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Mo, 16:30 Uhr
09.07.2007

Geld von Stiftung und Geburtstag

Nordhausen (nnz). Hinter vielen Stiftungen verbirgt sich eine Geschichte von Menschen und Institutionen, ihren Visionen und Idealen. So auch bei der Stiftung der Kreissparkasse Nordhausen. Heute wurden die ersten Gelder vergeben. Auch das einer Geburtstagsparty...

Der Vorstand (Foto: ksk) Der Vorstand (Foto: ksk)

Die grundsätzliche Frage nach der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen ist vor allem auch deshalb in den Fokus der Öffentlichkeit geraten, da sich unsere Gesellschaft und ihre Unternehmen in den letzten Jahrzehnten über den wirtschaftlichen Erfolg definiert und legitimiert haben. Diese Entwicklung scheint nunmehr zu einem Höhepunkt gekommen zu sein. Hier stellt sich die Frage, ob Gewinnmaximierung und Renditesteigerung die einzigen Kriterien für die Bewertung von Unternehmen sein können. Die Kreissparkasse Nordhausen ist ein besonders gutes Beispiel für ein Unternehmen in der sozialen Marktwirtschaft, da sie in einem sozialen Kontext steht und gesellschaftliche Verantwortung übernimmt. Eines von zahlreichen Beispielen ist die „Stiftung der Kreissparkasse Nordhausen“.

Eine Stiftung ist wie keine andere Organisationsform in der Lage, langfristige Ziele zu erreichen und nachhaltig auf Probleme einzugehen. Die „Stiftung der Kreissparkasse Nordhausen“ ist Ausdruck des gesellschaftlichen Engagements der Kreissparkasse Nordhausen und ihrer Verantwortung für das Gemeinwohl im Landkreis Nordhausen. Da das Stiftungsvermögen hier erwirtschaftet wurde, entspricht es dem ausdrücklichen Wunsch der Sparkasse als Stifterin, dass die Förderung und Unterstützung durch die Stiftung auf Dauer ausschließlich solchen Projekten zu Gute kommt, die eng mit dem Gebiet des heutigen Landkreises Nordhausen verbunden sind. Mit ihrer Unterstützung für die Region grenzt sich die Sparkasse mit ihrer Stiftung auch deutlich von anderen Bankgruppen ab.


Als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in Nordhausen fördert die „Stiftung der Kreissparkasse Nordhausen“ gesellschaftliches Engagement im Geschäftsgebiet. Satzungsgemäß werden ausschließlich gemeinnützige, steuerbegünstigte Zwecke unterstützt, wobei die Stiftung nicht an einen speziellen Zweck gebunden ist. Ziel ist die breite Unterstützung von regionalen Maßnahmen und Projekten - ob Förderung und Unterstützung des Sports, der Kunst und Kultur, der Bildung und des Sozialen oder der Wissenschaft, des Denkmalschutzes und der Religion. Ein Rechtsanspruch auf Förderung durch die Stiftung besteht jedoch nicht.

Eine Stiftung muss ihr Kapital erhalten und kann somit nur erwirtschaftete Erlöse und Zuwendungen ausschütten. Kontinuierliche Erträge aus dem Grundstockvermögen gewährleisten auf Dauer die Leistungsfähigkeit der Stiftung. Die derzeitige Kapitalausstattung der Sparkassenstiftung von insgesamt 375.000 Euro ermöglicht eine jährliche Ausschüttung von derzeit etwa 11.000 Euro.

Wie funktioniert eine Antragstellung an die Stiftung? Für eine erfolgreiche Antragstellung ist es zielführend, einen inhaltlich überzeugenden Förderantrag zu stellen. Der Antrag ist sozusagen die Visitenkarte des Projektträgers. Wer andere für sein Vorhaben begeistern will, muss selbst begeistert sein! Überzeugt sein vom eigenen Projekt, die Wichtigkeit deutlich machen, Spaß an der eigenen Arbeit vermitteln - all das sollte zu erkennen sein. Das Antragsformular steht auf der Internetseite der Sparkasse (www.kreissparkasse-nordhausen.de) zum Abruf bereit bzw. kann telefonisch oder per e-mail angefordert werden.

Zweimal im Jahr beschließt das Stiftungskuratorium auf Vorschlag des Stiftungsvorstandes über die eingehenden Anträge. Da eine rückwirkende Förderung durch die Stiftung generell nicht erfolgt, sollten die Anträge zeitig gestellt werden. Selbstverständlich ist der Einsatz und die Verwendung der Fördergelder nachzuweisen. Für eine Dokumentation des Projekts gibt es viele Möglichkeiten. Allerdings eignet sich nicht jedes Projekt für eine aufwendige Dokumentation. Als Mindeststandard sollten jedoch ein kurzer Projektbericht, Fotos und eine Sammlung der Pressekritiken vorliegen.

Heutei war es nun soweit: Das Stiftungskuratorium der „Stiftung der Kreissparkasse Nordhausen“ beschloss zum ersten Mal seit Gründung der Stiftung über eingegangene Förderanträge. Als Örtlichkeit hatte sich das Kuratorium die Nordhäuser Traditionsbrennerei ausgesucht. Landrat Joachim Claus, Vorsitzender des Stiftungskuratoriums, und Sparkassenvorstand Dieter Przybilla, Vorsitzender des Stiftungsvorstandes, zeigten sich erfreut, dass Projekte und Maßnahmen mit einer Gesamtsumme ca. 16.200 Euro ermöglicht werden können.

Freundeskreis „Joedicke-Glocke“ – Förderbetrag: 1.700 Euro
So unterstützt die Stiftung die Aufhängung der dritten Glocke in der St. Blasii-Kirche, die “Joedicke-Glocke”. Bei der Sanierung der Kirche von 2001-2004 wurde festgestellt, dass der alte zweietagige Glockenstuhl den Belastungen der von den Geschwistern Joedicke aus Nordhausen im Jahre 1969 gestifteten Glocke nicht mehr gewachsen war. Mittel zur Erneuerung standen zum damaligen Zeitpunkt nicht zur Verfügung und die Glocke wurde abgehangen. Sie steht seitdem im Nordturm. Der Freundeskreis "Joedicke-Glocke" engagiert sich für einen neuen Glockenstuhl in der St. Blasii-Kirche, um die Glocke wieder aufhängen zu können.

Norhäuser Theaterpreis – Dotierung 1.000 pro Jahr
Das Kuratorium beschloss weiterhin die jährliche Auslobung eines Nordhäuser Theaterpreises durch die “Stiftung der Kreissparkasse Nordhausen”. Der mit 1.000 Euro dotierte soll die besondere Leistung von Künstlern in einer Spielzeit würdigen und im Rahmen einer Veranstaltung übergeben werden.

Restauration Bild “Nordhausen der Reigen” 1.000 Euro und Restauration Kirchenbuch Gemeinde Neustadt 1.528 Euro

Bild (Foto: ksk) Bild (Foto: ksk)
Des Weiteren wurde der Beschluss gefasst, zwei Restaurationen zu unterstützen. Zum einen handelt es sich um das Gemälde “Nordhausen – der Reigen” von Gudrun Brüne, zu dessen Restaurierung die Stiftung 1.000 Euro beisteuert. Das Bild zeigt Kinder auf dem Petersberg vor dem ehemaligen Bollwerksturm der Stadtmauer und den Judenturm. Derzeit ist das Bild in der Aula der Grundschule Bertolt Brecht zu besichtigen. Auch nach der Restaurierung ist das Kunstwerk weiterhin für Schüler, Lehrer und Besucher öffentlich zugängig.

Als zweites Projekt wurde dem Antrag der ev.-luth. Kirchengemeinde Neustadt zur Restaurierung des Kirchenbuches von 1679 gefolgt. Bei dem Kirchenbuch handelt es sich um das älteste Buch in Neustadt. Es war von 1679 bis 1773 in Gebrauch und beinhaltet unter "Notabilia" eine Chronik wichtiger Ereignisse aus dieser Zeit. Es ist die einzige Quelle mit familiengeschichtlichen Angaben für genealogische Nachforschungen über diese Zeit in Neustadt. Das Buch hat einen gebrochenen Einband, abgegriffene und schadhafte Seiten sowie Tintenfraß und bedarf einer dringenden Restaurierung, die mit den Mitteln der Stiftung in Auftrag gegeben werden kann.

Kinder- und Jugenzirkus Zappellini – 1.500 Euro p.a. für drei Jahre
Der Kinder- und Jugendzirkus Zappellini ist ein Projekt des Vereins für Kultur, Theater & Zirkuspädagogik “studio 44 e.V.”. Er bietet verschiedenen Zielgruppen einen Einstieg in die Zirkusarbeit, z.B. durch reguläre Kurse, Inszenierungen von Programmen und Shows, Ferienkurse und Wochenendprojekte, Kindergartenkurse, Kurse für Schulen und pädagogische Einrichtungen. Ziel ist es, für Kinder, Jugendliche und Erwachsene neue Spielräume und Entfaltungsmöglichkeiten zu schaffen. Leider können nicht alle Kinder an den verschiedenen Projekten teilnehmen, da selbst kleinste Teilnehmerbeiträge von Eltern nicht aufgracht werden können. Dabei begeistern die “kleinen Künstler” des Jugendzirkus Zappellini bei zahlreichen Festen in und um Nordhausen, z.B. im Theater oder zum Rolandsfest. Damit die nächsten Projekte mit den Kindern umgesetzt werden können und um weiteren bedürftigen bzw. interessierten Kindern die Teilnahme zu ermöglichen, begleitet die Stiftung das Studio 44 finanziell für die nächsten drei Jahre.

“Kammermusik in Schulen” – 2.000 Euro
In Kooperation mit dem Loh-Orchester Sondershausen wird die Stiftung im Jahr 2008 das Projekt “Kammermusik in Schulen” finanziell unterstützen. Die Reihe "Kammermusik in Schulen" bietet den Schulen im Landkreis die Möglichkeit, ihren Musikunterricht interessanter und abwechslungsreicher zu gestalten. Musiker des Loh-Orchesters Sondershausen übernehmen dabei eine Unterrichtssunde in den Schulklassen. Die Programme sind für verschiedene Altersgruppen bestimmt und sollen den Schulen kostenfrei ermöglicht werden. Die Stiftung fördert diese Maßnahme, damit das Angebot von allen Schulen im Landkreis genutzt werden kann.

Offene Kanal Nordhausen – 500 Euro pro Jahr bis 2010
Als vorbildliches Beispiel für ein hervorragendes Zusammenspiel von künstlerischen und kulturellen Interessen mit einer gezielten Jugend- und Nachwuchsförderung in einer sozialen und stark regionalen Ausrichtung erhält weiterhin der Offene Kanal Nordhausen finanzielle Unterstützung. Menschen aller Altersklassen produzieren in den Räumen des OKN Rundfunksendungen mit Beiträgen zur regionalen Geschichte, Südharzer Heimatsendungen, Vorstellung von Vereinen und Initiativen oder einfach die zur Information der Nordhäuser und zielgerichtete Unterhaltung mit ausgewählter Musik. Das medienpädagogische Angebot wird von zahlreichen Schulen und Hunderten Schülern jährlich genutzt, einige Jugendliche haben im offenen Kanal eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung gefunden, die Ihnen Spaß macht und sie für eine spätere Berufsausbildung vorbereitet.

Verein für lebendiges Mittelalter – Für Notsicherungsmaßnahmen des Bergfriedes der Ebersburg: 2.000 Euro
Das Kuratorium beschloss weiterhin für die Notsicherung des Bergfriedes der Ebersburg bei Herrmannsacker eine finanzielle Zuwendung.

Leider konnten nicht alle Anträge positiv beschieden werden, da die finanziellen Mittel der Stiftung nicht ausgereicht hätten, die Anträge den Richtlinien nicht entsprachen oder andere Projekte mehr überzeugten.
Autor: nnz

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