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Sa, 09:26 Uhr
05.02.2022
TÜV Thüringen untersuchte Chancen und Risiken:

Experten zur geplanten Cannabis-Legalisierung

Im Koalitionsvertrag der neuen Ampelregierung steht es nun schwarz auf weiß: Der Konsum von Cannabis zu Genusszwecken für Erwachsene soll legalisiert werden. Dieses Vorhaben der Koalition bringt neben Euphorie jedoch auch Verunsicherung in der Bevölkerung mit sich...

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Welche Chancen, aber auch welche Risiken verbergen sich hinter dem Vorhaben und wie kann der legale Konsum der weltweit am häufigsten konsumierten Droge reguliert und kontrolliert werden?

Unzählige Verfahren vor deutschen Gerichten zeigen es Jahr für Jahr: Wer illegale Drogen erwerben und konsumieren möchte, hat dazu auch in Deutschland genügend Möglichkeiten. Die mit der bisherigen Kriminalisierung verbundenen Folgen, darunter die Belastung für Polizei und Justiz sowie diverse Risiken für die Käufer, sind die wichtigsten Gründe für die nun zur Diskussion stehende Legalisierung von Cannabis: Im Umfeld illegaler Drogen finden oft auch Geldwäsche und andere Ausprägungen der organisierten Kriminalität statt, außerdem ist der Erwerb von Cannabis „auf der Straße“ mit Risiken für die Konsumenten und Konsumentinnen verbunden. Die erworbene Ware ist nicht nur oft gestreckt, sondern auch immer wieder mit abhängigkeitserzeugenden Schadstoffen vermischt, sodass Nutzer möglichst langfristig an die illegalen Vertreiber gebunden werden.

Um dieser Herausforderung entgegenzutreten, strebt die neue Regierungskoalition einen sicheren Zugang zur Droge Cannabis für erwachsene Menschen an. Dies soll über einen kontrollierten Verkauf in zertifizierten Fachgeschäften erfolgen. Dabei soll das Produkt nicht nur geprüft und standardisiert, sondern auch versteuert werden. Frei von Risiken ist der Cannabis-Konsum dadurch aber noch lange nicht: Die Psychologen und Psychologinnen des TÜV Thüringen weisen ausdrücklich darauf hin, dass nur starke Persönlichkeiten über die erforderliche Gesundheitskompetenz zum Verhindern von missbräuchlichem Konsum verfügen. „Gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist die Fähigkeit zur Selbstreflektion und Emotionsregulation oft noch nicht sehr gut ausgeprägt. Hier spielt oftmals auch Gruppendynamik eine Rolle, sodass sich diese Konsumentengruppe nicht ausreichend oder gar nicht vor missbräuchlichem Konsum oder gar einer psychischen Abhängigkeit von der Droge schützen kann. Ein Mindestalter von 25 Jahren würde eine gefestigte Persönlichkeit deutlich wahrscheinlicher machen und auch die Gehirnentwicklung wäre dadurch weniger beeinträchtigt“, meint die Psychologin Katrin Gossow von der Begutachtungsstelle für Rechtspsychologie des TÜV Thüringen.

Die Psychologin des TÜV Thüringen weist zudem auf die regelmäßige und strenge Überprüfung der Betreiber der Fachgeschäfte und das Fälschungspotenzial bei der reglementierten Ausgabe von Cannabis hin: „Die Händler und Verkäufer legaler Drogen tragen eine hohe gesellschaftliche Verantwortung. Der Gesetzgeber verlangt daher von diesen einen entsprechenden Sachkundenachweis. Neben Drogenberatungsstellen sieht der TÜV Thüringen die Kompetenz zur Schulung von Verkaufspersonal vor allem bei entsprechenden Fachpersonal wie Psychologen oder Sozialpädagogen mit entsprechender Zusatzqualifikation“, so Gossow. Zukünftig soll so sichergestellt werden, dass Klienten hinreichend über mögliche Risiken aufgeklärt und gegebenenfalls auch geschützt werden, um die gesellschaftlichen Auswirkungen möglichst gering zu halten. Auch der TÜV Thüringen möchte seinen Beitrag leisten und die psychologischen Kompetenzen seines Unternehmens bei der anstehenden gesellschaftlichen Veränderung zur Verfügung stellen, damit die erhofften Vorteile der Cannabis-Legalisierung die möglichen Nachteile tatsächlich überwiegen.
Autor: red

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Kommentare
Bebo
04.02.2022, 11:02 Uhr
Wenn
die wichtigsten Gründe für die Legalisierung von Canabis die mit der bisherigen Kriminalisierung verbundenen Folgen, die Belastung von Polizei und Justiz sowie die diversen Risiken für die Käufer sind, dann kommt das einer KAPITULATION gleich.
Audio
05.02.2022, 11:32 Uhr
Die wahren Hintergründe für eine Legalisierung von Cannabis
ist nicht die erwartete Entlastung von Polizei und Justiz, sondern die Millionen an Steuergeldern, welche dadurch in den Staatssack fließen !
Damit hat man zwar den Gangstern ein Schnippchen geschlagen, aber den Konsumenten keinen Gefallen getan, denn eine Abhängigkeit von dieser Droge bleibt nach wie vor. Seit Bestehen der Bundesrepublik kann man ganz legal alkoholische Getränke und nikotinhaltige Tabakwaren in unbegrenzten Mengen kaufen, obwohl man weiß, dass Millionen von Menschen davon abhängig werden oder daran verstorben sind. Aber das hat den Staat nie interessiert - die Hauptsache, es klingelt in der Kasse !
Die Legalisierung von Cannabis ist also kein Akt der Menschlichkeit oder der "christlichen" Nächstenliebe, sondern reine Profitgier !
Ich bin jedenfalls strikt dagegen.
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