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So, 07:48 Uhr
28.01.2018
Geheime Rüstungsprojekte bei Ellrich und Nordhausen

"Kuckuck"-Treibstoffabfüllstationen

Zu den „Kuckuck“ Treibstoffabfüllstationen der geheimen Rüstungsprojekte ab 1944 bei Ellrich und Nordhausen am Kohnstein. Ein nnz-Exklusivbeitrag-Beitrag von von Tim Schäfer...


Gemeinhin ist es in der Sicht auf die Geschichte der SS- Zwangsarbeit (mit KZ Mittelbau, Nebenlager) und der Untertageverlagerung 1943-1945 in bombensichere Untertagekomplexe bekannt, dass der Raum Südharz bei Nordhausen eines der bedeutendsten Rüstungszentren in Nazideutschland (Mittel- Nordwerke) war.

Sozusagen sollten hier ganz neue Waffen den Faschisten noch den Endsieg bringen. Die Führung gab SS Stellen über alle sonstigen Ministerien, Stäbe und Gremien hinweg Befehl, mit allen Vollmachten den alliierten Bombenterror doch noch zu brechen. Das Ergebnis ist bekannt.

Dennoch tauchen gerade in den vergangenen Jahren immer noch neue Hinweise, Beweise oder auch Planungen auf, die weitergehende Fragen aufwerfen. So auch bezüglich eines der SS Bauvorhaben wie jenes, welches den Code Kuckuck trug. Mit Treibstoffabfüllanlagen am Kohnstein und auch Kammerforst (Ellrich). Diese wurden auch von SS-Führungsstäben geführt und standen unter Leitung des Generals der Waffen- SS Dr. Kammler.

Neben Flugzeugturbinen wie für die ME 262 oder die Ar 234 ging es zuletzt speziell auch um Raketen und den Bau des sogenannten Volksjägers (Jägerstab/Rüstungsstab). Dieses Volks-Jagdflugzeug war seinerzeit vergleichsweise preiswert und dennoch in technischen Parametern überlegen. Es hatte nur 7,2m Spannweite und ein Strahltriebwerk. Es war offenbar ergänzend zu ME262 vorgesehen, hier im Kohnstein bei Nordhausen sofort ein großes Volksjägerproduktionswerk zu etablieren und Flugabwehrraketen zu produzieren. Aber auch große Treibstoffanlagen (Kuckuck) in Nutzung von B11 wurden gebaut. Auch für flüssigen Sauerstoff (Eber) als Beispiel.

Technologisch handelte es sich bei der Sauerstoffanlage um Heylandt-Aggregate, noch 1944 teilweise in Betrieb gegangen. Heylandt (Berlin) steht für hochtechnologische Technologien mit flüssigem Sauerstoff, wohl vorzüglich einem Raketentreibstoff. Sollte der flüssige Sauerstoff für die Taifun-Rakete oder Schmetterling Raketen (B3 Komplex Himmelsberg, Woffleben) betankt werden können? Sonst für die A4 (V2)? Bei Osterode (Dachs-4) wurde ja auch an einem T-Stoff Werk gebaut und die Schickertwerke (Dezember 1944) erzeugten große Mengen Wasserstoffperoxid.

Zumindest für die in Kuckuck erzeugten Treibstoffe sollte bei Ellrich/Kammerforst eine weitere Abfüllstation für Treibstoffe (B17) entstehen. Die Planung und Realisierung von „Kuckuck“ lässt sich anhand eines wohl bisher unveröffentlichten Dokuments nun beschreiben. Die Zeichnungskopie wurde vom Architekten Wilhelm Fricke -Hannover am 13.08.1944 zur Anlage „Kuckuck“ dokumentiert und umfasst wohl eine Abfüllanlage. Die Planung zeigt die Dimensionen, die in der Höhe mehr als 70 m ausmachte. Der eigentliche technische Teil mit Vorlagebehältern und anderer Ausrüstung war etwa 40m breit. Nebenräume und Zugangstollen sind extra. Gut erkennbar ist, dass die Anlage bis auf ein Plateau geführt wurde, welches dennoch gut getarnt vom Bergkamm geschützt wird.

Die Verwendung und Nutzung solch separater Abfüllanlagen wirft weitere Fragen auf, denen derzeit nachgegangen wird. Offenbar gab es weitere Planungen, die noch im Dunkeln liegen?
Tim Schäfer
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