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Fr, 10:38 Uhr
18.11.2022
Kein Defizit im Haushalt?

Rathaus widerspricht dem "Scherbenhaufen"

Wie steht es um die Finanzen der Stadt Nordhausen? Auf der nnz attestierte Stadtratsmitglied Andreas Trump (CDU) der Stadtverwaltung einen "Scherbenhaufen". Die nnz hatte nachgehakt, heute nun hat die Stadtverwaltung eine Replik veröffentlicht...

Wie es um die Haushaltsplanung steht, das erfuhren die Mitglieder des Finanzausschusses am vergangenen Dienst im nichtöffentlichen Teil. Kern der Darlegungen war laut Stadtverwaltung der Planungsstand für den Haushalt im kommenden Jahr und erste Aussichten auf die Folgejahre bis 2026. „Den Finanzausschussmitgliedern wurde lediglich das Ergebnis der Mittelanmeldungen der Fachämter präsentiert – ungekürzt, unbewertet, transparent.“, teilt das Rathaus dazu mit. Die Offenlegung sei zudem eine Forderung des Stadtrates aus den vorherigen Haushaltsdiskussionen gewesen.

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Die von Herrn Trump in den Raum gestellte Summe von rund 18 Millionen Euro sei fälschlicherweise als Defizit dargestellt worden. „Es handelt sich nicht um ein Haushaltsdefizit, wie von Herrn Stadtrat Trump und der CDU-Stadtratsfraktion fälschlicherweise dargestellt, sondern lediglich um die Zusammenstellung aller Mittelanmeldungen aus der Verwaltung (Stichwort: Umsetzung von Stadtratsbeschlüssen)“, schreibt das Rathaus weiter. Das dieses „Wunschkonzert der Fachämter“ lediglich in dieser Form neu sei, bestätigte gestern bereits die Vorsitzende des Finanzausschusses, Tily Pape.

Hinzu kämen die generellen Preissteigerungen, die jeden gesellschaftlichen Bereich träfen und auch vor der Stadt Nordhausen keinen Halt machten, heißt es weiter in der Mitteilung des Rathauses. Richtig sei, dass die Stadt Nordhausen einen hohen Investitionsstau vor sich herschiebe. Man habe aber in den letzten Jahren „beträchtliche Schritte“ unternommen, um dem entgegenzuwirken.

Richtig sei weiterhin, dass der Stadtrat einen Nachtragshaushalt für das Jahr 2022 beschlossen hat und die Kommunalaufsicht diesen würdigte. Damit habe die Stadt Planungssicherheit für den Rest des Jahres. „Beim Einbringen der Satzung zum Nachtragshaushalt wurde durch den Oberbürgermeister auf die Krisensituation der Bürgerinnen und Bürger sowie der Unternehmen in Nordhausen - auch die der Daseinsfürsorge - hingewiesen. Eine „Heile Welt“ wurde dort nicht an die Wand gemalt.“

Stadtverwaltung wie Oberbürgermeister würden sich bei der Haushaltsdurchführung „zu 100 Prozent“ im den vom Stadtrat und dem Gesetzgeber vorgegebenem Rahmen bewegen. Die Einhaltung der Grundsätze und die ordentliche Buchführung lasse man sich seit mindestens fünf Jahren durch einen Wirtschaftsprüfer und das Rechnungsprüfungsamts des Landratsamtes attestieren.

Personalangelegenheiten seien durch den Stellenplan „gedeckelt“. Eine Kritik an Neueinstellungen weist das Rathaus von sich, es handele sich praktisch um Wiederbesetzungen die der Aufrechterhaltung der Handlungsfähigkeit der Verwaltung dienten. Die letzten Besetzungswünsche seien unter anderem von der CDU-Fraktion aktiv eingefordert worden.

„Die Aufstellung des Haushaltsplans für das Jahr 2023 der Stadt Nordhausen wird herausfordernd genug, gerade weil die gegenwärtigen Gesamtumstände zu viele Unwägbarkeiten und nicht kalkulierbare Risiken darstellen. Aus diesem Grund wurde das gemeinsame Vorgehen im nichtöffentlichen Teil der Sitzung des Finanzausschusses - ohne Herrn Trump - für die weitere Verfahrensweise zur Haushaltsplanung für die Folgejahre abgestimmt.“, lässt der OB mitteilen. Einschnitte im Haushalt oder auch das Verschieben von Projekten könnten nur in der gemeinsamen Diskussion von Stadtrat und Stadtverwaltung gelingen. Dieser Prozess fange jetzt erst an.
Autor: red

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Kommentare
HisMastersVoise
18.11.2022, 11:35 Uhr
Seriöse Berichterstattung !!
Wenn ein Stadtrat nicht unterscheiden kann zwischen Defizit, also der faktischen Zahlungsunfähigkeit der Stadt für das neue Geschäftsjahr und dem planungsbedingten Kapitalbedarf für die nächsten Jahre, gibt es dafür nur zwei Gründe. Entweder ist er nicht in der Lage, den Kern des Themas zu begreifen. Das wäre für einen gewählten Vertreter unserer Stadt sehr bedenklich. Oder er hat wissentlich durch unpräzise Faktendarstellung das Rathaus und in Person den OB angreifen und diskreditieren wollen. Dies ist im Hinblick auf die ingesamt aktuell sehr sensible Situation der Bürger und der Politik äußerst bedenklich und wäre ein brandgefährliches Wahlkampfmanöver. Ich erwarte vom Direktor eines Gymnasiums deutlich mehr Intelligenz bei der Veröffentlichung von Interna. Sonst wäre der Bote diesmal wirklich der Schuldige.
Südharzmensch
18.11.2022, 12:05 Uhr
@hismastersvoice: Der Bürger braucht nicht alles wisssen?
1 Eine Insolvenz ist Zahlungsunfähigkeit, nicht ein Defizit.
2 Ein Defizit ist genau das, was vorliegt: Der Unterschied zwischen dem was aus Sicht der Fachbereiche gebraucht wird und was tatsächlich ausgegeben werden soll.
Man sollte Begriffe kennen und richtig verwenden. (siehe Habeck).
Ansonsten schon sehr erschreckend die Argumentation: Der BürgerIn darf nicht zu viel wissen, die Zeiten sind hart?

Gefährlich bis skandalös eine solche Sichtweise. Ich hoffe, Sie arbeiten nicht im öffentlichen Dienst
Rainer H.
18.11.2022, 13:05 Uhr
Also bekommt die Stadt doch einen Haushalt 2023 vom OB vorgelegt?
Das ist doch alles Reden um den heißen Brei. Entweder ich habe das Geld in der Kasse was ich benötige oder ich habe es nicht. Die einzelnen Ämter müssen doch bestimmt jedes Jahr Ihre Mittel anmelden?! Und wenn ich die Mittel anmelde und der Oberbürgermeister sagt, das Geld dafür haben wir nicht - dann ist das ein Defizit! Da kann man sich natürlich hinsetzen und kürzen bis eine Schwarze Null erscheint, aber die Frage bleibt dann, sind die Bereiche dann noch handlungsfähig und welche Kürzungen wird es geben? Und ich glaube das die Amtsleiter garantiert schon vorher alles rausgestrichen haben, um sich nicht zu blamieren?!
Zum Glück war es ja nur ein Aufreger bei dem Besorgten Stadtrat Herrn Trump von der CDU. Also werden wir uns keine Sorgen machen müssen und Herr Buchmann wird nicht in die Haushaltssperre eintreten. Er wird auch nicht bekannt geben, dass ihm mehrere Millionen fehlen, weil die hohen Zahlen ja nur Hirngespinste der Amtsleiter waren, die mal wieder über das Ziel hinaus geschossen sind. Diese Träumer die!
HisMastersVoise
18.11.2022, 13:05 Uhr
Das Recht des Bürgers !
Der Bürger hat das Recht zu erfahren, was die von ihm gewählten und auch in seinem Namen handelnden Amtsträger entscheiden. Der Bürger will aber nicht in Verwaltung-oder Haushaltsrecht unterwiesen werden. Daher ist das Ergebnis und nicht der Prozeß wichtiger. Für den Bürger bedeutet ein Planungsloch von 18 Mio nur eines. Wie würde der Rotstift sein zukünftiges Leben erschweren. Daher sollten sich gewählte Amtsinhaber genau überlegen, mit welchen Informationen , sie und warum in die Öffentlichkeit gehen. Denn wenn der Bürger alles selber regeln wollte und könnte, bräuchte es die Politik nicht. Das Vertrauen des Bürgers in die Amtsinhaber muss verdient und auch fortwährend neu erarbeitet werden. Dabei sind kleine Halbwahrheiten und gewollte Mißverständnisse äußerst kontraproduktiv.
Südharzmensch
18.11.2022, 14:13 Uhr
@mastersvoice: Trautig und anmaßend, Dumme Bürger
Der Bürger muss nicht alles wissen und soll an Prozessen nicht teilhaben. Gut zu wissen. Denn der BürgerIn ist ja zu dumm und zu viele Infos erschweren ihm das Leben? Oh Gott...
Das ist Demokratieverständnis aus dem Kaiserreich. Gnade Gott, dass Sie nicht an verantwortlicher Stelle sitzen. Lektüre des Grundgesetzes ist dringend empfohlen!

Und deshalb: Daumen hoch für Hr. Trump und den langsam erwachenden Stadtrat. Der sollte jetzt umsomehr Öffentlichkeit einfordern. Weiter so!

@Rainer H. Voice will und wird nie verstehen, was ein Defizit ist. Auch trautig. Wir heute schon an der Regelschule unterrichtet.
Eckenblitz
18.11.2022, 14:21 Uhr
Augenwischerei
Der ganze Artikel ist doch ohne Aussagekraft. Da wird nur um den heißen Brei herum geredet. Nicht eine konkrete Zahl.Nur bla bla. Der Bürger wird wieder einmal nur beruhigt und von alldem wichtigen Sachen ausgeschlossen, wie nicht anders zu erwarten.
HeiKev
18.11.2022, 17:07 Uhr
Defizit kurz erklärt
Ein Defizit ist ein realer Mangel, ein Manko, ein Fehlbetrag,...in der Kasse,....

Wenn ich mir als Amtsleiter oder Stadtrat einen Bentley oder Ferrari zur Erfüllung meiner Aufgaben wünsche und nur Geld für einen Corsa habe, dann ist das kein Defizit in der Kasse. Das Defizit besteht dann lediglich aus einer Schraube, die vorher locker war.
black
18.11.2022, 17:34 Uhr
Defizit - richtig erklärt
DEFIZIT:
Lehnwort aus frz. déficit m., das seinerseits aus lat. deficit ‘es fehlt’ entlehnt ist;
- dasjenige was zum Ausgleich finanzieller Forderungen oder Bedürfnisse fehlt ...

@Landarbeiter: Erstmal schlau machen.
Südharzmensch
18.11.2022, 19:44 Uhr
Es müsste zu den Finanzen eine Informationspflicht geben
Ich verstehe bis heute nicht, warum in NDH Beratungen zu den öffentlichen Finanzen nicht öffentlich sind. Das Gegenteil müsste der Fall sein, ist es andernorts auch.
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