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Di, 16:00 Uhr
29.01.2019
Jugendclub Herreden

Kein Interesse, kein Angebot

"Warum hat man uns in Herreden jetzt den Jugendlichen den Jugendclub dichtgemacht und warum hat man nicht darüber informiert?" So lautet die Frage eines nnz-Lesers. Wir haben die Antwort eingeholt...

Sieht so heutzutage Jugendarbeit aus?

Aus Sicht des Nordhäuser Rathauses stellt sich die Situation in Herreden wie folgt dar: "Mit dem Kreisjugendring Nordhausen (KJR) wurde ein Vertrag abgeschlossen, der die Betreuung und Beratung der Jugendclubs in den Ortsteilen zum Inhalt hatte. Diese Betreuung war notwendig, um das gesetzlich geforderte Fachkräftegebot in der Jugendarbeit einhalten zu können. Realisiert wurde dies über eine entsprechend qualifizierte Mitarbeiterin des Kreisjugendrings, die als Jugendarbeiterin 20 Stunden pro Woche in den Ortsteil-Jugendclubs der Stadt Nordhausen unterwegs war. Der Vertrag war befristet bis zum 31. Dezember 2018", teilt die Stadtverwaltung mit.

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Dafür standen zuletzt 28.800 Euro im Haushalt zur Verfügung, von denen aber lediglich drei bis vier Ortsteile partizipiert hätten. Im August vergangenen Jahres wurde die Stadt vom KJR informiert, dass die Jugendarbeiterin ab sofort nicht mehr zur Verfügung steht und eine Nachbesetzung der Stelle aufgrund Fachkräftemangels nur bedingt möglich ist.

Der zuständige Ausschuss für Generationen, Bildung und Sport des Nordhäuser Stadtrates wurde am 9. Oktober entsprechend informiert und hat sich für eine Umstellung der Jugendarbeit in den Ortsteilen ausgesprochen, damit alle Ortsteile mehr für die Jugendarbeit tun können, wenn das zur Verfügung stehende Geld gerechter verteilt und die Ortsteil-Bürgermeister selbst dafür die Verantwortung übernehmen würden. Aus diesem Grund ist der Vertrag mit dem KJR nicht über den 31. Dezember hinaus verlängert worden.

In einem Schreiben vom 27. September wurden alle Ortsteilbürgermeisterinnen und Ortsteilbürgermeister informiert und gleichzeitig um ihre Ideen und Vorschläge für die Jugendarbeit in den Ortsteilen gebeten. Im Weiteren war das Thema bereits in mehreren Sitzungen des Ausschusses im Oktober, November und im Januar dieses Jahres auf der Tagesordnung. In der Januar-Sitzung wurde das in diesem Jahr anzuwendende Verfahren festgelegt. Auch während der Haushalts-Diskussion wurde darüber gesprochen. Der Ortsteil Herreden war bei keiner Ausschusssitzung oder bei der Beratung vertreten, eine Rückmeldung auf die Anfrage gab es nicht.

Laut dem letzten Sachbericht des Kreisjugendringes (Frühjahr 2018) gab es im Jugendclub Herreden keinerlei Aktivitäten und auch keinen Kontakt zu Jugendlichen sowie der Inhaberin der Jugendleitercard. Vormalige Clubbesucher waren im Alter ab 24 Jahren und das - mit Verlaub - ist nicht Zielgruppe für die Jugendarbeit. Dem KJR war nicht bekannt, dass es eine neue Jugendgruppe gab.

"Der Aushang der Schließung erfolgte der Vollständigkeit halber. Es bleibt dem Ortsteil trotz allem vorbehalten, den Jugendlichen den Raum im Rahmen der Jugendarbeit weiter zur Verfügung zu stellen. Der Einsatz der Haushaltsgelder für Jugend-Projekte verzögert sich aufgrund der weiterhin ausstehenden Freigabe des Haushalts für das Jahr 2019", so die Antwort der Stadtverwaltung.

Bleibt die Frage, ob es sich - angesichts vieler Umstände, gerade im ländlichen Raum - überhaupt noch lohnt, organisierte Jugendarbeit anzubieten? Vielleicht können Sie darüber diskutieren, wünscht sich
Ihre nnz.
Autor: red

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Kommentare
Nörgler
29.01.2019, 17:43 Uhr
Jugendclub?
Jugendliche haben demzufolge kein Interesse mehr an Treffen in Jugendclubs.

Jugendliche tun heute höchstwahrscheinlich nichts anderes als frühere Generationen, wie Freunde treffen, Musik hören, Fernsehen schauen, Bücher lesen und Sport machen. Hinzu kommen heute natürlich noch das Online surfen, chatten und Computerspiele. Dazu braucht es keine Jugendclubs.
Trüffelschokolade
29.01.2019, 17:50 Uhr
Jugendarbeit
Gerade im ländlichen Raum ist eine gute Jugendarbeit von großer Bedeutung. Angesichts der Anregungsarmut des ländlichen Raumes sind Jugendarbeit und entsprechende Infrastrukturen zentral. Gleichzeitig ist es wichtig für die Zukunft der Region: engagierte Jugendliche sind oftmals auch noch bereit mehr Energie und Ressourcen in die Region zu stecken, und nicht einfach sofort abzuhauen. Bzw. manchmal kommen sie dann eben später wieder. Außerdem bietet das auch niedrigschwellige Möglichkeiten bei Problemen Unterstützungsangebote zu liefern.

Zumal das Fehlen entsprechender Strukturen nur umso mehr Probleme hervorruft: Der Erfolg rechtsextremer Bewegungen und der NPD war/ist oftmals stark verknüpft auch mit deren (vermeintlichem) "Angebot" sinnstiftender als auch sozialer Räume (nicht unbedingt geographisch, sondern soziologisch verstanden).

Investition in gute Jugendarbeit ist eine Investition in die Zukunft.
Treuhänder
29.01.2019, 21:29 Uhr
@Trüffelschokolade
Für Jugendliche ist es wichtig einen Arbeitsplatz nach der Ausbildung oder dem Studium zu finden. Wenn das im ländlichen Raum oder in der näheren Umgebung nicht möglich ist, wird sie nichts abhalten in die "Ferne" zu ziehen, auch nicht eine gute Jugendarbeit.

Arbeit ist das halbe Leben, heißt ein Sprichwort. Das der Arbeitsrhythmus unseren Alltag dominiert und die Tatsache, ob wir Arbeit haben und welche, nicht nur unser Einkommen bestimmt, sondern auch den sozialen Status, dass Wissen Sie (Herr oder Frau Trüffelschokolade) sicher alles.
kai aus der kiste
30.01.2019, 00:00 Uhr
Falsche Tatsachen ...
... die Frage muss lauten, sind Fachkräfte von Nöten? Warum kann sich der Jugendclub nicht selbst verwalten? Ist es nicht das was alle wollen, eine selbstbestimmtende Jugend? 24 Jahre bedeutet falsches Klientel.... Jugendarbeit geht grundsätzlich bis 27 Jahre. Und, wo sind die so hochgelobten Planungsfeldpädagogen??? Ist es nicht deren Aufgabe, solche Probleme frühzeitig aufzufangen????
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