eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige Refinery (c1)
Mi, 10:27 Uhr
10.08.2011

Das Ende der Kommunen

Schon jetzt klagen die Kommunen im Landkreis Nordhausen über eine angespannte Haushaltslage. Doch das ist erst ein Vorspiel dessen, was in den kommenden Jahren "abgehen" wird. Der nnz liegen erstmals Zahlen für den Landkreis Nordhausen vor...


Wer jetzt schon prognostizieren kann, wie sich in den kommenden Jahren die wichtigste steuerliche Einnahmequelle der Kommunen, die Gewerbesteuer, weiter entwickeln wird, der sollte Lotto spielen und vielleicht den aktuellen Jackpot knacken. In der Thüringer Landesregierung hingegen schaut man gewissermaßen auch in die Glaskugel - allerdings mit dem Ergebnis, dass es im kommenden Jahr weniger Geld - im Verwaltungsdeutsch: Schlüsselzuweisungen - geben wird. Und aus dem Glaskugelgeschäft leitet die schwarz-rote Regierung konkrete Zahlen ab.

Die Folgen für die 28 Kommunen des Landkreises, die Schlüsselzuweisungen erhalten, sind übersichtlich, weil einheitlich: Sie gefährden den Bestand jeglichen Handelns in den Städten und Dörfern, sie "bedeuten das Aus für die meisten Kommunen und natürlich auch für den Landkreis Nordhausen", so die Einschätzung des Kreisvorsitzenden des Gemeinde- und Städtebundes, Matthias Ehrhold gegenüber der nnz.

Einige Beispiele: Bleicherode bekam in diesem Jahr 2,1 Millionen Euro vom Land Thüringen, muss im kommenden Jahr mit 500.000 Euro weniger auskommen. Das ist ein Viertel weniger. Bei Ellrich wird um 450.000 Euro gekürzt, ähnlich erwischt es die neue Landgemeinde Heringen/Helme. Hier konnte Bürgermeister Maik Schröter (CDU) in diesem Jahr noch 2,1 Millionen Euro auf der Einnahmeseite registrieren, im kommenden Jahr sind es gesetzte 480.000 Euro weniger.

Nun wird mit dem Blick auf diese Zahlen sichtbar, dass fast alle Kommunen einen Einwohnerrückgang zu verzeichnen haben, was sich auf die Höhe der Schlüsselzuweisung auswirkt. Doch die Betonung liegt in diesem Fall auf fast. Denn bei Nordhausen stehen in punkto Einwohnerzahlen die Lichter auf Grün. Wie die nnz bereits berichtete, gab es Ende 2010 mehr Einwohner als ein Jahr zuvor. Trotzdem wird die Stadtkasse im kommenden Jahr mit rund 4,3 Millionen Euro weniger auskommen müssen.

Für alle Kommunen im Landkreis Nordhausen zusammengenommen bleibt ein Minus von 7,5 Millionen Euro unter dem Strich. Hinzu kommt die zurückgehende Schlüsselzuweisung für den Landkreis als Gesamtheit. Da hat die nnz ein Minus von rund 3,7 Millionen Euro ausgemacht.
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare
Dora75
10.08.2011, 11:35 Uhr
Das Ende der Kommunen
Ich bin nun 78 Jahre und mir fehlen die Worte über diese Landesregierung. Sie sollen mal nach England schauen. Na ja einer muss ja die Schulden in Griechenland Bezahlen.
Wolfi65
10.08.2011, 12:00 Uhr
Wohin?
Wohin ist denn das ganze Geld des deutschen Steuerzahlers hingebracht worden? Für was ist es denn ausgegeben worden, dass man jetzt noch einen draufsetzt und zum allgemeinen Totsparen aufruft.

Man steuert die MS Deutschland mit äußerster Fahrt auf einen Eisberg zu. Die Pagagiere sind in den Schlaf gelullt worden und der Erste Offizier und der Kapitän träumen immer noch auf der Brücke von einem vereinten Europa. Bis zum Untergang!
bseplus
10.08.2011, 16:03 Uhr
"Alles wird besser ..."
... aber nichts wird gut.

Das sang Tamara Danz von Silly schon vor über 20 Jahren. Damals noch mit einem Hintergrund, aber der Sinn passt heute noch. Man könnte jetzt trefflich philosophieren über die Rolle der Medien etc.

Aber einem Land wie Griechenland ein komplettes Jahr Bruttosozialprodukt als Hilfe versprechen und im eigenen Land die demokratisch gewählten Vertreter auf finanziellem Weg handlungsunfähig zu machen, geht m.E. nach gar nicht.
Retupmoc
10.08.2011, 16:21 Uhr
Wandzeitung
Doch das geht, wenn man die Welt aus dem Blickwinkel einer FDJ - Wandzeitungsredakteurin sieht. Honecker hat das völlig richtig gemacht und Angie noch in die BRD eingeschleust. Und seine Frau Margot lacht sich in Chile über diesen Dilletantenstadl kaputt...
Nörgler
10.08.2011, 16:37 Uhr
an den Wandzeitungsredakteur
mensch rwe 0815, immmer die gleiche leier, hätteste auch in der schule aufgepasst, könntest du vielleicht auch regieren. und jetzt wieder ab an die Wandzeitung
Retupmoc
10.08.2011, 16:58 Uhr
Nörgeln?
Wieso? Hier geht Europa vor die Katze und unsere Regierung hat einen der größten Anteile dran. Da kann man schon mal nachfragen, warum das so ist. Frau M. mag eine gute Wissenschaftlerin sein, aber von Politik hat sie keinen blassen Schimmer. Kannst ja nachher die Tagesschau anstellen, da kommt wieder eine Hiobsbotschaft nach der anderen...

... und ja ich habe vor 1989 bessere Wandzeitungen gemacht!
Peppone
10.08.2011, 22:14 Uhr
Na, na,
dass Ende der Kommunen wirds nicht werden. Da haben die hiesigen Kommunen schon ganz andere Sachen überstanden. Wen es als Kommune nach dem Dreißigjährigen Krieg, nach einer Latte voll weiteren Kriegen, Revolutionen, Weltwirtschaftskrisen und zwei fürchterlichen Weltkriegen noch gab, der wird bestimmt auch die nächsten Jahre überstehen.

Da sollte man sich auch nicht von ein paar angeblich besseren Wandzeitungsredakteuren kirre machen lassen. Die sind zwar stellenweise unterhaltsam, haben zum wirklichen regionalen Thema aber nicht viel beizutragen. Die wollen nur spielen.

Das die Schlüsselzuweisungen weniger werden, hat jeder derzeitig und in der kürzeren Vergangenheit aktive Kommunalpolitiker gewußt! Es war von vorn herein vollkommen klar, dass diese Eingemeindungshypertonitis und dieses Ober-, Mittel-, Unter-, Siehste- und Hastenichtzentrum subventionieren spätestens dann aufhört, wenn es Abstrus wird und alle "eingefangen" sind.

Und die Eingemeindung von z. B. Stempeda nach Nordhausen ist nun mal Abstrus, ob die verhinderten Großstädter das nun wahr haben wollen oder nicht. Mittelzentrum mit Oberzentrum-Aufgaben sind wir hier auch nicht. Wir sind nach zwanzig Jahren leider wieder in der tiefsten deutschen Provinz angekommen.

Krise hin und Krise her, diese verantwortliche Kommunalpolitik der nordthüringer Region hat es zwanzig Jahre lang schlicht und einfach versäumt, Rahmenbedingungen für BIP schaffendes Gewerbe und Industrie zu schaffen. Die Baulücke in Nordhausen war ja viel wichtiger als die brauchbare Industriefläche.

Deshalb gibt es auch kaum Gewerbesteuereinnahmen in dieser ach so schön "verwalteten" Region! Von einem Zentrum des Maschinen- und Motorenbaues, wurde die Region zum Verwaltungs- und Einkaufszentrum "rückentwickelt".

Hochmoderne Motoren und Maschinen werden heute in Mittelthüringen gebaut. Die dortige Kommunalpolitik hat sich, trotz schlechterer Voraussetzungen, gekümmert. Wir haben hier als Ersatz dafür die angeblich besten und meisten "Verwalter"! Gewerbesteuer und Arbeitsplätze für unsere Kommunen wären mir persönlich jedoch lieber!
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)