Mi, 11:00 Uhr
18.08.2021
Stark angestiegene 7-Tage-Inzidenz in Nordhausen
Wie erklärt sich der sprunghafte Anstieg?
Leichte Aufregung heute Morgen unter den fleißigen Statistikern und anderen Interessierten am Infektionsgeschehen in Nordhausen. Die Inzidenzzahlen für den Landkreis sind über Nacht sprunghaft von 7,4 auf 20 (!) hochgeschnellt. Was ist da passiert, wollten wir vom zuständigen Gesundheitsamt wissen …
Um brisante Informationen schnell zu erlangen, rufen wir für gewöhnlich bei den Pressestellen der Behörden an oder stellen unsere Anfrage kurz per e-mail. Vom Landratsamt, einer der beiden großen Verwaltungen in Nordhausen, bekommen wir meist in sensationeller Geschwindigkeit Antworten. So auch heute, als wir uns danach erkundigten, wie sich die elf neuen Infizierten erklären lassen.
Pressesprecherin Jessica Pieper schrieb uns dazu: Die elf heute in der Statistik registrierten Fälle verteilen sich auf zwei Tage – bei sieben Fällen kam das Laborergebnis gestern und bei vier Fällen vorgestern am späten Abend. Unter den elf gemeldeten Fällen seien sechs Reiserückkehrer, heißt es weiter. Bei etwa der Hälfte der Fälle besteht jeweils ein familiärer Zusammenhang, andere sind in beruflichem Umfeld aufgetreten.
Dass die elf Neuinfektionen die Inzidenz des Kreises Nordhausen, der nun eben keine 100 000 Einwohner mehr hat, gleich auf 20 hochschießen lässt, zeigt einmal mehr, wie ungeeignet die Zahl der Infizierten ist, die Gefährdungslage einer Gebietskörperschaft darzustellen. Von den mit dem Virus per Test in Verbindung Gebrachten muss nicht zwangsläufig jemand erkranken, sie bleiben aber nun vierzehn Tage lang in der Statistik und treiben diese in die Höhe.
Wie verschiedene Medien berichteten, plant der Freistaat für seine am Dienstag erscheinende neue Landesverordnung ein Corona-Frühwarnsystem, das neben der Sieben-Tage-Inzidenz auch die Hospitalisierungsrate und den Anteil der Corona-Patienten auf den Intensivstationen einschließt.
Das Frühwarnsystem sieht demnach vor, neben der Inzidenzzahl (Anzahl Infizierter pro 100 000 Einwohner) auch die Hospitalisierungsrate und den Anteil der Covid-19-Patienten an den Intensivbetten zur Bewertung heranzuzziehen. Sollte für drei Tage ein noch zu bestimmender Schwellenwert überschritten werden, steigt die betroffene Gebietskörperschaft in eine neue Warnstufe auf.
Eine Sprecherin des Thüringer Gesundheitsministeriums sagte, die Ampel für einen Landkreis oder eine Stadt stünde auf grün bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 35, wenn dort weniger als vier Corona-Patienten wöchentlich ins Krankenhaus kommen und diese weniger als drei Prozent der zur Verfügung stehenden Intensivbetten belegen. Steige dann die Inzidenz und ein weiterer der beiden Indikatoren, könne es zu zusätzlichen Einschränkungen kommen.
Wie genau diese aussehen, werde derzeit erarbeitet, verriet die Ministeriumssprecherin. Es bedarf aber wohl nicht allzu viel Phantasie diese Maßnahmen im Bereich verstärkter Kontrollen, Testverpflichtungen und Beschränkungen des öffentlichen Lebens zu vermuten.
Olaf Schulze
Autor: oschUm brisante Informationen schnell zu erlangen, rufen wir für gewöhnlich bei den Pressestellen der Behörden an oder stellen unsere Anfrage kurz per e-mail. Vom Landratsamt, einer der beiden großen Verwaltungen in Nordhausen, bekommen wir meist in sensationeller Geschwindigkeit Antworten. So auch heute, als wir uns danach erkundigten, wie sich die elf neuen Infizierten erklären lassen.
Pressesprecherin Jessica Pieper schrieb uns dazu: Die elf heute in der Statistik registrierten Fälle verteilen sich auf zwei Tage – bei sieben Fällen kam das Laborergebnis gestern und bei vier Fällen vorgestern am späten Abend. Unter den elf gemeldeten Fällen seien sechs Reiserückkehrer, heißt es weiter. Bei etwa der Hälfte der Fälle besteht jeweils ein familiärer Zusammenhang, andere sind in beruflichem Umfeld aufgetreten.
Dass die elf Neuinfektionen die Inzidenz des Kreises Nordhausen, der nun eben keine 100 000 Einwohner mehr hat, gleich auf 20 hochschießen lässt, zeigt einmal mehr, wie ungeeignet die Zahl der Infizierten ist, die Gefährdungslage einer Gebietskörperschaft darzustellen. Von den mit dem Virus per Test in Verbindung Gebrachten muss nicht zwangsläufig jemand erkranken, sie bleiben aber nun vierzehn Tage lang in der Statistik und treiben diese in die Höhe.
Wie verschiedene Medien berichteten, plant der Freistaat für seine am Dienstag erscheinende neue Landesverordnung ein Corona-Frühwarnsystem, das neben der Sieben-Tage-Inzidenz auch die Hospitalisierungsrate und den Anteil der Corona-Patienten auf den Intensivstationen einschließt.
Das Frühwarnsystem sieht demnach vor, neben der Inzidenzzahl (Anzahl Infizierter pro 100 000 Einwohner) auch die Hospitalisierungsrate und den Anteil der Covid-19-Patienten an den Intensivbetten zur Bewertung heranzuzziehen. Sollte für drei Tage ein noch zu bestimmender Schwellenwert überschritten werden, steigt die betroffene Gebietskörperschaft in eine neue Warnstufe auf.
Eine Sprecherin des Thüringer Gesundheitsministeriums sagte, die Ampel für einen Landkreis oder eine Stadt stünde auf grün bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 35, wenn dort weniger als vier Corona-Patienten wöchentlich ins Krankenhaus kommen und diese weniger als drei Prozent der zur Verfügung stehenden Intensivbetten belegen. Steige dann die Inzidenz und ein weiterer der beiden Indikatoren, könne es zu zusätzlichen Einschränkungen kommen.
Wie genau diese aussehen, werde derzeit erarbeitet, verriet die Ministeriumssprecherin. Es bedarf aber wohl nicht allzu viel Phantasie diese Maßnahmen im Bereich verstärkter Kontrollen, Testverpflichtungen und Beschränkungen des öffentlichen Lebens zu vermuten.
Olaf Schulze



