Weiterhin positive Entwicklung
Die Arbeitsgemeinschaft des Landkreises Nordhausen hat jetzt die Zahlen für den November vorgelegt. Die positive Tendenz hat sich auch vor Jahresende fortgesetzt.
Im November diesen Jahres lebten in den 5.828 Bedarfsgemeinschaften des Landkreises Nordhausen insgesamt 10.901 Personen. Das teilte jetzt die Arbeitsgemeinschaft des Landkreises Nordhausen (ARGE) mit. Gegenüber dem Vormonat ist das ein Rückgang von 468 Personen, gegenüber dem November des vergangenen Jahres ein Rückgang von 2.132 Personen.
Eine ähnliche Tendenz läßt sich bei der Anzahl der Bedarfsgemeinschaften herleiten. Im November 2007 gab es im Landkreis Nordhausen 6.427, ein Jahr später nur noch 5.828. Im zurückliegenden Monat stellen die so genannten Single-Bedarfsgemeinschaft mit 2.743 den größten Anteil dar.
Die Quote der hilfebedürftigen Menschen im Landkreis Nordhausen im Verhältnis zur Einwohnerzahl hat sich um einen halben Prozentpunkt auf aktuell 11,95 Prozent erhöht. Im Vergleich dazu der November 2007: Damals wurde eine Quote von 13,26 Prozent registriert.
Derzeit gibt es im Zuständigkeitsbereich der Nordhäuser ARGE 8.253 Frauen und Männer im erwerbsfähigen Alter, die als hilfebedürftig betrachtet werden müssen. Im Jahr zuvor waren es 9.330. Unter den Gesamtarbeitslosen des Landkreises Nordhausen befanden sich im vergangenen Monat 1.779 Frauen und Männer, die Arbeitslosengeld I erhielten, denen gegenüber stehen 3.892 Personen im Bezug von Arbeitslosengeld II.
Die Gewährung des Arbeitslosengeldes II ist im Landkreis Nordhausen um zwei Euro leicht auf – statistisch betrachtet – 171 Euro angestiegen, eine ähnliche Tendenz läßt sich bei den Kosten der Unterkunft gegenüber dem Vormonat erkennen. Im November 2008 wurden durchschnittlich 116 Euro je Hilfebedürftigen gezahlt.
In Trainingsmaßnahmen, die aktuell von der ARGE finanziert werden, befinden sich 100 Frauen und Männer, das sind 68 weniger als im Oktober 2008, allerdings 55 mehr als im November 2007. Die Zahl der so genannten Ein-Euro-Jobber ist konstant hoch, derzeit profitieren 996 Personen von diesen Maßnahmen. Weitere 292 befinden sich in ABM, außerdem 191 Frauen und Männer in einer beruflichen Weiterbildung, die von der Arbeitsgemeinschaft des Landkreises Nordhausen finanziell gefördert wird.
Autor: nnz
Kommentare
Left of Life
10.12.2008, 18:32 Uhr
Zahlenspielereien ...
... sind wir von der Arge ja reichlich gewohnt. Manchmal scheint es mir, als seien etliche Mitarbeiter dieses Amtes ausschließlich damit beschäftigt, wunderschöne Statistiken zu zaubern.
Es erstaunt mich immer wieder, wie sehr viele Leser diese Zahlen als unumstößliche Wahrheit hinnehmen, als seien sie der Katechismus.
Was steckt hinter diesen Zahlen? Ganz einfach. Menschen, die eine richtige Arbeit suchen, werden in Ein-Euro-Jobs gezwungen und das unter Androhung von Geldkürzungen. Sie werden also unter Drohungen zu einer Arbeit gezwungen, was laut Grundgesetz verboten ist (Art 12 GG). Aber EEJ sind sinnvoll. Sie dienen der "Bereinigung" der Statistik. Wer einem EEJ nachgeht, ist immer noch vom ALG II abhängig. Viel bleibt von dem Geld nicht übrig. Also können wir einfach alle Ein-Euro-Jobber ruhig wieder hinzurechnen. Dadurch würden die Zahlen wieder ehrlicher werden, aber das passt Leuten wie Althaus und Landrat Claus nicht in den Kram. Gefälschte Statistiken lassen ihre Politik in einem besseren Licht dastehen. Und wissen die Leser eigentlich, dass der Landkreis erhebliche Summen an den Jobbern verdient? Es gibt ein Kopfgeld von bis zu 500,- € für jeden vergebenen EEJ. So bereichert sich die Gemeinde und die Stadt. Bei den Kirchen sieht es nicht anders aus.
Es gab eine Zeit, in der Menschen für solche Tätigkeiten ein richtiges Gehalt bekamen. Heutzutage werden Jobs durch EEJ vernichtet. Die Landesregierung lässt das völlig kalt und der Steuerzahler zahlt!
Genauso verhält es sich bei den sog. Maßnahmen. Sie dienen nur dazu, die Maßnahmeträger zu finanzieren. Was bei diesen Trainings herauskommt, ist so gut wie nie wirklich sinnvoll. Aber Betroffene nehmen auch daran teil, weil sie mit Gewaltandrohung gezwungen werden. Es wäre interessant, mal einige Stellungnahmen von Leuten zu lesen, die an solchen Maßnehmen teilnehmen oder teilgenommen haben. Aber auch durch sie kann man Statistiken beschönigen.
Und der brave Steuerzahler zahlt kritiklos für sinnlose Ausgaben.
Steuerzahler
10.12.2008, 19:15 Uhr
Volle Zustimmung....
.... dem Vorredner. Diese Volksverdummung zieht sich durch viele Bereiche in diesem Staat.
Pendlerpauschale gekippt und jetzt stellen sich Merkel und Steinbrück hin als würden sie es begrüßen. Handwerklich einfach nur schlecht gemachte Gesetze( z.B. Raucherschutz etc.) und eine Politik die nur Lobbyinteressen(Energie,Pharma etc.) nachgibt.
Unerträglich dieses Getue unserer Volksvertreter und Steuergeldbezieher. Einzig bei der turnusmäßigen Erhöhung Ihrer ohnehin fürstlichen Entlohnung herrscht schnelle Einigkeit.
Im Gegensatz dazu die Kindergelderhöhung. Im Bundesrat erstmal gekippt.....
Denk ich an Deutschland in der Nacht......
-MCH-
11.12.2008, 09:23 Uhr
Schlechtreden
Man kann die verbesserte Lage am Arbeitsmarkt ja auch klein reden oder gleich weg reden. Das es allerdings Verbesserungen gibt, sollte auch ihnen schon zu Ohren gekommen sein.
In welchem Rahmen diese "Ein-Euro-Jobs" Arbeitsplätze zerstören, kann ich nicht beurteilen. Auf welcher Grundlage sie darauf schließen, würde mich allerdings interessieren. Behauptungen lese ich hier viele, Argumente nicht.
Tweety
11.12.2008, 11:26 Uhr
fehlender Realitätssinn
Also wer hier behauptet, die Ein-Euro-Jobs vernichten keine Arbeitsplätze oder behauptet, die Arbeitslage hätte sich verbessert, dem ist der Realitätssinn ja wohl vollkommen abhanden gekommen. Es zeugt davon, dass sich manche eben nur oberflächlich die eigens für diese Meinungsbildung gefertigten, allgemeinen Medienberichte aufsaugen.
Es ist erstaunlich, dass dies noch so gut funktioniert. Natürlich nur bei den "Nichtbetroffenen, die anderen wissen es ja schon aus eigener Erfahrung viel besser!
Bereits vor etlichen Jahren kamen Dokumentationen, die die Tatsachen fundiert erläuterten (Das Märchen vom blühenden Arbeitsmarkt) und Sendungen wie "Frontal", "Report", "Brisant" - um nur einige zu nennen - bringen jede Woche aufs Neue die harrsträubende Wirklichkeit, die ausschließlich auf Fakten beruht, die Hintergründe beleuchtet und die Auswirkungen aufzeigt.
Wer die natürlich nicht sehen will, der verbringt seine Zeit mit seichten Berichterstattungen für die "politisch gewünschte" Meinungsbildung.
Wem die o.g. Sendungen zu anspruchsvoll sind oder wer es lustiger mag, der sollte vieleicht erstmal mit Kabarettsendungen anfangen. "Scheibenwischer", "TILT", "Neues aus der Anstalt"....
Wer darüber nicht lachen kann, der sollte folgenden Rat beherzigen: Man kann zu allem seine Meinung sagen, muss aber nicht! oder frei nach Dieter Nuhr, Zitat: "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten"
Es gibt nichts Schlimmeres als von Dingen zu reden, von denen man keine Ahnung hat und sich der Aneignung derselben verweigert.
Wer es dennoch nicht lassen kann, der muß halt auch mit Kritik leben können...
Left of Life
11.12.2008, 12:16 Uhr
Arbeitsplatzvernichtung
MCH hat geschrieben, dass er oder sie nicht beurteilen könne, inwieweit EEJ Arbeitsplätze vernichten. Tweety hat dazu eigentlich schon die passende Antwort geliefert. Danke dafür.
Doch kann ich nicht umhin, MCH und anderen Lesern noch einmal die Situation vor Augen zu halten, obwohl sie gar nicht so schwer zu erkennen ist.
Was soll ein EEJ eigentlich sein? Doch wohl nichts anderes, als die Eingliederung in ersten Arbeitsmarkt. So die Theorie. Doch was geschieht wirklich? Schauen Sie sich doch einmal um. Sehen Sie die Menschen nicht, die für einen Euro (manchmal sogar 1,50) die Wege harken, die städtischen Pflanzungen versorgen, die Müll auf den Wegen entfernen, die auf den Friedhöfen arbeiten? Es gibt Menschen, die für einen Euro in Kindergärten arbeiten. Schulaufsichten gibt es für einen Euro die Stunde.
Und da wird behauptet, EEJ zerstören keine sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze? Ich habe meinen Job verloren, weil ein Netzwerkadministrator ja wesentlich billiger als EEJ von der Arge zu bekommen ist. Mein Sohn verlor seine erste Anstellung in seinem Beruf als Maler, weil EEJ die Arbeiten ja viel günstiger machen.
Die Gemeinden sanieren ihre Haushalte auf Kosten von Arbeitsplätzen.
Zudem muss immer wieder betont werden, dass EEJ gegen das Grundgesetz verstoßen, doch das scheint schon lange keine Rolle mehr zu spielen.
Zwangsarbeit ist in Deutschland verboten. Doch hier werden Menschen unter Androhung von Gewalt (Entzug der Lebensgrundlage) gezwungen, jeden Job anzunehmen. So tief ist Deutschland gesunken.
Das zu erkennen ist wirklich einfach, wenn man mit offenen Augen durchs Leben geht.
-MCH-
11.12.2008, 12:36 Uhr
An tweety
Ein ehemaliger Lehrer von mir pflegte immer zu sagen: "Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!"
Und so ist das auch. Das EEJ keine Arbeitsplätze vernichten habe ich nicht behauptet, ich kenne keinen verlässlichen Daten die dafür ODER dagegen sprechen. Deshalb fragte ich ja danach.
Was die Arbeitsmarktsituation betrifft, wie sie einen Anstieg an sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten, einen Anstieg der gemeldeten offenen Stellen, sogar ein Überangebot an Lehrstellen wegreden wollen, ist mir nicht ganz klar.
Im übrigen, wenn sie ein Magazin wie Frontal (21) als fundiert bezeichnen, weiß ich ja nicht. Die polemisieren mitunter auf sehr niedrigen Niveau. Aber polemisieren können sie ja auch. Auf die Gefahr hin das ich mich wiederhole, Behauptungen lese ich viele, Argumente eher selten.
Ihrem letzten Absatz stimme ich vollkommen zu. Aber damit müssen wir alle wohl leben.
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