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Fr, 16:12 Uhr
18.08.2006

nnz-doku: Für unser Theater (16)

Nordhausen (nnz). Peter Kreßner ist ein engagierte Nordhäuser Bürger. Er hat an Dieter Althaus, den Thüringer Ministerpräsidenten, einen offenen Brief geschrieben. Die nnz veröffentlicht den Brief im vollen Wortlaut.


Sehr geehrter Herr Althaus,

als Bürger der Stadt Nordhausen mache ich mir wegen der von Ihrer Regierung vorgesehenen Pläne zur Umstrukturierung der Kulturlandschaft Thüringens ernste Sorgen um meine Heimatregion.

Der Landkreis Nordhausen und der Kyffhäuserkreis haben zurzeit drei wichtige nichtkommerzielle Standbeine. Das sind das Theater/Lohorchester, das Südharzkrankenhaus und die Fachhochschule Nordhausen. Wird unserer Region eines dieser Beine weg geschlagen, gerät meines Erachtens ganz Nordthüringen ins Taumeln. Wirtschaftsunternehmen werden sich nicht ansiedeln, Studenten fernbleiben.

Bei den vielfältigen Wortmeldungen von Vereinen und Bürger unserer Region zu den Sparplänen Ihrer Regierung gegen das Theater Nordhausen geht es nicht darum, die Notwendigkeit von Sparmaßnahmen in Frage zu stellen. Es geht vielmehr um eine gerechte Verteilung der Lasten im Freistaat Thüringen. Der so genannte „Speckgürtel“ soll die zehnfache kulturelle Förderung im Vergleich zu Nordthüringen bekommen! Bereits Ende Juli wurde Minister Goebel von mir auf einer Bürgerversammlung aufgefordert, sich hierzu den Mitarbeitern des Theaters und den Bürgern Nordhausens vor Ort zur Diskussion zu stellen.

Herr Althaus, falls Sie es zu einer Entscheidung im Landtag kommen lassen, sollten Sie vorher dafür sorgen, dass jeder Abgeordnete sich eine eigene Meinung bilden kann und bei einer Abstimmung nicht dem Parteizwang unterliegt. Ich erwarte, dass Sie und vor allem die Minister Reinholz und Zeh, die hier ihre Heimat haben, sich für die Einhaltung des gesetzlich verankerten Gleichheitsgrundsatzes einsetzen und allen Thüringer Regionen Chancengleichheit gewähren. Wir Bürger werden uns nicht die Hoffnung auf eine Zukunft in Nordthüringen nehmen lassen. Stirbt diese Hoffnung, so wird unsere Region personell ausbluten und verarmen. Der Anfang hierzu ist leider schon gemacht.

Ich glaube, vor allem im mittelthüringischen „Bermudadreieck“ sollte schnellstens über Einsparungsmöglichkeiten nachgedacht werden, auch bezüglich höchster Gehälter in der Verwaltung. Die Nordhäuser Rolandgruppe hat es bei einer Demo für das Theater in Nordhausen offen ausgesprochen: Unfähige gehören nicht in die Landesregierung.

Herr Althaus, das Volk ist kein Bittsteller, und es kann nicht bis zur nächsten Wahl warten. Dann sind die Lichter in Nordthüringen schon aus. Uns droht, dass wir bei einer Verwirklichung der derzeitigen Kultursparpläne Ihrer Regierung zum Armenhaus Deutschlands werden. Deshalb sollte der unausgereifte und ungerechte Vorschlag des Kultusministeriums zur Kürzung der Mittel für das Theater Nordhausen und das Lohorchester Sondershausen schnellstens zurückgezogen werden. Kultur darf keine freiwillige Aufgabe werden, die man nach Gutdünken einspart. An ihr hängt die Zukunft unserer Bürger und unseres Landes.

Ich fordere Sie auf, nicht weiter den Willen der Bürgermehrheit in Nordthüringen zu ignorieren. Als Ministerpräsident sind Sie dem Souverän verpflichtet und die Mehrheit der Nordthüringer besteht auf der Existenz ihres Theaters und Orchesters.

Hochachtungsvoll
Peter Kreßner, Nordhausen
Autor: nnz

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