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Mi, 13:55 Uhr
01.09.2021
Aus dem Landtag

CDU kritisiert "Chaos zum Schulstart"

Bildungsminister Helmut Holter habe "den Überblick über die drängenden Probleme in der Thüringer Schulpolitik erkennbar verloren“, kritisiert der CDU-Landtagsfraktion, Christian Tischner, auf die Aussagen des Ministers zum Schulstart...

Wenn Holter selbst auf Nachfrage nicht erklären kann oder will, wie viele Lehrer zum Schuljahresstart im Thüringer Landesdienst stehen, sei dies ein Armutszeugnis für einen Bildungsminister. „Angeblich lasse sich auch nicht ermitteln, wie viele Lehrer in den vergangenen zwölf Monaten in Ruhestand gegangen sind“, so Tischner weiter. „Jeder Personalchef eines mittelständischen Betriebes wäre für solche Antworten vom Hof gejagt worden“, sagte Tischner. Der Unionsexperte hält diese Aussagen für Ausflüchte, um zu verdecken, dass heute noch einmal weniger Lehrer an Thüringens Schulen arbeiten als vor genau einem Jahr. „Nach öffentlich zugänglichen Zahlen fehlen in diesem Schuljahr über 400 Lehrer verglichen mit 2021 – bei inzwischen 120 Klassen mehr“, so Tischner.

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„Wir als Union haben zahlreiche Vorschläge unterbreitet, wie der Berufseinstieg für Lehrer in Thüringen attraktiver gemacht werden könnte“, so Tischner weiter. Er erinnert beispielsweise an die bereits vom Landtag gebilligten Zulagen für Stellen in weniger attraktiven Regionen Thüringens oder in Mangelfächern. „Das Geld hat Holter nicht angerührt, die im Haushalt beschlossenen Zulagen werden bis heute nicht gezahlt. Die Leidtragenden sind unsere Kinder.“

Ähnlich planlos agiere Holter bei der Corona-Bekämpfung in Thüringens Schulen. „Der Sommer wurde vertrödelt. Es sind immer noch nicht genügend Luftfiltersysteme oder Tablets zur Absicherung des Unterrichts vorhanden. Und Tests für die Schüler hat das Ministerium nur für drei Wochen bestellt“, kritisiert Tischner: „Auch hier hat die Union frühzeitig gewarnt und die Gelder im Landtag erstritten. Doch Holter setzt sie nicht ein.“ Stattdessen drohe er Eltern ungetesteter Kinder nun mit Bußgeldern, zu veranlassen seien dies durch die Lehrer. „Das ist rechtlich fragwürdig und gefährdet zudem den Schulfrieden“, kritisiert Tischner. Ebenso kritisierte Tischner die Einrichtung separater Klassen für nicht getestete Kinder. Dies sei aufgrund der fehlenden Lehrerkapazitäten und Räumlichkeiten an den Schulen ein absurder Vorschlag.

Die CDU-Landtagsfraktion hat bereits im Mai gefordert, den Fokus zu Beginn dieses Schuljahres vollständig auf die Wissensvermittlung zu legen, um Lernrückstände aufzuholen, erinnerte Tischner weiter. Holter dagegen setze vollkommen falsche Prioritäten, indem er zunächst die pandemiebedingt ebenfalls aufgetretenen Defizite in der körperlichen und sozioemotionalen Entwicklung der Kinder beheben will. „Beides muss gelichzeitig erfolgen“, forderte der CDU-Bildungsexperte. „Und der richtige Ort hierfür ist die Schule.“ Fahrten ins Schullandheim und ein Nachholen der Fahrradausbildung können nicht im Zentrum der pädagogischen Aufarbeitung der Pandemie stehen.

„Angesichts der plan- und lustlosen Amtsführung sollte Minister Holter sich ernsthaft überlegen, ob er nicht selbst in den Ruhestand gehen möchte“, so Tischner. Er stelle schon lange eine schwere Belastung für den Bildungsstandort Thüringen dar.
Autor: red

Kommentare
Kitty Kat
02.09.2021, 07.26 Uhr
Wenn,
ja wenn doch aber der monatliche Blick auf den Kontoauszug so schön ist *lol*
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