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So, 09:15 Uhr
08.08.2010

Und viele, viele kamen

Ab 18.30 Uhr herrschte am Freitag ein reges Kommen im Kunsthaus Meyenburg. Menschen verschiedenen Alters zog es zur Kunstschau eines Zeichners und Malers, der zu den bedeutendsten deutschen Künstlern des 19. Jahrhunderts in Deutschlands zählt und auch in anderen Ländern Wertschätzung erfährt. Eine Betrachtung von Heidelore Kneffel, der Kustodin der Exposition...

Besucher der Vernissage (Foto: Kneffel) Besucher der Vernissage (Foto: Kneffel)

Um es gleich vorweg zu nehmen: Adolph Menzel war nie in Nordhausen! Da dieser Stadtname im Titel der Ausstellung erscheint, glaubt mancher, das hinge mit einem Aufenthalt des Künstlers zusammen. Nein! Der Grund dafür liegt in zwei Begebenheiten. Erstens, im Stadtarchiv in Nordhausen gibt es einen Antwortbrief Menzels vom November 1904 an den Archivar der Stadt, zweitens besaß der in der Stadt ansässige Kunstverein seit 1910 eine drucktechnisch hervorragende Kunstmappe, die 25 farbige Reproduktionen des sogenannten „Kinderalbum“ von Menzel enthält. Diese vom Kunstverlag Seemann in Leipzig gedruckte Mappe ist seit einigen Jahren Bestandteil der Kunstsammlung der Stadt Nordhausen. Da dieses prächtige Druckwerk vor hundert Jahren erschienen ist, sollte es innerhalb einer Kunstausstellung über Adolph Menzel im Kunsthaus gezeigt werden, was nun in den unteren Räumen geschieht.

Bei der Konzeption der Ausstellung lag es nahe, Bilder hinzuzunehmen, die des Künstlers Beziehungen zum Harz und zu Thüringen deutlich machen. Er hielt sich in Braunschweig, Goslar, Halberstadt und Bad Harzburg auf, er war auf dem Brocken, dem Hexentanzplatz, in Rübeland, auf der Burg Falkenstein u.a.m. Das belegen Zeichnungen und Aquarelle aus seinen Skizzenbüchern, die das Kupferstichkabinett in Berlin besitzt. Daraus wurde eine Auswahl für Nordhausen getroffen, die als Faksimiledrucke in der oberen Etage im „Harzraum“ der Ausstellung gezeigt werden.

In Thüringen war der Künstler zu wiederholtem Male in Weimar. Dort lebten zwei seiner langjährigen Freunde, Karl Eitner und Adolf Schöll. Mit ihnen verband ihn besonders die Literatur, denn beide hatten auf diesem Gebiet herausragende Kenntnisse, und auch Menzel galt als sehr belesen. Deshalb stellt der „Thüringenraum“ der Kunstausstellung Bilder aus, die darauf Bezug haben.

Die in der oberen Etage ausgestellten Druckgrafiken und Porträtzeichnungen stammen gleichfalls aus der Menzelsammlung des Kupferstichkabinettes in Berlin, eine der Lithografien aus dem Goethe- und Schiller-Archiv Weimar. Alle Bilder wurden als Faksimiledrucke zur Verfugung gestellt.

Eine Besonderheit dieser Ausstellung besteht darin, dass acht Künstlerinnen und Künstler aus der Region in zwei Räumen gemalte, gezeichnete, gedruckte und geformte Kunstwerke ausstellen, die neu sind und eine Ehrerbietung an Menzel darstellen. Es sind Karin Kisker, Ute Zyrus, Heinz Scharr, Lothar Rechtacek, Gerd Mackensen, Peter Genßler, Klaus-Dieter Kerwitz und Jürgen Rennebach.

Damit man auch allein durch die Ausstellung gehen kann, gibt es in jedem Raum Erläuterungen zu den ausgestellten Werken. Natürlich werden auch Führungen angeboten, die nächste findet am 14. August um 15.00 Uhr statt. Also, auch wenn Menzel nicht selbst in Nordhausen war, so ist er es jetzt mit einer Auswahl seiner Werke.
Heidelore Kneffel
Autor: nnz

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