Do, 12:32 Uhr
05.10.2006
Ab in den Knast
Nordhausen (nnz). Seit Monaten ist in Deutschland eine kontroverse Diskussion über das Kopieren von Dateien aus dem Netz entbrannt. Für Copy-Sünder wurde heute das erste Internet-Gefängnis der Welt gestartet.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), das Online-Netzwerk Campact, die Kampagne fairsharing und das Netzwerk freies Wissen haben heute die gemeinsame Kampagne "Privat kopieren ist kein Verbrechen" gestartet. Die Organisationen fordern, die Novellierung des Urheberrechts zu nutzen, um die drohende Kriminalisierung von Internetnutzern zu beenden. Unter dem Motto "Privat kopieren ist kein Verbrechen" startet heute das weltweit erste Internet-Gefängnis. Bürger können hier ein eigenes Bild hochladen und damit in das Gefängnis einziehen - die Kampagne will damit verdeutlichen, dass Millionen Bürgern mit dem neuen Urheberrecht eine Kriminalisierung droht.
"Es ist absurd, Millionen Bürgern mit Gefängnis zu drohen und sie auf eine Stufe mit kommerziellen Produktpiraten zu stellen", so Christoph Bautz vom Online-Netzwerk Campact. "Bei einer nichtgewerblichen Kopie für den privaten Gebrauch handelt es sich schlimmstenfalls um eine Bagatelle."
Die Kampagne fordert deshalb den Rechtsausschuss des Bundestages auf, bei den in den nächsten Wochen anstehenden Beratungen die Interessen der Verbraucher zu berücksichtigen. Seit dem ersten Korb der Urheberrechtsnovelle ist die Privatkopie nicht mehr erlaubt, wenn für die Kopie ein wirksamer technischer Schutz umgangen werden muss. "Damit wird das Recht auf Privatkopie faktisch abgeschafft", sagte Patrick von Braunmühl, stellvertretender Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands. Der Verbraucher hat noch nicht einmal einen Anspruch auf eine Sicherungskopie.
Zusätzliche Brisanz gewinnt nach Ansicht der Kampagne der Entwurf zum neuen Urheberrecht mit dem ebenfalls geplanten "zivilrechtlichen Auskunftsanspruch gegenüber Dritten". Medienkonzerne sollen das Recht erhalten, von Internetserviceprovidern die Herausgabe persönlicher Daten der Kunden zu erzwingen, die dann mit Klagen überzogen werden könnten. "Eine solche Privatisierung unseres Rechtssystems dürfen wir nicht hinnehmen", so Oliver Moldenhauer von der Kampagne fairsharing und dem Netzwerk freies Wissen.
Autor: nnzDer Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), das Online-Netzwerk Campact, die Kampagne fairsharing und das Netzwerk freies Wissen haben heute die gemeinsame Kampagne "Privat kopieren ist kein Verbrechen" gestartet. Die Organisationen fordern, die Novellierung des Urheberrechts zu nutzen, um die drohende Kriminalisierung von Internetnutzern zu beenden. Unter dem Motto "Privat kopieren ist kein Verbrechen" startet heute das weltweit erste Internet-Gefängnis. Bürger können hier ein eigenes Bild hochladen und damit in das Gefängnis einziehen - die Kampagne will damit verdeutlichen, dass Millionen Bürgern mit dem neuen Urheberrecht eine Kriminalisierung droht.
"Es ist absurd, Millionen Bürgern mit Gefängnis zu drohen und sie auf eine Stufe mit kommerziellen Produktpiraten zu stellen", so Christoph Bautz vom Online-Netzwerk Campact. "Bei einer nichtgewerblichen Kopie für den privaten Gebrauch handelt es sich schlimmstenfalls um eine Bagatelle."
Die Kampagne fordert deshalb den Rechtsausschuss des Bundestages auf, bei den in den nächsten Wochen anstehenden Beratungen die Interessen der Verbraucher zu berücksichtigen. Seit dem ersten Korb der Urheberrechtsnovelle ist die Privatkopie nicht mehr erlaubt, wenn für die Kopie ein wirksamer technischer Schutz umgangen werden muss. "Damit wird das Recht auf Privatkopie faktisch abgeschafft", sagte Patrick von Braunmühl, stellvertretender Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands. Der Verbraucher hat noch nicht einmal einen Anspruch auf eine Sicherungskopie.
Zusätzliche Brisanz gewinnt nach Ansicht der Kampagne der Entwurf zum neuen Urheberrecht mit dem ebenfalls geplanten "zivilrechtlichen Auskunftsanspruch gegenüber Dritten". Medienkonzerne sollen das Recht erhalten, von Internetserviceprovidern die Herausgabe persönlicher Daten der Kunden zu erzwingen, die dann mit Klagen überzogen werden könnten. "Eine solche Privatisierung unseres Rechtssystems dürfen wir nicht hinnehmen", so Oliver Moldenhauer von der Kampagne fairsharing und dem Netzwerk freies Wissen.

