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Di, 20:07 Uhr
22.03.2005

Schutz für Opfer

Nordhausen (nnz). Gewalt und Kriminalität, das betrifft mich doch nicht. Falsch gedacht, jeder kann Opfer werden und braucht dann Hilfe. Heute, am „Tag der Kriminalitätsopfer“ ist Zeit darüber nachzudenken.

Schutz für Opfer (Foto: nnz) Schutz für Opfer (Foto: nnz)

Wer in Nordhausen Opfer einer Gewalttat wird, braucht nicht allein bleiben und ängstlich in der Opferrolle verharren. Vielfältige Hilfsangebote gibt es, nur die müssen Betroffene erst einmal finden. Bevor es passiert ist, machen sich die wenigsten Leute Gedanken darüber, daß Kriminalität auch sie betreffen könnte. Die Nummer vom Pizza-Service haben sie an der Pinnwand, aber kaum die vom Kinderschutzbund oder Weißen Ring. Da ist es gut, daß selbst Kinder schon die Notrufnummer der Polizei wissen. In jedem Fall gibt´s Hilfe unter 110.

Heute, aus Anlaß des „Tages der Kriminalitätsopfer“, fragten Jugendliche auf dem Rathausplatz Passanten nach ihren Erfahrungen mit Gewalt. Den dabei entstandenen Film wollten sie heute im Rahmen einer öffentlichen Diskussion im „Neuen Rathaus“ vorstellen. Die Öffentlichkeit zeigte für das Thema aber kein großes Interesse.

Neben der Polizei und dem Opferhilfeverein „Weißer Ring“ waren die Interventionsstelle der Stadt Nordhausen, der Horizont e.V., der Kinderschutzbund und die Familienberatungsstelle des Jugendsozialwerks vertreten. Sie wollten hier wie in 13 anderen europäischen Ländern auf die Situation der Opfer aufmerksam machen. Die Täter bekommen von den Medien meist genug Beachtung.

Der Weiße Ring setzt sich für eine Stärkung der Opferarbeit ein. Dazu gehört auch eine bessere Information für Geschädigte. Rund 60.000 Mitglieder unterstützen den Verein finanziell, 2.600 ehrenamtliche Mitarbeiter sind deutschlandweit im Einsatz. In Nordhausen arbeiten acht Ehrenamtliche. Katrin Benneckenstein als Leiterin der Stelle im Landkreis, stellte die Arbeit des Vereins vor.

Der Weiße Ring wünscht sich eine stärkere Unterstützung der Opferhilfe. Besonders die Rechte von Zeugen in Gewaltprozessen sollen gestärkt werden, damit diese bei der Aussage nicht erneut zu Opfern werden. Ein weiterer wichtiger Bereich ist der Schutz sexuell mißhandelten Personen, besonders Kindern, die zumeist im Bereich ihrer eigenen Familie mißbraucht wurden.

So schutzbedürftig minderjährige Opfer sind, jugendliche Täter kommen nach Meinung des Weißen Rings oft zu glimpflich davon. Der Verein beklagt, daß Geschädigte keinen Anspruch auf einen Opferanwalt und eine Nebenklage haben, wenn ein Jugendlicher der Täter ist. Das Argument, dies behindere den Erziehungsaspekt, ist aus Sicht des Vereins genauso unverständlich wie die nicht vorhandene Möglichkeit, bereits im Strafverfahren Schmerzensgeld und Wiedergutmachung zu erklagen. Besonders die Wiedergutmachung sei doch ein wichtiger Erziehungsaspekt für einen jungen Täter, so der Verein.

Was hilft das beste Opferschutzgesetz, wenn es keiner kennt? Fragte heute der Weiße Ring. Damit im Landkreis niemand ohne Hilfe bleiben muß, hier die Ansprechpartner:
Weißer Ring Nordhausen: 03631/971507
Interventionsstelle der Stadt Nordhausen: 03631/696314
Frauenhaus: 03631/990369
Jugendamt:03631/911510
Kindersorgentelefon:0800/0080080
Autor: wf

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