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Di, 17:49 Uhr
15.02.2005

Gründer-Boom als Bumerang?

Nordhausen (nnz). Der Landkreis Nordhausen erlebte im vergangenen Jahr einen wahren Gründer-Boom. Nach Einschätzung der IHK in Nordhausen könnte sich das allerdings für viele Gründer auch zu einem Bumerang entwickeln.


Es war das Herannahen von „Hartz IV & Co.“ und der damit verbundene Abstieg auf der sozialen Leiter, die viele Frauen und Männer (70 Prozent) im Landkreis Nordhausen dazu bewog, den Schritt in die Selbständigkeit zu gehen. Allein in den zurückliegenden zwölf Monaten wurden durch das Regionale Service Centrum der IHK (RSC) 259 Neugründungen von Unternehmen gezählt. Im Jahr 2003 war der Trend noch negativ, zeigt der Blick auf die Statistik.

Die Fachleute der Kammer befürchten jedoch, dass viele der Neugründungen das erste Geschäftsjahr nicht überleben werden. So gebe es sicherlich die entsprechenden handwerklichen Erfahrungen und Voraussetzungen für die eigenen Firma, doch oftmals seien die kaufmännischen Aspekte vernachlässigt worden. Nur in wenigen Fällen könnten zum Beispiel Existenzgründerseminare dieses Defizit ausgleichen.

Auch zeigt der Blick auf die gegründeten Unternehmen ganz klar, dass der Markt nicht genügend analysiert worden war. So wurde allein die Branche der Nagelstudios im Landkreis Nordhausen im Jahr 2004 um 12 Neugründungen bereichert. 37 mal wurde ein Hausmeisterservice gegründet, 30 Neugründungen wurden im Bereich der Gastronomie verzeichnet. Allein der Markt bei den Fahrradkurieren wurde vermutlich richtig eingeschätzt: Hier gab es 2004 eine Gewerbeanmeldung.

Die neuen Regelungen zur Gründung einer Ich-AG haben der Gründerwelle zwar einen kleinen Einbruch beschert, doch wer der IHK oder der Agentur für Arbeit eine aufgehende Ertragsvorschau präsentiert, der wird auch eine Ich-AG gründen dürfen. Die IHK muß jedenfalls – wenn es um das Überbrückungsgeld geht – eine positive Stellungnahme abgeben. Übrigens: Ertragsvorschauen lassen sich bequem im World Wide Web finden und müssen dann nur ein wenig „angepasst“ werden.

Letztlich gilt wie für den großen Konzern, so auch für die kleine Ich-AG: Der Markt wird es richten.
Autor: nnz

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