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Mo, 15:03 Uhr
29.01.2018
Gebietsreform

Südharzer Bürgermeister sind sauer

Bürgermeister von Harztor, Neustadt, Harzungen und Herrmannsacker zeigen sich enttäuscht über einen Alleingang der Stadt Nordhausen. Einzelheiten wie immer mit dem bekannten Klick...


Mit Verwunderung haben die Bürgermeister von Harzungen, Neustadt, Herrmannsacker und Harztor eine mehrseitige Stellungnahme der Stadt Nordhausen zur Kenntnis genommen. In dem Schreiben an den Thüringer Städte- und Gemeindebund vom 18. Januar im Rahmen des Anhörungsverfahrens zum Entwurf des Gemeinde-Neugliederungsgesetzes lehnt die Stadt Nordhausen nämlich die Fusion der drei Orte mit der Landgemeinde Harztor ab und droht mit rechtlichen Schritten, sollte das Gesetz vom Thüringer Landtag beschlossen werden. Im Rahmen eines Anhörungsverfahrens konnten die Kommunen bis 22. Januar eine Stellungnahme zum Gesetzesentwurf einreichen.

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In dem Schreiben legt die Stadt Nordhausen dar, dass die Kreisstadt in Folge der Gemeindefusion geschwächt würde. Diese Ansicht teilen die Bürgermeister der betroffenen Kommunen jedoch nicht. „Der Gesetzesentwurf unterstreicht sehr deutlich, dass die dann größere Landgemeinde Harztor weder zu einer Schwächung der Stadt Nordhausen als Mittelzentrum mit Teilfunktion eines Oberzentrums führen wird, noch ist eine Eingliederung nach Nordhausen aus infrastrukturellen, sozialen, gesellschaftlichen wirtschaftlichen oder historischen Gründen erforderlich oder gerechtfertigt“, betont Harztor-Bürgermeister Stephan Klante.

Die Ortschefs von Harzungen, Neustadt, Herrmannsacker kritisieren ferner, dass die Stadt Nordhausen mit dieser Stellungnahme auch den Bürgerwillen der Menschen in den drei Orten ignoriert. Neustadt und Herrmannsacker hatten Ende 2016 die Einwohner in Bürgerbefragungen abstimmen lassen. „Neustadt hat für Harztor gestimmt“, unterstreicht Ortschef Dirk Erfurt (parteilos). 800 von 963 stimmberechtigten Neustädtern beteiligen sich damals, 536 Stimmen entfielen auf Harztor, 264 auf Nordhausen. „Auch die Menschen in Herrmannsacker haben sich klar für Harztor und gegen Nordhausen entschieden“, ergänzt sein Bürgermeisterkollege Dirk Bertram (parteilos). Bei einer Wahlbeteiligung von 82 Prozent hatten sich 162 Einwohner für die Landgemeinde entschieden, 88 Menschen für die Stadt Nordhausen. „Für Harzungen war Nordhausen nie eine Option“, sagt auch Bürgermeister Karsten Baudrexl (parteilos). Sein Gemeinderat hätte sich von Beginn an für eine freiwillige Fusion mit Harztor ausgesprochen.

Herrmannsackers Bürgermeister Dirk Bertram zeigte sich von der Vorgehensweise der Stadt Nordhausen enttäuscht, ebenso Harztor-Bürgermeister Stephan Klante: „Ein vertrauensvoller Umgang mit Nachbargemeinden ist das leider nicht“, teilt er mit.

Jetzt, da keine freiwillige Fusion zustande gekommen sei, versuche die Stadt Nordhausen über das Hintertürchen ihre Wünsche durchzusetzen. Klante kritisiert den scheinbaren Alleingang der Verwaltung im Nordhäuser Rathaus: „Uns ist kein Stadtratbeschluss bekannt, der eine Erweiterung von Nordhausen um Harztor und die drei fusionsbereiten Orte vorsieht.“ Denn das fordert die Stadt Nordhausen nun in der Stellungnahme an den Städte- und Gemeindebund. „Nordhausen sieht nur seine eigenen wirtschaftlichen Interessen“, ärgert sich Herrmannsackers Ortschef Bertram.

Klante erinnerte daran, dass im Falle der Landgemeinde Harztor und der Mitgliedgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft „Hohnstein/Südharz“ die Fusionen von Beginn an ein offener und bürgerorientierter Prozess war. Noch vor Weihnachten vergangenen Jahres hatte sich die Thüringer Landesregierung auf einen Gesetzentwurf zur freiwilligen Neugliederung von Gemeinden geeinigt. Das Kabinett stimmte dem Entwurf aus dem Innenministerium zu. Demnach soll das Gesetz, in dem auch die Erweiterung von Harztor steht, zum 1. Juli dieses Jahres in Kraft treten. Die Verwaltungsgemeinschaft „Hohnstein/Südharz“ würde dann aufgelöst; die Gemeinde Buchholz nach Nordhausen angegliedert.
Autor: red

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Kommentare
geloescht.otto
29.01.2018, 15:30 Uhr
wir
die Bürger der Gemeinde Neustadt und OT Osterode, haben uns mehrheitlich für den Betritt zu der Gemeinde Harztor ausgesprochen!
Wieso passt das nun den Herren in Nordhausen nicht??
Wir haben uns gegen Nordhausen entschieden - wir wollten es so!!
Aber wie es aussieht zählt der Bürgerwille in Nordhausen nix!!
Wir lehnen eine Eingemeindung nach Nordhausen strickt ab - pasta!!
Klappsrobert
29.01.2018, 19:36 Uhr
So funktioniert kommunale Politik nun mal....
... und wenn man als mündiger Bürger und Wähler diesen Sachverhalt begriffen hat, muss man sich nicht wundern, warum es in Berlin genauso abläuft, wie in den Gemeinden.

Das eigentlich Schlimme daran ist, dass die kommunale Politik zumeist nicht im Sinne der zu vertretenden Bevölkerung läuft, sondern viele andere Bedürflichkeiten wichtiger erscheinen. So ist es auch nicht verwunderlich, warum in den Räten, trotz mehrheitlicher Bürgerwillensbekundung, zum Teil keine einheitliche Linie argumentiert wird....

Man kommt sich einfach nur verklappst vor....

Die vielen Leute, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich in Vereinen und Einrichtungen für ihre Orte stark machen oder einfach nur anpacken, weil es sich im gegenseitigen Miteinander so gehört, werden wieder und wieder vor dem Kopf geschlagen, es ist schlichtweg ein Unding!!!

Meine Meinung: Die Stadt Nordhausen hat mir persönlich nicht zu bieten, was für mich erstrebenswert wäre. Ich möchte auch nicht in der Stadt Nordhausen leben, herzlichen Dank!

Ländliche Grüße vom Klappsrobert
alexa
29.01.2018, 20:18 Uhr
Harztor sollte mit Nordhausen fusionieren
Ich kann es ja verstehen, die Stadt wirkt für das beschauliche Leben in den kleinen Gemeinden groß, arrogant und übermächtig.

Aber bitte nicht vergessen, ohne die Stadt blutet das Umland aus. Die Gebühren für Abwasser, Wasser, Kulturangebote, Sport- und Bildungseinrichtungen sind nur mit mehreren Zehntausend Nutzern aus Nordhausen so günstig, die das Leitungsnetz finanzieren. Und nicht zu Vergessen das Krankenhaus ist da, weil die Stadt da ist. Bitte weniger Angst und mehr Fairness.
Ich frage jetzt mal nicht, wieviel der Freiwilligen Neu- und Alt-Harztorianer in Nordhausen arbeiten, ihr Geld dort verdienen. Angefangen bei Herrn Bürgermeister Erfurt ;-)

Nordhausen braucht das Umland. Das Umland braucht noch mehr die Stadt! Also bringt alle zusammen! Alles andere ist doch ein "Sandkastenspiel." Von beiden Seiten.
geloescht.20240214
29.01.2018, 20:35 Uhr
Wort und Tat
Der Harzunger Bürgermeister hat kurz nach seiner Wahl erklärt, Harzungen bleibt so lange wie möglich eigenständig. Und nun. Ohne Not (kein Vorschaltgesetz, keine finanziellen Zwänge) wurde die Fusion besiegelt. Immer schön unter Regie von Herrn Klante. Teilweise mit hanebüchen Argumenten. Aber die erste Erläuchtung ist ja schon mit Klantes neuem Wahltermin sichtbar.
Hans Dittmar
29.01.2018, 20:37 Uhr
Oberbürgermeister Buchmann zeigt klare Kante
Mit Feingefühl zeigt der neue Chef der Stadt, wie man mit kleinen Nachbarn umgeht. Klare Kante und Tacheles statt Weichspülerei.
Spätestens wenn Ellrich die Gemeinde Harztor schlucken will, geht der wahre Kampf um die Gemeinden los.
Katzengreis
29.01.2018, 22:32 Uhr
Harztor nach Ellrich..
Die armen Harztorbewohner ...
Nach Ellrich? Schon mal Ellrich angeschaut?
DeWalter
30.01.2018, 07:54 Uhr
Gebietsreform
Libe Mitbürger, soweit ich weiss, wurde die Gebietsreform im Dezember 2017 abgesagt.

Worüber diskutiert man denn noch?
Herr Schröder
30.01.2018, 08:52 Uhr
alexa
Sie haben völlig Recht. In unserem Landkreis gibt es ein ständiges Gegeneinander vor allem gegen die Stadt Nordhausen. Voran getrieben wird das Ganze vom "Vorzeigeländler" Egon Primas! Warum schließt man sich nicht zusammen und tritt gemeinsam und gestärkt in Erfurt und Berlin auf! Auf Kurz oder lang wird es in Thüringen eine Gebietsreform geben. Sinkende Einwohnerzahlen sorgen schon dafür, dass dies in der kommenden Legislaturperiode geschehen wird. Dann wird Zwangseingemeidet und das Geschrei ist groß! Jetzt freiwillig zusammenschließen und man hat einen gewaltigen Vorsprung bei künftigen Verhandlungen mit Vertreten von Bund und Land. Aber Kleinstaaterei hat ja in Deutschland Tradition! Am Ende geht es um Posten und die eigene Kohle! Nichts anderes, stimmt`s Herr Klante!
Sonntagsradler 2
30.01.2018, 09:22 Uhr
Weiter so meine Damen und Herrn im Rathaus
zeigen Sie wer hier im Landkreiß das Sagen hat. Das dumme Volk doch bestimmt nicht! Nur Ihr eigenes Wohlbefinden. Zeigen Sie eine harte Linie zur Not auch mit einer Klage aus Steuermitteln.
G.Auer
30.01.2018, 17:54 Uhr
Stadtkreis Nordhausen
Nach Meinung Einiger soll die Stadt Nordhausen also weiter vergrößert werden und das ganze Umland bis mit einnehmen. Wo soll denn da die Grenze sein? Da bliebe doch vom Landkreis bis ein paar kleine Flecken um evtl. Bleicherode, Ellrich und Heringen nichts mehr übrig und es könnte gleich alles zur Stadt. Nur wer nimmt dann noch die Interessen der Bürger in den entlegendsten Orten war. Da ist man doch noch mehr Schütze A..... im letzten Loch. In der Stadt hat man doch keinen Sinn für das Leben und Zusammenhalt im Dorf, das zeigen doch einige der Kommentare hier. Nach uns die Sintflut, Hauptsache in der Stadt ist alles schick. Aber eine Stadt lebt auch von ihrem Umfeld und sollte dies nicht ausbluten.
Pe_rle
30.01.2018, 19:29 Uhr
Herr Auer
das Nordhausen schick ist ,das bezweifele ich .
Herr Schröder
30.01.2018, 19:48 Uhr
G.Auer
Ihre Befürchtungen sind verständlich. Die Frage ist doch aber, was passiert bei der mit Sicherheit kommenden Gebietsreform. Nach Lage der Dinge wird es 2019 keinen Wechsel in der Landesregierung geben (Leider!). Mein Vorschlag geht dahin, jetzt etwas freiwillig zu tun bevor es einem in 1 - 2 Jahren aufgezwungen wird. Den Landkreis Nordhausen wird es nach dieser Gebietsreform so nicht mehr geben. Wo die Reise hingehen kann, wenn man hier im Norden nicht gemeinsam auftritt, hat die Kreisstadtdebatte gezeigt. Warum nicht jetzt aufeinander zugehen und gemeinsam Stärke zeigen. Ramelow hat doch deutlich zu verstehen gegeben, das Problem im Norden ist die Uneinigkeit! Ein Zusammengehen soll ja auch nicht um jeden Preis geschehen. Harztor hat schon eine Menge mit einzubringen und das kann in den Verhandlungen eine gewichtige Rolle spielen. Aber auch wenn ich mich wiederhole, das grenzt hier an Kleinstaaterei. Hier will jeder sein eigener Fürst sein!
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