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Di, 10:10 Uhr
05.12.2006

Schmerzen

Nordhausen/Ilfeld (nnz). Mehr als 60 Pflegefachkräfte aus dem ambulanten und stationären Pflegebereich aus mehreren Bundesländern kommen am Donnerstag nach Ilfeld. Was sie dort machen, das hat jetzt die nnz erfahren.


Sienehmen an der Fortbildungsreihe des Deutschen Pflegeverbandes in Ilfeld teil. Hintergrund: Schmerzen beeinflussen das physische, psychische und soziale Befinden und somit die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen. Der pflegerische Beitrag zum Schmerzmanagement hat zum Ziel, die Schmerzwahrnehmung durch Pflegefachkräfte zu verbessern und so die Zeit zwischen dem Auftreten von Schmerzen und deren Linderung deutlich zu verkürzen. Es geht in dieser Fachtagung um Patienten mit akuten und tumorbedingten chronischen Schmerzen. Ein wesentlicher Faktor ist die Einbeziehung von Angehörigen der Schmerzpatienten, sie sind häufig Mitbetroffene und können im Rahmen der Schmerzeinschätzung sowie bei der Schulung und Beratung mit einbezogen werden, wenn der Patient/Betroffene damit einverstanden ist.

Die Erfahrungen aus Krankenhäusern, Hospizen und Altenhilfeeinrichtungen sowie der häuslichen Pflege zeigen, dass diese Erkenntnisse noch nicht ausreichend umgesetzt werden. Hieraus folgt ein Versorgungsdefizit beim Patienten und Betroffenen.

Martina Röder, Heimleitung und Pflegedienstleitung der Neanderklinik Harzwald GmbH, Ilfeld und stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Pflegeverbandes und Nadine Einbock, stellvertretende Pflegedienstleitung und Expertin für Wundmanagement in der Neanderklinik Ilfeld stellen die Ergebnisse und Forderungen des Expertenstandards „Schmerzmanagement“ und Möglichkeiten der Implementierung vor.

Dieser Expertenstandard wurde im Jahre 2003 durch das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege, Osnabrück, vorgestellt und ist für alle Pflegenden in Deutschland verbindlich. Frau Röder und Frau Einbock weisen auf die Schlüsselrolle von Pflegefachkräften im interdisziplinären Team im Rahmen des Schmerzmanagements, bedingt durch ihren häufigen und engen Kontakt zu den Patienten, Bewohnern und Angehörigen hin.

Aufgabe der Pflege im Rahmen des Schmerzmanagements sei es, Frühzeichen des erfahrenen Schmerzes zu erkennen und adäquate Therapien zu koordinieren oder durchzuführen. Hierzu gehört eine systematische Schmerzeinschätzung und Verlaufskontrolle mit Hilfe von Schmerzeinschätzungsinstrumenten, ein komplexes Dokumentationsverfahren und z. B. Schmerztagebücher/-protokolle. Am Beispiel der Schmerzen bei chronischen Wunden zeigen sie praktikable Schritte zum Schmerzmanagement auf.

Dr. Sabine Müller, Fachärztin für Anästhesie aus Sondershausen, wird die Möglichkeiten der Schmerztherapie und Verabreichung von Schmerzmitteln aus medizinischer Sicht vorstellen. Rolf Höfert, Geschäftsführer des Deutschen Pflegeverbandes und Experte für Pflegerecht vermittelt unter rechtlichen Aspekten Lösungsansätze der Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Pflegefachkräften im Sinne der Delegation und Übernahmeverantwortung. Immer noch sei strittig, ob und wie Pflegefachkräfte Schmerzmittel verabreichen dürfen.

Für 2007 sind neben der Weiterbildung für Gerontopsychiatrie weitere sechs Pflegefachtagungen und das 2. Thüringer Pflegesymposium in Ilfeld geplant.
Autor: nnz

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