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Do, 23:37 Uhr
12.01.2006

Ein schwerer Abend

Nordhausen (nnz). Zu ihrem traditionellen Neujahrsempfang hatte am Abend die Nordhäuser Kreissparkasse eingeladen. Neu war in diesem Jahr der Ort des Geschehens. Anders als in den Jahren zuvor war auch das Szenario. Die nnz war richtig neugierig.


Ein schwerer Abend (Foto: nnz) Ein schwerer Abend (Foto: nnz)


Fast jeder in diesem Lande kennt die Marketingkampagne „Du bist Deutschland“. Abgewandelt meinte der KSK-Vorstandsvorsitzende Dieter Przybilla: „Du warst die Kreissparkasse!“. Gemeint damit war Rudolf Mund, der Ende des vergangenen Jahres seinen Job an den berühmten Nagel gehangen hatte. Und für den war „es ganz schwer heute“. Mund sprach mit belegter Stimme vor mehr als 400 Gästen im Großen Haus des Theaters von seinem Sparkassenstern, der nun untergeht. Gleichermaßen wird bei den Munds ein neuer Stern aufgehen – Rudolf Mund wird Opa. So schließen sich auf ungewöhnliche Weise menschliche Kreisläufe.

Es war an diesem Abend nicht die Show des Rudi Mund, es war die Show für Rudi Mund, und der bemerkte den glücklichen Umstand, dass er seine Abschiedsparty nicht einmal selbst bezahlen müsste.

Gedankt wurde dem Mann, der 1990 nach Nordhausen kam, in vielfältiger Weise. Da redeten Gregor Böhmer, der geschäftsführende Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes Hesse-Thüringen, Dr. Günther Merl, seines Zeichens der Vorsitzende der Landesbank Hessen-Thüringen und auch Landrat Joachim Claus (CDU).

Auch Rudolf Mund dankte. Es war wohl seine persönliche Note, dass er namentlich Menschen erwähnte, die ihm hier in Nordhausen den Weg an die Spitze der Kreissparkasse ebneten. Die drei Abteilungsleiterinnen der ehemaligen DDR-Sparkasse, Landrat Claus, den verstorbenen Herbert Paulmann oder seine beiden langjährigen Sekretärinnen, denen er auch noch ein Abschiedsküsschen versprach. An diesem Abend, so bat der Verabschiedete, sollten die Gäste statt Geschenken lieber einen Schein mitbringen. Und so kamen 5.000 Euro zusammen, die Rudolf Mund an Tilly Pape übergab. Mit dem Geld soll ein Projekt der Nordthüringer Lebenshilfe unterstützt werden.

Das Theater empfahl sich an diesem Abend als ein würdiger Gastgeber und das Haus als ein Ambiente für einen Neujahrsempfang, der sicher in diesem Rahmen eine Neuauflage erfahren kann. Nur eine Bitte: Im nächsten Jahr sollte es diesen Empfang an einem Freitag geben...
Autor: nnz

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