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Do, 11:43 Uhr
04.02.2010

nnz-Betrachtung: Misstrauen statt Vertrauen

Gestern ist im Nordhäuser Stadtrat erneut über die Hauptsatzung in all ihren Variationen gestritten worden. Das ist auch gut so, nur ein Ende der Kämpfe ist nicht in Sicht...


Wie immer in der großen und in der kleinen Politik ist ein Kompromiss das Ende aller Streitigkeiten. Wer die Vorgänge um Hauptsatzung und Geschäftsordnung in den vergangenen Monaten verfolgt hat, dem ist klar, dass die vier Fraktionen von CDU, FDP, LINKE und Bündnis 90/Grüne sehr weit gegangen sind und eine enorme Leidensfähigkeit an den Tag gelegt hatten. Von den vielen Forderungen, die einst aufgemacht wurden, sind die Neuordnung der Sitzungsleitung und die Bescheidung der Zuwendungen für soziale Zwecke (siehe nnz von gestern) übrig geblieben.

Das jedoch scheint der SPD-Fraktion als "politische Vertretung" eines Teil der Verwaltungsspitze nicht genug. Aus deren Sicht darf es augenscheinlich keinen Kompromiss geben. Es zählt für Andreas Wieninger und die anderen Fraktionäre nur das Erreichen des Urzustandes. Also der Zustand, den es seit 1994 gibt. Punkt aus. Keine Änderungen.

So stellt es sich für den objektiven Betrachter dar. Es wird kein Millimeter preisgegeben, kein Kompromiss angedeutet. Statt dessen werden die neuen Kanoniere bereits in Stellung gebracht. Die Juristen werden erneut das Sagen haben. Rechtssicherheit, Rechtskonformität - das sind die Waffen, die gezückt werden.

Das schafft kein Vertrauen, das schafft keine Basis für eine künftige gedeihliche Zusammenarbeit im Stadtrat. Das schafft eine Atmosphäre des Mißtrauens, des Belauerns. Die wird so lange andauern, bis sich irgendwann alles von selbst klärt. Im Jahr 2012 zum Beispiel, wenn die Amtszeit von Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) zu Ende geht. Zuvor allerdings, das sollte den Sozialdemokraten klar sein, muss noch ein Bürgermeister gewählt werden. Mit der einfachen Mehrheit.

In dieser Atmosphäre, mit diesen aktuellen Mehrheiten wird im Stadtrat wohl jeder Kandidat gewählt, der drei Voraussetzungen mit sich bringt: Er darf kein SPD-Mitglied sein, er darf der SPD nicht einmal nahe stehen und er darf nicht Matthias Jendricke heißen. Auch das muss klar sein: Das alles wird die Nordhäuser Welt in ihrem Drall nicht aus dem Ruder werfen, doch es vergiftet die Arbeit.

Es vergiften bereits die Rauchzeichen, die während der gestrigen Sitzung im Stadtrat durch Äußerungen von Andreas Wieninger und später durch Matthias Jendricke zu vernehmen waren. Trotz eines kleinen Abstimmungssieges für die Vierer-Allianz geht die Schlacht in diesem Gremium wohl erst recht weiter. Und kaum jemand versteht es.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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Kommentare
denk-mal
04.02.2010, 12:25 Uhr
messerscharf beobachtet
eine schlussfolgerung fehlt bei der sehr präzisen betrachtung vom herrn greiner. sie werden mir gestatten, dass ich die noch fehlende schlussfolgerung hinzufüge.

dieses geduldige kleeblatt (linke, cdu, grüne bündnis 9o, fdp) wird selbst bei schlimmsten ermüdungserscheinungen ihrer ausdauer, betreffend der ständigen neugestaltung der hauptsatzung, immer wieder so brüskiert von der "machtbesessenen" spd, dass sie, ob sie wollen oder nicht, stets erneut die kraft entwickeln gemeinsam für die demokratie und die rechte der stadträte zu streiten.
Roland82
04.02.2010, 18:55 Uhr
Rinke und eine Zeitung
Es ist schon erstaunlich, wie gut Herr Greiner die schwierige Sachlage für Leute, die nicht so gut informiert sind, analysiert hat. Bisher hat man ja oft der Partei "Die Linke" vorgeworfen, in alte DDR-Zeiten" zurückzufallen.

Hier in Nordhausen scheinen die Uhren wohl etwas anders zu ticken. Hier ist es die SPD, die nicht wahrhaben will, dass die Zeiten der alleinbestimmenden "Einheitspartei" vorbei sind.

Es ist ja inzwischen unerträglich geworden, wie die SPD versucht, die Demokratie auszuhebeln. Wer aber ist der eigentliche "Scharfmacher"? Ist es Herr Wieninger oder ist der nur die Marionette von Herrn Jendricke??

Und was ist mit der SPD-Fraktion? Warum macht dort niemand dem undemokratischen Treiben ein Ende??
Dort sitzen doch auch ganz vernünftige Leute, wie z.B. Herr Schwarz, Frau Rathenau oder Dr. Schönfelder. Sind sie mit diesem politischen Stil einverstanden oder haben sie nicht den Mut , sich dagegen aufzulehnen?

Und welche Rolle spielt eigentlich Frau Rinke??
Gefällt ihr das alles? Ist sie etwa die "Scharfmacherin"? Oder kann sie sich gegen Jendricke und Wieninger nicht durchsetzen?? Sie rühmt sich doch immer mit ihrer Rolle vor und während der Wende. Merkt sie nicht, dass sie sich seit Monaten ähnlich verhält wie die ehemaligen Herscher in der DDR?!

Und dann wäre da noch unsere so "unabhängige" Tageszeitung!! Warum analysieren die Zeitung und die nnz unterschiedlich?? Liegt es an der Kompetenz oder gar am Willen??

Die total einseitige Berichterstattung der letzten Monate, besonders nach dem letzten Hauptausschuss, lassen vermuten, dass es mit der "Unabhängigkeit" vielleicht nicht ganz ernst gemeint ist. Gibt es da etwa eine unsichtbare Allianz "Rinke und althergebrachter Tageszeitung?
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