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Di, 07:26 Uhr
12.11.2002

nnz-Rückspiegel: 12. November 2001

Nordhausen (nnz). Sie wollen wissen, was sich im Landkreis Nordhausen vor exakt einem Jahr ereignet hat? Kein Problem! Die nnz hat für Sie im Archiv geblättert. Heute:
neueebenen, Großalarm und Jugend forscht?


„neueebenen“ mit Aktionstag an FHN
Der engagierte Verein neueebenen lädt heute zu einem Aktionstag an die Fachhochschule Nordhausen (FHN) ein. Mit Referenten aus dem gesamten Bundesgebiet und der Einladung von Verfolgten des NS-Regimes hat der Verein ein Programm aufgestellt, dass es Studierenden und Schülerinnen und Schüler der Region erlaubt, sich mit dem Themenkomplex Rechtsextremismus auseinander zu setzen. Als Abschluß des Tages wird um 19.30 Uhr im Kultursaal auf dem Campus der FH Nordhausen von der Wissenschaftsministerin des Freistaates Thüringen, Frau Prof. Dr. Dagmar Schipanski, die Ausstellung „K.L. Buchenwald, Post Weimar“ eröffnet.

Der Verein neueebenen kehrt mit diesem Aktionstag zu seinen Wurzeln zurück. Er ist insbesondere von Studierenden der FH Nordhausen aufgebaut worden. Initialzündung war eine Gegendemonstration zu einer NPD-Veranstaltung in Nordhausen im Dezember 2000. Das gemeinsame Bestreben, nicht nur gegen Rechts zu demonstrieren, sondern für Toleranz und Demokratie zu streiten, trieb die Studierenden an. Schnell erhielten sie breiten Zuspruch von Persönlichkeiten aus der Region, aus Thüringen und ganz Deutschland...ausführlich im nnz-Archiv


Ein Minister reist durch Nordthüringen
Bleicherode/Neustadt (nnz). Thüringens Landwirtschaftsminister Volker Sklenar ist heute auf Tour durch den Landkreis Nordhausen. Dabei macht er Station in Bleicherode und Neustadt. Im staatlichen Forstamt Bleicherode übergab Sklenar Anerkennungsurkunden für die Waldgenossenschaften Wernigerode und Buhla, die auch in den Regionen des Landkreises Nordhausen tätig sind. Der Freistaat Thüringen hat sich landes- und forstpolitisch dazu bekannt, die traditionell existierenden Gemeinschaftsforsten von altrechtlichen Gemeinschaften der Eigentumsart „Privatwald“ in ihrem Bestand zu erhalten. Entsprechende Gesetze wurden dazu in den zurückliegenden Jahren erlassen. Mit diesen Regelungen sollen die Einschnitte in die bis 1990 bestehenden Eigentumsrechte behoben werden...ausführlich im nnz-Archiv


Jugend forscht – nur nicht im Landkreis
In diesem Jahr wurde von der Fachhochschule Nordhausen und dem Landratsamt ein Jugendforschungspreis ausgeschrieben. Zur Resonanz eine nnz-Betrachtung. Jugend forscht! Der Bundeswettbewerb hat eine lange Tradition, Preisträger der 60er und 70er Jahre forschen mittlerweile in renommierten Instituten oder haben im Management führender Konzerne einen Platz gefunden. Mit diesen Visionen gingen die Macher des kreislichen Jugendforschungspreises nicht ans Werk. Der Preis sollte vielmehr eine Herausforderung sein. Ideen sollten gesponnen, vielleicht auch umgesetzt werden. Kenner der Szene werden sich noch an die „Zahnspange mit Geschmack“ erinnern, mit denen sich Schüler des Herdergymnasiums beim Innovationspreis beworben hatten.

Mit dem Jugendforschungspreis sollte der Nachwuchs zu forscherischer Arbeit angeleitet und animiert werden. Im Juli dieses Jahres gingen die Schreiben über das Landratsamt an die Schulen des Landkreises raus. Die Lehrer sollten mit einbezogen, Gruppen sollten sich finden, Projekte ausgekundschaftet werden. Die erste Abgabefrist war auf Oktober datiert, sie wurde verlängert. Der Grund: Null Resonanz. Am Freitag war die Verlängerungsfrist abgelaufen. Die Resonanz bliebt: Null! Einigermaßen frustriert waren die beiden Auslober des Preises schon, sie einigten sich aber auch auf eine Fortsetzung. Langfristig soll nun ein neuer Anlauf genommen werden. Auch der Bewerbungszeitraum soll nicht nur drei Monate betragen.

Ob die Resonanz aus den Schulen des Landkreises und der Stadt dann aber steil nach oben gehen wird, das kann bereits heute bezweifelt werden. Die Schulen als Hort künftiger Forscher? Bei der Beantwortung dieser Frage bleibt der Mund offen. Ein Blick in die Schulen (nicht nur die unseres Landkreises), ein Blick auf Stundenpläne und Ausfallstunden sagt da schon manches. Das Engagement der Lehrer bleibt deutlich auf sechs oder sieben Unterrichtsstunden beschränkt, wer arbeitet auch gern am Nachmittag und dann noch mit jungen Menschen? Wer Wissen vermittelt, der muß nicht unbedingt dafür begeistern. Wie anders sollen junge Forscher aber erkannt oder individuell aufgebaut werden? Dienst nach Vorschrift werde bei uns gemacht, sagte unlängst ein Schüler aus dem Gymnasium mit der Zahnspange.

Das Problem mit der „Forschung“ ist hausgemacht, schulhausgemacht. Doch nicht nur da. Selbst bei den Jugendlichen, die nicht unbedingt forschen, sondern einfach nur eine Lehre beginnen wollen, gibt es da so einige Hürden, die mitunter nicht überwunden werden: Das Einmaleins, die Prozentrechnung, Rechtschreibung, Geometrie.... Diese Hürden, die viele Ausbildungsbetriebe fast verzweifeln lassen, sind das Ergebnis eine Konglomerats aus „verbeamteten“ Pädagogen und einer Schulpolitik, die fernab der Realität in irgendwelchen ministeriellen Amtsstuben zusammengeflickt wird.

Und so werden auch im kommenden die jungen Forscher aus dem Landkreis Nordhausen Mangelware sein. Man könnte sie organisieren wie zu DDR-Zeiten, als die in jedem Jahr auf einer „Messe der Meister von Morgen“ vorgestellt wurden. Man könnte am gesamten Bildungssystem etwas ändern, man könnte.... wenn man wollte! Die Macher des Jugendforschungspreises wird das alles nicht abschrecken, sie planen eine Neuauflage im kommenden Jahr. Mit mehr Zeit zur Vorbereitung für Forscher und „Betreuer“ und wieder einem Preisgeld von zusammen 1.000 Mark.



Verdächtiger Brief aus der Türkei
Großalarm in Nordhausen, Feuerwehr, Polizei und der Katastrophenschutz waren im Einsatz. In der Nähe des Bahnhofes wurde am Nachmittag ein verdächtiger Brief gefunden – Milzbrandwarnung in Nordhausen.


Abgesperrt Es war kurz vor 15 Uhr. Da leerte ein Mitarbeiter einer Telefonfirma am Nordhäuser Bahnhof den Briefkasten seiner Firma. Ein Brief erschien ihm ungewöhnlich, vielmehr war es die Briefmarke. Es war eine aus der Türkei. Der Mann steckte den Brief in eine Plastiktüte, verstaute diese in einer Mülltonne und informierte schließlich die Polizei. Fünf Minuten später waren mehrere Fahrzeuge von Polizei und Feuerwehr vor Ort. Die Mülltonne wurde in den hinteren Bereich des Harzquerbahnhofes gebracht, so konnte der Raum der Absperrung verkleinert werden. Kurz danach gingen die Fachleute ans Werk. Sie überprüften den Brief auf Radioaktivität.



Merkwürdige Besuche
Am Freitag klingelte es an zwei Wohnungstüren in Nordhausen. Eigentlich normal. Aber vor der Tür standen diesmal weder Mitarbeiter der Wasserwerke noch des Finanzamtes. Gegen 8 Uhr war es am vergangenen Freitag, als es an einer Tür am Bingerhof in Nordhausen klingelte. Der Mann stellte sich als Mitarbeiter der Wasserwerke vor. Als die Wohnungstür geöffnet wurden, stieß der angebliche Wasserwerker den 58 Jahre alten Wohnungsinhaber in die Wohnung, zog eine Pistole und bedrohte ihn. Er verlangte, dass der Mann zu einer Bank gehen und Bargeld abheben sollte. Als das Opfer seine Mutter rief flüchtete der Täter. Er sprach vermutlich Nordhäuser Dialekt und wurde auf 25 bis 30 Jahre geschätzt.

Wenig später klingelte es am Taschenberg, diesmal stellte sich ein Mann als Finanzbeamter vor, gab seinen Namen mit Winzler an. Er teilte der Frau mit, dass sie noch 62 Mark Schulden beim Finanzamt habe. Er sei gekommen, um diesen Beitrag zu kassieren. Die Frau sagte jedoch, dass sie kein Bargeld zu Hause habe. Einige Zeit später rief der Mann nochmals an und vereinbarte einen Termin zur „Steuerrückzahlung“. Zu diesem Termin erschien er aber nicht. Die Frau jedoch rief ihrerseits beim Finanzamt an und erfuhr, dass es keinen Mitarbeiter mit diesem Namen gebe. Die Polizei weist daraufhin, dass sich vermeintliche Amtspersonen immer ausweisen können.
Autor: nnz

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