanzeigen wurden gestellt, eine Person wurde festgenommen, da gegen sie ein Haftbefehl vorlag. Anzeigen sollen auch wegen des Verstoß gegen die Gewerbeordnung erstellt worden sein, Schwarzarbeit sei festgestellt worden.
Betrieben wird der Jugendklub in Niedersachswerfen von einem Verein, der wiederum Mitglied im Kreisjugendring Nordhausen ist. Vereinsvorsitzende ist Katja Wendeschuh. Ihr Kommentar: "Ich sage dazu nichts, da müssen sie mit der Geschäftsführer sprechen."
Das ist Henry Schmelzer. Eigenen Angaben zufolge arbeitet er rund 30 Jahre mit Jugendlichen zusammen, immer ehrenamtlich. Doch das, was er an dieser Nacht erlebt hatte, das habe alles bisherige überstiegen. "Es ist eine Schande, wie mit den Jugendlichen seitens der Polizei umgegangen wurde. 30 bis 40 Personen, die nach sich aufgrund ihres Alters ab 24 Uhr nicht mehr im Klub haben aufhalten dürfen, standen vor dem Gebäude. Die wurden durch die Polizei wieder hineingedrängt und dann kontrolliert. Wir überprüfen immer, wer wie alt ist und ob die jüngeren Besucher auch einen Muttizettel bei sich haben", so Schmelzer. Die Polizei habe die Jugendlichen vier Stunden in dem Gebäude festgehalten.
Und überhaupt würde die Arbeit mit den Jugendlichen im Landkreis Nordhausen nur wenig unterstützt. Außerhalb von Nordhausen sei die Einrichtung in Niedersachswerfen die einzige, die noch ihre Arbeit mache und von den jungen Menschen angenommen werde. Man habe Besucher selbst aus Ellrich und vielen anderen Gemeinden, sagt Henry Schmelzer abschließend.
Die Polizei, so war heute zu hören, respektiere die Arbeit in den Jugendklubs im Landkreis Nordhausen. Sie werde jedoch weiterhin kontrollieren, ob bestehende Gesetze auch eingehalten werden.
Autor: nnzBereits gestern rief eine aufgeregte Mutter aus Ilfeld in der nnz-Redaktion an. Ihr Sohn ist ab und an mal Gast im Jugendklub in Niedersachswerfen. Was sie in der Nacht zum Samstag jedoch dort erleben musste, das sprengte die Vorstellungskraft der Frau. Sie wurde von der Polizei angerufen, die den Jugendklub auf Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz kontrollierte. Offiziell hält sich die Polizei sehr bedeckt, bestätigt aber, dass in der Nacht vom Freitag zum Samstag fast 200 Personen kontrolliert wurden.
Leser in Niedersachswerfen berichten, dass die Polizei fast vier Stunden vor Ort gewesen sei. Dabei sollen allein fast 70 Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz (Ausschank von Alkohol, Aufenthalterlaubnisse), gegen das Nichtrauchergesetz festgestellt worden sein. Über 50 Kinder und Jugendliche mussten durch ihre Eltern abgeholt werden, zehn wurden durch Beamte der Polizei nach Hause gebracht. Mehrere Strafanzeigen wurden gestellt, eine Person wurde festgenommen, da gegen sie ein Haftbefehl vorlag. Anzeigen sollen auch wegen des Verstoß gegen die Gewerbeordnung erstellt worden sein, Schwarzarbeit sei festgestellt worden.
Betrieben wird der Jugendklub in Niedersachswerfen von einem Verein, der wiederum Mitglied im Kreisjugendring Nordhausen ist. Vereinsvorsitzende ist Katja Wendeschuh. Ihr Kommentar: "Ich sage dazu nichts, da müssen sie mit der Geschäftsführer sprechen."
Das ist Henry Schmelzer. Eigenen Angaben zufolge arbeitet er rund 30 Jahre mit Jugendlichen zusammen, immer ehrenamtlich. Doch das, was er an dieser Nacht erlebt hatte, das habe alles bisherige überstiegen. "Es ist eine Schande, wie mit den Jugendlichen seitens der Polizei umgegangen wurde. 30 bis 40 Personen, die nach sich aufgrund ihres Alters ab 24 Uhr nicht mehr im Klub haben aufhalten dürfen, standen vor dem Gebäude. Die wurden durch die Polizei wieder hineingedrängt und dann kontrolliert. Wir überprüfen immer, wer wie alt ist und ob die jüngeren Besucher auch einen Muttizettel bei sich haben", so Schmelzer. Die Polizei habe die Jugendlichen vier Stunden in dem Gebäude festgehalten.
Und überhaupt würde die Arbeit mit den Jugendlichen im Landkreis Nordhausen nur wenig unterstützt. Außerhalb von Nordhausen sei die Einrichtung in Niedersachswerfen die einzige, die noch ihre Arbeit mache und von den jungen Menschen angenommen werde. Man habe Besucher selbst aus Ellrich und vielen anderen Gemeinden, sagt Henry Schmelzer abschließend.
Die Polizei, so war heute zu hören, respektiere die Arbeit in den Jugendklubs im Landkreis Nordhausen. Sie werde jedoch weiterhin kontrollieren, ob bestehende Gesetze auch eingehalten werden.
