Do, 12:00 Uhr
15.09.2005
Denn sie wissen nicht, was sie tun
Nordhausen (nnz). Mit Unverständnis hat der alternierende Vorsitzende des Verwaltungsausschusses des Arbeitsamtes Nordhausen, Ulrich Hannemann, die Aktion der Liberalen vor der Arbeitsagentur in Nordhausen zur Kenntnis genommen. Weitere Einzelheiten mit einem einzigen Klick.
Abgesehen von der Tatsache, dass die Ankündigung in der nnz zur (symbolischen) Schließung der Agentur eine Vielzahl von Betroffenen mehr als verunsichert hatte, muss man den Eindruck bekommen, die Akteure wissen nicht, was sie tun. Hätte man sich im Vorfeld der Aktion mit der aktuellen Situation in den Agenturen und den Arge’n vertraut gemacht, so wäre es sinnvoller gewesen, die FDP-Politiker hätten konstruktive Vorschläge zur Überwindung der Massenarbeitslosigkeit (zur Not auch angekettet) in der Region eingebracht.
12.015 Leistungsempfänger nach SGB II (Alg II und Sozialgeld) und 28.065 Personen bei der Agentur für Arbeit haben die Möglichkeit, sich unter 1.086 Stellenangeboten (das ist ein Rückgang von 153 zum Monat Juli) eine Arbeit suchen zu können. Davon lediglich ein Drittel im versicherungspflichtigen Bereich. Konkret meldeten sich im August 3.380 Personen neu oder erneut arbeitslos. Durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit konnten 1.874 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden. In 35,2 % dieser Vermittlungen war die Agentur für Arbeit Nordhausen durch Auswahl und Vorschlag an der Stellenbesetzung beteiligt.
Seit acht Jahren sei das so genannte Vermittlungsmonopol der Bundesanstalt für Arbeit aufgehoben. Die private Arbeitsvermittlung, so wie es die FDP-Politik favorisiert, habe seither die Möglichkeit, die allseits bekannte Situation grundlegend zu verändern. Die Ergebnisse sind laut Hannemann bekannt. Wenn überhaupt Vermittlungen, dann würden ohnehin nur die olympiareifen Facharbeiter und Spezialisten eine neue Arbeit angeboten bekommen.
Bei aller auch berechtigten Kritik an der Agentur für Arbeit sollte die FDP die in ihrer Partei versammelten Ärzte, Apotheker, LehrerInnen, Freischaffenden, Zahnärzte, Geschäftsführer und Eigner von Unternehmen sowie Banker dahingehend politisch in die Verantwortung nehmen, nicht Arbeit ins Ausland zu verlagern, ihre Geschäftsphilosophie nicht ausschließlich an Maximalprofit zu orientieren sowie kleine und mittlere Unternehmen und das Handwerk durch Freigabe jeglicher Regularien in einen sich vernichtenden ruinösen Wettbewerb zu führen, sondern für die Schaffung von Arbeitsplätzen zu gewinnen. Dann würde sich ohnehin die Arbeit der Arbeitsagenturen überflüssig machen, argumentiert der Gewerkschafter.
Autor: nnzAbgesehen von der Tatsache, dass die Ankündigung in der nnz zur (symbolischen) Schließung der Agentur eine Vielzahl von Betroffenen mehr als verunsichert hatte, muss man den Eindruck bekommen, die Akteure wissen nicht, was sie tun. Hätte man sich im Vorfeld der Aktion mit der aktuellen Situation in den Agenturen und den Arge’n vertraut gemacht, so wäre es sinnvoller gewesen, die FDP-Politiker hätten konstruktive Vorschläge zur Überwindung der Massenarbeitslosigkeit (zur Not auch angekettet) in der Region eingebracht.
12.015 Leistungsempfänger nach SGB II (Alg II und Sozialgeld) und 28.065 Personen bei der Agentur für Arbeit haben die Möglichkeit, sich unter 1.086 Stellenangeboten (das ist ein Rückgang von 153 zum Monat Juli) eine Arbeit suchen zu können. Davon lediglich ein Drittel im versicherungspflichtigen Bereich. Konkret meldeten sich im August 3.380 Personen neu oder erneut arbeitslos. Durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit konnten 1.874 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden. In 35,2 % dieser Vermittlungen war die Agentur für Arbeit Nordhausen durch Auswahl und Vorschlag an der Stellenbesetzung beteiligt.
Seit acht Jahren sei das so genannte Vermittlungsmonopol der Bundesanstalt für Arbeit aufgehoben. Die private Arbeitsvermittlung, so wie es die FDP-Politik favorisiert, habe seither die Möglichkeit, die allseits bekannte Situation grundlegend zu verändern. Die Ergebnisse sind laut Hannemann bekannt. Wenn überhaupt Vermittlungen, dann würden ohnehin nur die olympiareifen Facharbeiter und Spezialisten eine neue Arbeit angeboten bekommen.
Bei aller auch berechtigten Kritik an der Agentur für Arbeit sollte die FDP die in ihrer Partei versammelten Ärzte, Apotheker, LehrerInnen, Freischaffenden, Zahnärzte, Geschäftsführer und Eigner von Unternehmen sowie Banker dahingehend politisch in die Verantwortung nehmen, nicht Arbeit ins Ausland zu verlagern, ihre Geschäftsphilosophie nicht ausschließlich an Maximalprofit zu orientieren sowie kleine und mittlere Unternehmen und das Handwerk durch Freigabe jeglicher Regularien in einen sich vernichtenden ruinösen Wettbewerb zu führen, sondern für die Schaffung von Arbeitsplätzen zu gewinnen. Dann würde sich ohnehin die Arbeit der Arbeitsagenturen überflüssig machen, argumentiert der Gewerkschafter.

