Mi, 15:17 Uhr
22.04.2009
nnz-Betrachtung: Es ist geschafft
Die nnz hatte bereits gestern über die Rettung der Schwimmhalle in Sollstedt berichtet. Dazu die Betrachtung der nnz. Autor ist der Sollstedter Bürgermeister Jürgen Hohberg...
Am 6. Juni 1990 übernahm ich die Amtsgeschäfte als Bürgermeister der Gemeinde Sollstedt, etwa einen Monat später begann der Kampf um den Erhalt der Sollstedter Schwimmhalle! Mit der Währungsunion wurden mit einem Schlag die Kosten für Wärmeenergie und Personal fast unbezahlbar die Schwimmhalle stand zum ersten Mal vor dem Aus. Und so musste verhandelt werden: Mit dem Kaliwerk um die Preise für Wasser, Strom und Wärme, mit den Beschäftigten um Kurzarbeit, ABM oder andere allmählich aufkommende Arbeitsmarktinstrumente, mit dem Erfolg, dass die Schwimmhalle nach kurzzeitiger Schließung wieder geöffnet werden konnte.
Im Jahr 1994 trennte sich die Gemeinde Sollstedt von ihrem Freibad, denn eines war sonnenklar: Entweder Freibad oder Schwimmhalle, beides zu erhalten ging auf keinen Fall. Die Betreiber der Schwimmhalle wechselten von der Gemeinde zur Service GmbH, zur EGN und erneut zur vorher schon tot gesagten Service GmbH. Nach langem Kampf und Krampf wurde im Jahr 2000 das Eigentum an der Schwimmhalle an den Landkreis übertragen und wieder keimte die Hoffnung auf, die Schwimmhalle sei gerettet, doch weit gefehlt.
Der Landkreis steuerte seit Beginn des neuen Jahrtausends immer weiter auf einen finanziellen Abgrund zu, der Kreistag wollte sich aus der Verantwortung für den Erhalt und Betrieb der Sollstedter Schwimmhalle verabschieden und fasste im Jahr 2005 den unsäglichen Abschmelzungsbeschluss, der nichts anderes beinhaltete als ein langsames Sterben, denn schon seit 1990 stand fest: Die Gemeinde Sollstedt mit ca. 3.000 Einwohnern kann eine Schwimmhalle allein auf Dauer niemals finanzieren!
Dann stürzte im Januar 2006 in Bad Reichenhall das Dach einer Eissporthalle ein und nach der daraufhin anfangs verbreiteten Meldung wurde durch Untersuchungen im Landkreis Nordhausen festgestellt: Bei uns besteht keine Gefahr! Doch wie auch immer, tauchte während der Sommerschließung der Schwimmhalle mit einem Mal die Meldung in den Medien auf Gefahr im Verzug Dach kann einstürzen, Wasser kann krank machen!
In der Gemeinde Sollstedt jagte daraufhin schon während der eigentlichen Sommerpause eine Krisensitzung des Haupt- und Finanzausschusses die nächste, um nach Möglichkeiten Für einen Erhalt der Schwimmhalle zu suchen, denn allen war klar: Bleibt die Schwimmhalle einmal für längere Zeit geschlossen, macht sie nie wieder auf. Und so tat der Gemeinderat Sollstedt von 2006 bis 2009 jedes Jahr einen Schluck über den Durst. In diesen 4 Jahren flossen bzw. fließen insgesamt 340.000,00 aus dem Gemeindehaushalt Sollstedt in den Betrieb der Schwimmhalle und in diesem Jahr kommen noch 50.000,00 aus dem Konjunkturpaket II des Bundes, die uns zur Verfügung gestellt wurden, hinzu.
Der 21. April 2009 war aber für mich in der ganzen Zeit der denkwürdigste Tag. Der Kreistag Nordhausen fasste drei Beschlüsse, die eigentlich zu dem im vergangenen Herbst gefassten Beschluss, die Schwimmhalle in die Liste der förderfähigen bzw. förderwürdigen Sportstätten aufzunehmen, nur folgerichtig waren, aber deswegen noch keineswegs unumstritten. Nach kontrovers geführten Diskussionen wurde beschlossen, sich nicht sukzessiv aus dem Betrieb der Schwimmhalle zurückzuziehen, sondern diese beginnend 2009 umfassend zu sanieren und langfristig zu bezuschussen!
Ein guter Tag für unsere Region, und ich spreche bewusst nicht von unserer Gemeinde, denn viele Kinder und Sportbegeisterte aus den Nachbargemeinden nutzen gern die Sollstedter Schwimmhalle, bietet sie doch auch den Leuten mit kleinem Geldbeutel die Möglichkeit, sich aktiv zu erholen. Mein Dank gilt den Mitgliedern des Kreistages, allen voran dem Landrat Claus und dem Vorsitzenden der CDU-Fraktion, Egon Primas, der mich mit Wort und Tat unterstützte.
Das gleiche Dankeschön gilt auch dem im Jahr 2007 gegründeten Förderverein. Danke auch dem Sollstedter Gemeinderat und vor allem denen, die nicht sagten: Ja aber ., sondern ganz klar: Ja zur Schwimmhalle, trotz allem Wenn und Aber!
Jürgen Hohberg
Autor: nnzAm 6. Juni 1990 übernahm ich die Amtsgeschäfte als Bürgermeister der Gemeinde Sollstedt, etwa einen Monat später begann der Kampf um den Erhalt der Sollstedter Schwimmhalle! Mit der Währungsunion wurden mit einem Schlag die Kosten für Wärmeenergie und Personal fast unbezahlbar die Schwimmhalle stand zum ersten Mal vor dem Aus. Und so musste verhandelt werden: Mit dem Kaliwerk um die Preise für Wasser, Strom und Wärme, mit den Beschäftigten um Kurzarbeit, ABM oder andere allmählich aufkommende Arbeitsmarktinstrumente, mit dem Erfolg, dass die Schwimmhalle nach kurzzeitiger Schließung wieder geöffnet werden konnte.
Im Jahr 1994 trennte sich die Gemeinde Sollstedt von ihrem Freibad, denn eines war sonnenklar: Entweder Freibad oder Schwimmhalle, beides zu erhalten ging auf keinen Fall. Die Betreiber der Schwimmhalle wechselten von der Gemeinde zur Service GmbH, zur EGN und erneut zur vorher schon tot gesagten Service GmbH. Nach langem Kampf und Krampf wurde im Jahr 2000 das Eigentum an der Schwimmhalle an den Landkreis übertragen und wieder keimte die Hoffnung auf, die Schwimmhalle sei gerettet, doch weit gefehlt.
Der Landkreis steuerte seit Beginn des neuen Jahrtausends immer weiter auf einen finanziellen Abgrund zu, der Kreistag wollte sich aus der Verantwortung für den Erhalt und Betrieb der Sollstedter Schwimmhalle verabschieden und fasste im Jahr 2005 den unsäglichen Abschmelzungsbeschluss, der nichts anderes beinhaltete als ein langsames Sterben, denn schon seit 1990 stand fest: Die Gemeinde Sollstedt mit ca. 3.000 Einwohnern kann eine Schwimmhalle allein auf Dauer niemals finanzieren!
Dann stürzte im Januar 2006 in Bad Reichenhall das Dach einer Eissporthalle ein und nach der daraufhin anfangs verbreiteten Meldung wurde durch Untersuchungen im Landkreis Nordhausen festgestellt: Bei uns besteht keine Gefahr! Doch wie auch immer, tauchte während der Sommerschließung der Schwimmhalle mit einem Mal die Meldung in den Medien auf Gefahr im Verzug Dach kann einstürzen, Wasser kann krank machen!
In der Gemeinde Sollstedt jagte daraufhin schon während der eigentlichen Sommerpause eine Krisensitzung des Haupt- und Finanzausschusses die nächste, um nach Möglichkeiten Für einen Erhalt der Schwimmhalle zu suchen, denn allen war klar: Bleibt die Schwimmhalle einmal für längere Zeit geschlossen, macht sie nie wieder auf. Und so tat der Gemeinderat Sollstedt von 2006 bis 2009 jedes Jahr einen Schluck über den Durst. In diesen 4 Jahren flossen bzw. fließen insgesamt 340.000,00 aus dem Gemeindehaushalt Sollstedt in den Betrieb der Schwimmhalle und in diesem Jahr kommen noch 50.000,00 aus dem Konjunkturpaket II des Bundes, die uns zur Verfügung gestellt wurden, hinzu.
Der 21. April 2009 war aber für mich in der ganzen Zeit der denkwürdigste Tag. Der Kreistag Nordhausen fasste drei Beschlüsse, die eigentlich zu dem im vergangenen Herbst gefassten Beschluss, die Schwimmhalle in die Liste der förderfähigen bzw. förderwürdigen Sportstätten aufzunehmen, nur folgerichtig waren, aber deswegen noch keineswegs unumstritten. Nach kontrovers geführten Diskussionen wurde beschlossen, sich nicht sukzessiv aus dem Betrieb der Schwimmhalle zurückzuziehen, sondern diese beginnend 2009 umfassend zu sanieren und langfristig zu bezuschussen!
Ein guter Tag für unsere Region, und ich spreche bewusst nicht von unserer Gemeinde, denn viele Kinder und Sportbegeisterte aus den Nachbargemeinden nutzen gern die Sollstedter Schwimmhalle, bietet sie doch auch den Leuten mit kleinem Geldbeutel die Möglichkeit, sich aktiv zu erholen. Mein Dank gilt den Mitgliedern des Kreistages, allen voran dem Landrat Claus und dem Vorsitzenden der CDU-Fraktion, Egon Primas, der mich mit Wort und Tat unterstützte.
Das gleiche Dankeschön gilt auch dem im Jahr 2007 gegründeten Förderverein. Danke auch dem Sollstedter Gemeinderat und vor allem denen, die nicht sagten: Ja aber ., sondern ganz klar: Ja zur Schwimmhalle, trotz allem Wenn und Aber!
Jürgen Hohberg

