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Mi, 10:43 Uhr
19.09.2001

Landrat Claus: Jetzt an einen Tisch!

Nordhausen/Bleicherode (nnz). Das Drama um das künftige Heim für Autisten in Bleicherode scheint sich zu einer erneuten unendlichen Geschichte zu entwickeln. Wer jetzt den „Schwarzen Peter“ in seinen Händen hält, das wollte die nnz erkunden?


Heinrich Schnatmann von Kyffhäuser Bildungswerk bedauerte heute gegenüber nnz, dass er nicht zu dem Gespräch bei Landrat Joachim Claus (CDU) eingeladen wurde. Gern hätte er dabei den Standpunkt der Einrichtung vorgetragen. Seine Vorwürfe richten sich jedoch eindeutig gegen das Verhalten der Stadtverwaltung Bleicherode. Bereits am 1. August hätte das Bildungswerk die entsprechende Pläne zum Ausbau der Zufahrtsstraße, verbunden mit einem Entwurf des Erschließungsvertrages und einer Kostenaufstellung, in Bleicherode eingereicht. „Bis zum heutigen Zeitpunkt haben wir jedoch keine offizielle Reaktion darauf erhalten“, so Schnatmann. Rückfragen sei man in der Verwaltung ausgewichen, erst habe der Bauamtsleiter Urlaub gehabt, dann sei er krank gewesen.

Eigentlich habe das Bildungswerk alles getan, um mit den Planungen beginnen zu können. Wenn es nun noch Änderungswünsche seitens der Stadt Bleicherode gebe, dann hätte man das jedoch mitteilen müssen. Wichtig ist für das Bildungswerk, eine Betriebserlaubnis zu erhalten. Voraussetzung dafür ist die Genehmigung einer Nutzungsänderung für das ehemalige Hotel. Diese müsse, so Schnatmann, vom Landratsamt genehmigt werden. Auch im Landratsamt stößt die Bleicheröder Haltung inoffiziell auf Unverständnis. Offiziell spricht Landrat Joachim Claus (CDU) davon, dass sich beide Seiten aufeinander zu bewegen sollen. Kurzfristig sollte man sich endlich an einen Tisch setzen, um über die Art und Weise der Erschließung der Zufahrtsstraße zu reden, so Claus gegenüber nnz. Er könne zwar weiter vermitteln, die Aktivitäten müssten jedoch von der Stadt Bleicherode und dem Kyffhäuserbildungswerk ausgehen. Sind die beiden Seiten sich einig, dann könne von einer sehr schnellen Genehmigung durch das Bauordnungsamt ausgegangen werden.

Für Heinrich Schnatmann ist das trotzdem alles unverständlich. Angesichts einer düsteren Arbeitsmarktsituation könne es sich kaum eine Kommune erlauben, auf fast 40 Arbeitsplätze zu verzichten. Die würden sofort geschaffen, wenn die 19 Kinder, Jugendliche und Erwachsene im ehemaligen Hotel einziehen könnten und dort fachmännisch betreut werden.
Mehr zu den Hintergründen des Streits um das Autistenheim finden Sie im nnz-Archiv.
Autor: nnz

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