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Di, 10:28 Uhr
07.04.2009

Fundstücke im Tabakspeicher

Eine archäologische Sonderausstellung zeigt jetzt Fundstücke von Ausgrabungen am Pferdemark und vor der Stadtkirche im „Tabakspeicher“.

Die seit Herbst laufenden archäologischen Ausgrabungen am Pferdemarkt und an der Nikolaikirche sind bereits weit fortgeschritten. Einige besondere Fundstücke der archäologischen Grabungen am Rathaus bzw. am Pferdemarkt werden nun im Museum Tabakspeicher der Öffentlichkeit präsentiert und geben eine Vorstellung von der Arbeit der Archäologen.

„In zwei Vitrinen befinden sich Gefäße, Schmuck, Spielzeug und Münzen aus den letzten 800 Jahren, die Einblicke in die Alltagswelt der Menschen des Mittelalters und der frühen Neuzeit gestatten. Neben Kannen und Trinkbechern aus dem 13. Jahrhundert, die aus einem Keller am Pferdemarkt geborgen wurden, befinden sich glasierte Grapentöpfe und Feldflaschen aus einer Abfallgrube des 15. Jahrhunderts. Viele der ausgestellten Fundstücke stammen aus einer über fünf Meter tiefen Grube aus dem späten 16. Jahrhundert mit ungewöhnlich reichem Fundanfall.

Der runde Schacht wurde ursprünglich vermutlich als Brunnen angelegt, stürzte aber noch während der Bauzeit in sich zusammen und wurde darauf hin nicht weiter ausgebaut, sondern mit tausenden Keramikscherben und Speiseabfällen verfüllt. Dazwischen befanden sich außergewöhnliche Einzelstücke, so etwa eine importierte Steinzeugkanne mit Gesichtsdarstellungen aus dem Rheinland, Knochenintarsien von Möbelstücken, verzierte Gürtelhaken, Schreibgriffel, eine bemalte Schale mit religiösen Motiven oder ein Teil vom Griff einer Armbrust mit einem eingraviertem Einhorn“, sagte Jürgen Grönke, Leiter des Nordhäuser Stadtarchivs.

Der eindrucksvollste Fund sei eine Ofenkachel mit der Darstellung eines Hände haltenden Liebespaares in renaissancezeitlicher Tracht. „Der Mann trägt einen Nierendolch und eine Kopfbedeckung mit üppigem Federschmuck, die Frau ein bodenlanges Kleid und eine Haube. Die Kleidung des Liebespaares gehört noch dem letzten Drittel des 15. Jahrhunderts an, jedoch wurde die Ofenkachel selbst erst um 1520 nach den Motiven zeitgenössischer Druckgrafiken angefertigt. Der zugehörige Kachelofen, vom dem sich viele weitere Bruchstücke in der Grube befanden, wurde nach langer Nutzungszeit um 1580 abgerissen und entsorgt, wie datierende Beifunde – Münzen und Jahreszahl-Inschriften auf Keramikscherben – belegen“, so Grönke weiter.

Von der Grabung an der ehemaligen Nikolaikirche seien einige Grabbeigaben zu sehen, darunter eine große verzierte Haarnadel und eine Schüssel, die zur Waschung des Leichnams benutzt wurde und aus Aberglauben mit in das Grab gegeben wurde.

Die Sonderausstellung kann täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr im Museum Tabakspeicher, Bäckerstraße 20, besichtigt werden.
Autor: nnz

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