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Do, 16:45 Uhr
23.04.2009

nnz-Forum: Der doppelte Marx

Am Montag hatte der Sozialistisch-Demokratische Studierendenverband (DIE LINKE.SDS) zu einen Vortrag in die Uni Jena geladen. Unter der Überschrift „Der doppelte Marx und die neuen Marxlektüren“ hielt Robert Kurz seinen Vortrag. Sein Grundanliegen: Warum Karl Marx heute lesen, fragte sich auch Harald Buntfuß und fuhr nach Jena...

Vortrag belauscht (Foto: Buntfuß) Vortrag belauscht (Foto: Buntfuß)
Robert Kurz – gesellschaftskritischer Publizist und Journalist – versuchte den fünfzig anwesenden Personen mit seiner Interpretation über die bisherigen Interpretationen der Marxschen Theorien zu zeigen, dass man Marx in vielen Teilen völlig falsch interpretiert hat. Besonders, wenn es um die konkrete und die abstrakte Arbeit ging. Marx „Kapital“ sei eine theoretische Revolution. Er war seiner Zeit weit voraus. Es gibt die verschiedensten Lesarten der Werke von Marx, jeder liest es so, wie er es am besten für sich nutzen kann.

Ich möchte hier nicht weiter auf den eineinhalb Stunden langen Vortrag eingehen. Die anschließende Diskussion war sehr lebhaft. Auf die Frage, ob er, Herr Kurz, eine Alternative zu dem jetzigen System habe, antwortete er, es sei „ziemlich dreist“, das an ihn zu delegieren. Er sei nicht hier um Alternativen aufzuzeigen, er habe nur die falschen Interpretationen interpretiert. Die Frage, wie man Marx und den Islam usw. unter einen Hut bringen will, ignorierte er.

Alles in allen hatte ich das Gefühl, dieser Mann hat jahrelang Marxismus studiert und will nun sein bestimmt gutes Wissen über Marx unter die Leute bringen. Konkrete Vorstellungen, wie es weiter gehen soll mit dem System, hatte er nicht. Eins sei noch erwähnt, je länger die Krise dauert, um so schwerer wird es für die Linkspartei werden – denn sie hat keine Alternative anzubieten.
Harald Buntfuß, Nordhausen
Autor: nnz

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Kommentare
Klaus Henze
23.04.2009, 18:24 Uhr
Ist die Fragestellung nicht etwas einfach?
Wenn man die öffentlichen Diskussionen verfolgt, mag es ja sein, dass die LINKE auch keine Patentlösung hat.
Doch die, die den Karren in den Dreck gefahren haben und das immer weiter tun, haben damit kein Alibi für ihr Handeln.

Nur eins ist klar und da scheinen sich ja auch recht unterschiedliche Kreise - wenn auch nicht offen - einig zu sein: Im alten Trott kann es wohl kaum weiter gehen - ob mit oder ohne Marx.
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