Fr, 19:07 Uhr
22.02.2002
Beschämende Anblicke
Nordhausen (nnz). In dieser Wochen trafen sich im Nordhäuser Landratsamt die ehrenamtlichen Umweltinspektoren. Neben zahlreichen Punkten in der Diskussion wurde auch ein offener Brief verabschiedet. Zu lesen ist er in voller Länge natürlich in der nnz.
Werte Mitbürger und Mitbürgerinnen,
seit August 2000 gibt es das Agenda-21-Forum Ehrenamtliche Umweltinspektoren, das auf Anregung von Ortsbürgermeistern und Einzelbürgern zustande kam. Auf freiwilliger Basis arbeiten wir Inspektoren mit der Umweltbehörde des Landkreises eng zusammen. Unsere Aufgabe besteht darin, illegale Müllablagerungen auszuspüren und dies der Behörde zu melden. Nach Kräften halfen wir auch bei der Beräumung mit. Doch wir sagen es ganz deutlich: Es ist nicht unsere Aufgabe - wie viele irrtümlich meinen - den Müll anderer Leute wegzuräumen. Obenan steht für uns die Inspektion. Doch wichtig ist für uns auch das sachliche Gespräch mit den Bürgern. Ertappte Umweltsünder stellen wir zur Rede und weisen sie auf ihre Verpflichtung zur Einhaltung der Gesetzlichkeiten hin.
In letzter Zeit sind wir des öfteren Anfeindungen uneinsichtiger und unbelehrbarer Bürger ausgesetzt. Das beginnt mit verbalen Drohungen, Anrempeleien und endet manchmal mit mutwilligen Beschädigungen unseres Eigentum (Autos). Die Raubeine kommen aus allen Schichten der Bevölkerung. Unter ihnen befinden sich neuerdings angesehene Persönlichkeiten, wie zum Beispiel Ärzte, Rechtsanwälte, Geschäftsführer u.a., die sich offensichtlich einen Dreck um ihren Dreck scheren und meinen, keine Mülltrennung vornehmen zu müssen oder Großverpackungen, beispielsweise hochwertiger Konsumgüter, einfach vor die Container ablagern, statt diese zu zerkleinern und ordnungsgemäß in die Behälter zu werfen.
Einen beschämenden Anblick bieten seit Wochen Wege und Straßen, die zu Schulen, Jugendwohnheimen oder Imbiß-Ketten führen. Sie sind übersät mit großen Cola-Plasteflaschen, Fantadosen, Pappbechern, benutzten Taschentüchern, Zigarettenschachteln, Tetrapacks und vielem mehr. Wir haben den Eindruck, dass Schul- und Heimleitungen und Hausmeister in punkto Sauberkeit bereits das Handtuch geworfen haben und der Hilflosigkeit, möglicherweise auch schon der Gleichgültigkeit verfallen sind. Jedenfalls kümmert sie der von ihren Schützlingen verursachte Müll nicht mehr. Wir Umweltinspektoren sind jedoch der Meinung, dass Eltern und Lehrkräfte in der Pflicht stehen, alle pädagogischen Mittel auszuschöpfen, um diese erschreckenden Zustände endlich zu beenden. Ein harter Kampf sollte auch den Kaugummispuckern angesagt werden. Kaugummis sind Abfall und der gehört in die Restmüllbehälter. Zudem gilt für Hundebesitzer die Verpflichtung, den Kot ihrer Vierbeiner wegzuräumen.
Um es auf den Punkt zu bringen: Das Maß in Sachen Umweltfrevel ist längst voll. Das kreisliche Umweltamt hat jetzt ein hartes Vorgehen gegen die Müllverursacher angekündigt und wir werden die Behörde dabei unterstützen. Gleichzeitig bitten wir die Ordnungskräfte der Stadtverwaltungen, Verwaltungsgemeinschaften und die Beamten der Polizeiinspektion Nordhausen, vor allem in den Abendstunden wieder verstärkt die Containerstellplätze zu inspizieren, damit wir gemeinsam gegen unbelehrbare Bürger vorgehen können. Wir alle wollen doch nur eines: saubere Städte und Dörfer, die uns zur Ehre gereichen und an denen sich unsere Gäste aus nah und fern erfreuen können.
Der Brief wurde von elf Umweltinspektoren unterschrieben
Autor: nnzWerte Mitbürger und Mitbürgerinnen,
seit August 2000 gibt es das Agenda-21-Forum Ehrenamtliche Umweltinspektoren, das auf Anregung von Ortsbürgermeistern und Einzelbürgern zustande kam. Auf freiwilliger Basis arbeiten wir Inspektoren mit der Umweltbehörde des Landkreises eng zusammen. Unsere Aufgabe besteht darin, illegale Müllablagerungen auszuspüren und dies der Behörde zu melden. Nach Kräften halfen wir auch bei der Beräumung mit. Doch wir sagen es ganz deutlich: Es ist nicht unsere Aufgabe - wie viele irrtümlich meinen - den Müll anderer Leute wegzuräumen. Obenan steht für uns die Inspektion. Doch wichtig ist für uns auch das sachliche Gespräch mit den Bürgern. Ertappte Umweltsünder stellen wir zur Rede und weisen sie auf ihre Verpflichtung zur Einhaltung der Gesetzlichkeiten hin.
In letzter Zeit sind wir des öfteren Anfeindungen uneinsichtiger und unbelehrbarer Bürger ausgesetzt. Das beginnt mit verbalen Drohungen, Anrempeleien und endet manchmal mit mutwilligen Beschädigungen unseres Eigentum (Autos). Die Raubeine kommen aus allen Schichten der Bevölkerung. Unter ihnen befinden sich neuerdings angesehene Persönlichkeiten, wie zum Beispiel Ärzte, Rechtsanwälte, Geschäftsführer u.a., die sich offensichtlich einen Dreck um ihren Dreck scheren und meinen, keine Mülltrennung vornehmen zu müssen oder Großverpackungen, beispielsweise hochwertiger Konsumgüter, einfach vor die Container ablagern, statt diese zu zerkleinern und ordnungsgemäß in die Behälter zu werfen.
Einen beschämenden Anblick bieten seit Wochen Wege und Straßen, die zu Schulen, Jugendwohnheimen oder Imbiß-Ketten führen. Sie sind übersät mit großen Cola-Plasteflaschen, Fantadosen, Pappbechern, benutzten Taschentüchern, Zigarettenschachteln, Tetrapacks und vielem mehr. Wir haben den Eindruck, dass Schul- und Heimleitungen und Hausmeister in punkto Sauberkeit bereits das Handtuch geworfen haben und der Hilflosigkeit, möglicherweise auch schon der Gleichgültigkeit verfallen sind. Jedenfalls kümmert sie der von ihren Schützlingen verursachte Müll nicht mehr. Wir Umweltinspektoren sind jedoch der Meinung, dass Eltern und Lehrkräfte in der Pflicht stehen, alle pädagogischen Mittel auszuschöpfen, um diese erschreckenden Zustände endlich zu beenden. Ein harter Kampf sollte auch den Kaugummispuckern angesagt werden. Kaugummis sind Abfall und der gehört in die Restmüllbehälter. Zudem gilt für Hundebesitzer die Verpflichtung, den Kot ihrer Vierbeiner wegzuräumen.
Um es auf den Punkt zu bringen: Das Maß in Sachen Umweltfrevel ist längst voll. Das kreisliche Umweltamt hat jetzt ein hartes Vorgehen gegen die Müllverursacher angekündigt und wir werden die Behörde dabei unterstützen. Gleichzeitig bitten wir die Ordnungskräfte der Stadtverwaltungen, Verwaltungsgemeinschaften und die Beamten der Polizeiinspektion Nordhausen, vor allem in den Abendstunden wieder verstärkt die Containerstellplätze zu inspizieren, damit wir gemeinsam gegen unbelehrbare Bürger vorgehen können. Wir alle wollen doch nur eines: saubere Städte und Dörfer, die uns zur Ehre gereichen und an denen sich unsere Gäste aus nah und fern erfreuen können.
Der Brief wurde von elf Umweltinspektoren unterschrieben

