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Do, 12:57 Uhr
05.10.2006

Ausnahmezustand

Nordhausen (nnz). Am Wochenende wird sich die Rolandstadt vermutlich in eine Hochsicherheits-Zone verwandeln. Die NDP hat einen Aufmarsch angemeldet, die Demokraten halten mit einer Multi-Kulti-Veranstaltung dagegen. Mitten drin wieder einmal die Polizeibeamten. Die nnz mit ersten Einzelheiten.


Wie die nnz aus Thüringer Sicherheitskreise erfuhr, sollen sich bis zu 500 Anhänger der NPD für Nordhausen „interessieren“ und an dem braunen Marsch teilnehmen. Das ist die eine Seite. Die andere sind nach unseren Informationen bis zu 1.000 Gegendemonstranten, darunter sollen sich laut Polizei bis zu 500 gewaltbereite Autonome aus allen Teilen dieser Republik befinden.

Schon in den Morgenstunden des Samstags wird Nordhausen weiträumig abgeriegelt. Es wird am Bahnhof sowie an den Einfallsstraßen verstärkte Kontrollen geben. Hier sollen vor allem verbotene Gegenstände wie Waffen oder Drogen sichergestellt werden.

Heute wird es in Nordhausen letzte Absprachen mit den Anmeldern der NPD-Demo geben. Die hatten ursprünglich vor, auf ihrer Route auch am Nordhäuser Rathaus vorbeizuziehen. Das aber habe die Polizei aus Sicherheitsgründen vehement abgelehnt. Die geänderte Route wiederum traf auf Widerspruch bei den Rechtsradikalen.

Möglich wäre folgende Strecke: Vom Platz der Gewerkschaften zur Uferstraße, Bahnhofstraße, Neustadtstraße, Sangerhäuser Straße bis zum August-Bebel-Platz. Danach weiter auf der Töpferstraße bis zur Einmündung der Käthe-Kollwitz-Straße. Dort muß der braune Zug wieder kehrt machen. Über die Neustadtstraße geht es auf die Grimmelallee, weiter in die Hesseröder Straße, Bochumer Straße, Freiherr-vom-Stein-Straße und zum Platz der Gewerkschaften.

Die Polizei befürchtet an diesem Samstag nicht nur von den Autonomen mit dem berüchtigten „schwarzen Block“ eine Gefahr ausgehen, sondern auch von den NPD-Scharen. Die könnten sich für die „Niederlage“ in Artern revanchieren.
Autor: nnz

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