So, 08:36 Uhr
10.10.2004
nnz-doku: Die letzte Rede
Nordhausen (nnz). Die 2. Thüringer Gartenschau ist Geschichte. Mit einem Feuerwerk wurde gestern Abschied genommen von einem Ereignis, das, wie kein anderes, in Nordhausen für Veränderung sorgte. In der nnz-doku-Reihe veröffentlicht die nnz die Rede von Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD).
nnz-doku: Die letzte Rede (Foto: nnz)
"Willst du aber ein Schiff bauen, so rufe nicht die Männer zusammen, um Holz zu holen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten Meer".
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich heiße sie herzlich hier auf unserem schönen Petersberg willkommen, der 169 Tage im Mittelpunkt der 2.Thüringer Landesgartenschau stand. Heute heißt es, den symbolischen Schlusspunkt unter ein Ereignis zu setzen, das wie kein anderes in der jüngeren Geschichte unsere Stadt und auch uns selbst verändert hat.
Hinter uns liegt eine Gartenschau, die für die Besucher ein einmaliges Erlebnis und für uns zugleich ein großer Erfolg gewesen ist. Das ist spürbar in dem neuen Stolz der Nordhäuser auf ihre Stadt und ablesbar an der großen positiven Resonanz der Gäste aus nah und fern. `Willst du ein Schiff bauen, so rufe nicht die Männer zusammen, um Holz zu holen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten Meer". Dieser Ausspruch von Antoine de Saint Exupery, der auf meinen Kalender im Rathaus steht, hat uns in den Jahren der Vorbereitung und natürlich auch im Jahre 2004 über viele Schwierigkeiten und Bedenken hinweggetragen. Dieser Wunsch, um nicht zu sagen, diese Sehnsucht, unsere geschundene graue Stadt wieder zum Glänzen zu bringen, hat uns mutig anpacken lassen und die Zähigkeit bei der Umsetzung gegeben.
Der Erfolg braucht eine Vision und dann bei der Umsetzung natürlich die vielen Männer und Frauen, die die einzelnen Teile des Projektes realisierten. "Die neue Mitte" - das Ziel und das Motto unserer Gartenschau - hat in den letzten Monaten 400.000 Besucher angezogen und ist auch für die Nordhäuser selbst zu einem Erlebnis und einem Identifikationspunkt geworden. Ja, ich glaube, die Nordhäuser haben sie ins Herz geschlossen. Wie sonst wäre zu erklären, dass jeder Dauerkartenbesitzer durchschnittlich 15 Mal auf dem Petersberg war, und der einsame Nordhäuser Rekordhalter sage und schreibe sogar 136 Mal die Gartenschau besucht hat, wobei er im Mai sogar noch eine Zwangspause einlegen musste, weil er krank war. Die Gartenschau war auch eine Schau für Kinder, Jugendliche und Familien. Allein 9000 junge Leute sind im Rahmen von Schulbesuchen, mit ihren Eltern oder allein auf den Petersberg gekommen, um in erster Linie den Hochseilgarten, den Skaterpark und die vielen Spiel- und Wasserstationen auszuprobieren und zu erleben oder um das "Grüne Klassenzimmer" zu besuchen.
Dies ist nur ein Ausdruck für ein wesentliches Anliegen, das wir mit der Gartenschau verbunden haben: Es ging darum, Nachhaltigkeit zu erzeugen. Nachhaltigkeit für die geschaffenen Anlagen, für die weitere Nutzung durch die Bildungseinrichtungen, aber auch nachhaltig im Bewusstsein der Menschen, für das positive Image unserer Stadt. Ich bin mir sicher, dass wir auch erfolgreich waren, die Jugend für Natur und Umwelt zu sensibilisieren, sie für die Geschichte und die Zukunft unserer Stadt zu interessieren. Die Jugend in die Gartenschau einzubinden - dieses Konzept ist aufgegangen. Wir wünschen uns, dass es vor allem auch die Jugend ist, die diesen Geist weiterträgt.
"Willst du ein Schiff bauen, so lehre die Sehnsucht nach dem weiten Meer" - die Umsetzung der Vision Gartenschau haben wir nicht allein geschultert, hätten es auch nie allein schaffen können. Wir haben Partner gehabt, denen dieses Ereignis und ihre Stadt am Herzen lag. Es waren die vielen fleißigen Menschen, die auf dem Gelände hauptamtlich oder ehrenamtlich ihren Beitrag zum Gelingen geleistet haben. Es waren die Stadtführer, die den Besuchern Nordhausens "Neue Mitte" näher gebracht und die Kostbarkeiten unserer Stadt gezeigt haben. Es waren die Gastwirte und Hoteliers und natürlich auch die Nordhäuser Bürgerinnen und Bürger insgesamt, die sich als gute geduldige und großzügige Gastgeber gezeigt haben. Es waren die Medien, die sich mit Engagement und nützlicher Kritik diesem Ereignis gewidmet und es in die Region getragen haben.
Und es waren die Nordhäuser Unternehmer, die sich - jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten - als großzügige Unterstützer, Förderer, Sponsoren und Werbepartner, als Botschafter und damit als echte Freunde unserer unserer Stadt gezeigt haben. Das war keine Selbstverständlichkeit und verdient deshalb besondere Anerkennung. Die Landesgartenschau stellt einmal mehr unter Beweis, dass die Partnerschaft zwischen Wirtschaft und Stadt zum Erfolg führt. Diese Feststellung verbinde ich mit dem ausdrücklichen Wunsch nach Fortsetzung dieser Zusammenarbeit, um weiterhin das Gemeinwesen unserer Stadt zu fördern und somit letztlich die Chancen für den Wirtschaftsstandort Nordhausen zu verbessern.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, man kann es nicht oft genug wiederholen: die Landesgartenschau hat unsere Stadt nachhaltig zum Positiven verändert. Jetzt gilt es, erst einmal eine Verschnaufpause einzulegen und das Bestehende zu bewahren. Daran mitzutun, bitte ich alle Nordhäuser. Wir werden die kommenden Monate bis zum Frühjahr nutzen, um alle Erkenntnisse des Landesgartenschaujahres auszuwerten und das Gelände für die dauerhafte Nutzung als Bürgerpark und Veranstaltungsgelände umzugestalten. Bereits in den nächsten Wochen werden die Schülerinnen und Schüler aus der Frauenbergschule in ihr neues Domizil einziehen. Ich weiß, dass sie es kaum erwarten können. Die Planungen für das nächste Jahr laufen bereits auf Hochtouren und wir wollen mit einem Osterspaziergangsangebot und Ostereiersuchen im kommenden Frühjahr den Petersberggarten zu neuem Leben erwecken. Vielfältige Veranstaltungen werden den Sommer über stattfinden, Konzerte, Oper und Schauspiel, Blumenschauen sowie eine regionale "Grüne Woche" werden zum Besuch einladen. Dabei werden wir mit vielen Partnern zusammenarbeiten und uns auch über die Landesgrenzen hinaus orientieren.
Der Petersberg wird also das blühende Kleinod mitten in der Stadt bleiben, wird als Spiel- und Erlebnisfläche, als Ort des Verweilens und der Muße, des Naturgenusses, als Ort der Weitsicht und des Fernblicks erhalten bleiben. Wir wollen Qualität bewahren, das heißt auch, das Geschaffene in gewissem Umfang zu hüten. Deshalb ist es vernünftig, die Flächen des Petersberggartens weiterhin durch eine Umfassung zu schützen. Es ist geplant, den Park dauerhaft zu bewirtschaften, um die gärtnerische und architektonische Besonderheit auch weiterhin als touristisches Aushängeschild im Herzen von Nordhausen zu bewahren. Durch einen geringen Obolus, wenn auch eher symbolischer Art, wird das Gelände für jeden zugänglich sein.
Meine sehr geehrte Damen und Herren, "Willst du aber ein Schiff bauen, so rufe nicht die Männer zusammen, um Holz zu holen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten Meer" - diese Sichtweise, Visionen zu definieren und ins Auge zu fassen, um überhaupt ans Ziel zu gelangen, und sich nicht ausschließlich im Klein-Klein zu verlieren, ist nicht nur Verpflichtung für alle Verantwortungsträger dieser Stadt. Sie ist der Geist, den die Menschen in jeder Stadt brauchen, um in ihr eine Zukunft zu sehen.
"Herzlichen Glückwunsch, Sie haben etwas Außergewöhnliches geleistet. Wir sind begeistert, was so eine kleine Stadt auf die Beine gestellt hat. Kompliment" - diesen Satz hat uns ein Gast ins Besucherbuch geschrieben und er könnte ein guter Grund sein, um jetzt innezuhalten und mit Selbstzufriedenheit die Hände in den Schoß zu legen. Diese Verlockung ist umso größer, als die Rahmenbedingungen für die Entwicklung Nordhausens komplizierter werden. Um es auf den Punkt zu bringen: Eine solch gewaltige Summe von 80 Millionen Euro für die Neue Mitte wird uns in Zukunft nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Chance, uns zum regionalen Oberzentrum entwickeln zu können, ist durch den Landesentwicklungsplan verhindert werden. Mit der Gartenschau haben wir ein wichtiges Etappenziel erreicht. Die Entwicklung unserer Stadt wird weiter gehen, allen Entscheidungen zum Trotz werden wir uns neue Freiräume erkämpfen.
Unter dem Motto "Die Mitte stärken" wird das stehen, was wir bereits in den nächsten Monaten und Jahren anpacken werden. "Die Mitte stärken", das heißt auf dem Erreichten aufbauen, das heißt die Sanierung unserer Innenstadt wird fortgesetzt. Wir freuen uns, dass schon am 1. Advent unsere Blasii-Kirche in neuem Glanz wieder eröffnet wird. "Die Mitte stärken" bedeutet für die kommenden Jahre in Zusammenarbeit mit unseren Wohnungsunternehmen die Neugestaltung der Häuser des Postkartenecks sowie der Bau des neuen Einkaufszentrum am Pferdemarkt. "Die Mitte stärken" heißt auch, das Gelände zwischen Rathaus und Engelsburg aufzuwerten und umzugestalten, "Die Mitte stärken" bedeutet schon für das kommende Jahr, dass unser Dom einer Generalüberholung unterzogen wird; "Die Mitte stärken" wird auch die lang ersehnte Gestaltung der großen Brachfläche zwischen Bäckerstraße und Kranichstraße sein und die Schaffung eines stadthistorischen Museums in der Flohburg. All dies umzusetzen, wird Kraft und große Anstrengungen kosten, wird Geduld erfordern und das Finden unkonventioneller Lösungen. Vor dem Hintergrund leerer Kassen werden wir dazu Ausdauer und Durchsetzungsvermögen und die Mithilfe aller benötigen. "Die Mitte stärken" bedeutet aber in erster Linie eines: Die langfristige Vision für unsere Stadt nicht aus den Augen zu verlieren: Ein starkes Nordhausen, in dem man gut arbeiten und leben kann.
Es bedeutet aber auch: Unsere Herzen weiter für Nordhausen schlagen zu lassen, unser Gemeinwesen aktiv mitzugestalten, den Schwung, und den Optimismus, den wir mit der Gartenschau erlebt haben, mit in die Zukunft zu nehmen. Das wünsche ich Ihnen, uns allen und vor allem unserer Stadt. Vielen Dank."
Autor: nnz
nnz-doku: Die letzte Rede (Foto: nnz)
"Willst du aber ein Schiff bauen, so rufe nicht die Männer zusammen, um Holz zu holen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten Meer". Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich heiße sie herzlich hier auf unserem schönen Petersberg willkommen, der 169 Tage im Mittelpunkt der 2.Thüringer Landesgartenschau stand. Heute heißt es, den symbolischen Schlusspunkt unter ein Ereignis zu setzen, das wie kein anderes in der jüngeren Geschichte unsere Stadt und auch uns selbst verändert hat.
Hinter uns liegt eine Gartenschau, die für die Besucher ein einmaliges Erlebnis und für uns zugleich ein großer Erfolg gewesen ist. Das ist spürbar in dem neuen Stolz der Nordhäuser auf ihre Stadt und ablesbar an der großen positiven Resonanz der Gäste aus nah und fern. `Willst du ein Schiff bauen, so rufe nicht die Männer zusammen, um Holz zu holen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten Meer". Dieser Ausspruch von Antoine de Saint Exupery, der auf meinen Kalender im Rathaus steht, hat uns in den Jahren der Vorbereitung und natürlich auch im Jahre 2004 über viele Schwierigkeiten und Bedenken hinweggetragen. Dieser Wunsch, um nicht zu sagen, diese Sehnsucht, unsere geschundene graue Stadt wieder zum Glänzen zu bringen, hat uns mutig anpacken lassen und die Zähigkeit bei der Umsetzung gegeben.
Der Erfolg braucht eine Vision und dann bei der Umsetzung natürlich die vielen Männer und Frauen, die die einzelnen Teile des Projektes realisierten. "Die neue Mitte" - das Ziel und das Motto unserer Gartenschau - hat in den letzten Monaten 400.000 Besucher angezogen und ist auch für die Nordhäuser selbst zu einem Erlebnis und einem Identifikationspunkt geworden. Ja, ich glaube, die Nordhäuser haben sie ins Herz geschlossen. Wie sonst wäre zu erklären, dass jeder Dauerkartenbesitzer durchschnittlich 15 Mal auf dem Petersberg war, und der einsame Nordhäuser Rekordhalter sage und schreibe sogar 136 Mal die Gartenschau besucht hat, wobei er im Mai sogar noch eine Zwangspause einlegen musste, weil er krank war. Die Gartenschau war auch eine Schau für Kinder, Jugendliche und Familien. Allein 9000 junge Leute sind im Rahmen von Schulbesuchen, mit ihren Eltern oder allein auf den Petersberg gekommen, um in erster Linie den Hochseilgarten, den Skaterpark und die vielen Spiel- und Wasserstationen auszuprobieren und zu erleben oder um das "Grüne Klassenzimmer" zu besuchen.
Dies ist nur ein Ausdruck für ein wesentliches Anliegen, das wir mit der Gartenschau verbunden haben: Es ging darum, Nachhaltigkeit zu erzeugen. Nachhaltigkeit für die geschaffenen Anlagen, für die weitere Nutzung durch die Bildungseinrichtungen, aber auch nachhaltig im Bewusstsein der Menschen, für das positive Image unserer Stadt. Ich bin mir sicher, dass wir auch erfolgreich waren, die Jugend für Natur und Umwelt zu sensibilisieren, sie für die Geschichte und die Zukunft unserer Stadt zu interessieren. Die Jugend in die Gartenschau einzubinden - dieses Konzept ist aufgegangen. Wir wünschen uns, dass es vor allem auch die Jugend ist, die diesen Geist weiterträgt.
"Willst du ein Schiff bauen, so lehre die Sehnsucht nach dem weiten Meer" - die Umsetzung der Vision Gartenschau haben wir nicht allein geschultert, hätten es auch nie allein schaffen können. Wir haben Partner gehabt, denen dieses Ereignis und ihre Stadt am Herzen lag. Es waren die vielen fleißigen Menschen, die auf dem Gelände hauptamtlich oder ehrenamtlich ihren Beitrag zum Gelingen geleistet haben. Es waren die Stadtführer, die den Besuchern Nordhausens "Neue Mitte" näher gebracht und die Kostbarkeiten unserer Stadt gezeigt haben. Es waren die Gastwirte und Hoteliers und natürlich auch die Nordhäuser Bürgerinnen und Bürger insgesamt, die sich als gute geduldige und großzügige Gastgeber gezeigt haben. Es waren die Medien, die sich mit Engagement und nützlicher Kritik diesem Ereignis gewidmet und es in die Region getragen haben.
Und es waren die Nordhäuser Unternehmer, die sich - jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten - als großzügige Unterstützer, Förderer, Sponsoren und Werbepartner, als Botschafter und damit als echte Freunde unserer unserer Stadt gezeigt haben. Das war keine Selbstverständlichkeit und verdient deshalb besondere Anerkennung. Die Landesgartenschau stellt einmal mehr unter Beweis, dass die Partnerschaft zwischen Wirtschaft und Stadt zum Erfolg führt. Diese Feststellung verbinde ich mit dem ausdrücklichen Wunsch nach Fortsetzung dieser Zusammenarbeit, um weiterhin das Gemeinwesen unserer Stadt zu fördern und somit letztlich die Chancen für den Wirtschaftsstandort Nordhausen zu verbessern.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, man kann es nicht oft genug wiederholen: die Landesgartenschau hat unsere Stadt nachhaltig zum Positiven verändert. Jetzt gilt es, erst einmal eine Verschnaufpause einzulegen und das Bestehende zu bewahren. Daran mitzutun, bitte ich alle Nordhäuser. Wir werden die kommenden Monate bis zum Frühjahr nutzen, um alle Erkenntnisse des Landesgartenschaujahres auszuwerten und das Gelände für die dauerhafte Nutzung als Bürgerpark und Veranstaltungsgelände umzugestalten. Bereits in den nächsten Wochen werden die Schülerinnen und Schüler aus der Frauenbergschule in ihr neues Domizil einziehen. Ich weiß, dass sie es kaum erwarten können. Die Planungen für das nächste Jahr laufen bereits auf Hochtouren und wir wollen mit einem Osterspaziergangsangebot und Ostereiersuchen im kommenden Frühjahr den Petersberggarten zu neuem Leben erwecken. Vielfältige Veranstaltungen werden den Sommer über stattfinden, Konzerte, Oper und Schauspiel, Blumenschauen sowie eine regionale "Grüne Woche" werden zum Besuch einladen. Dabei werden wir mit vielen Partnern zusammenarbeiten und uns auch über die Landesgrenzen hinaus orientieren.
Der Petersberg wird also das blühende Kleinod mitten in der Stadt bleiben, wird als Spiel- und Erlebnisfläche, als Ort des Verweilens und der Muße, des Naturgenusses, als Ort der Weitsicht und des Fernblicks erhalten bleiben. Wir wollen Qualität bewahren, das heißt auch, das Geschaffene in gewissem Umfang zu hüten. Deshalb ist es vernünftig, die Flächen des Petersberggartens weiterhin durch eine Umfassung zu schützen. Es ist geplant, den Park dauerhaft zu bewirtschaften, um die gärtnerische und architektonische Besonderheit auch weiterhin als touristisches Aushängeschild im Herzen von Nordhausen zu bewahren. Durch einen geringen Obolus, wenn auch eher symbolischer Art, wird das Gelände für jeden zugänglich sein.
Meine sehr geehrte Damen und Herren, "Willst du aber ein Schiff bauen, so rufe nicht die Männer zusammen, um Holz zu holen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten Meer" - diese Sichtweise, Visionen zu definieren und ins Auge zu fassen, um überhaupt ans Ziel zu gelangen, und sich nicht ausschließlich im Klein-Klein zu verlieren, ist nicht nur Verpflichtung für alle Verantwortungsträger dieser Stadt. Sie ist der Geist, den die Menschen in jeder Stadt brauchen, um in ihr eine Zukunft zu sehen.
"Herzlichen Glückwunsch, Sie haben etwas Außergewöhnliches geleistet. Wir sind begeistert, was so eine kleine Stadt auf die Beine gestellt hat. Kompliment" - diesen Satz hat uns ein Gast ins Besucherbuch geschrieben und er könnte ein guter Grund sein, um jetzt innezuhalten und mit Selbstzufriedenheit die Hände in den Schoß zu legen. Diese Verlockung ist umso größer, als die Rahmenbedingungen für die Entwicklung Nordhausens komplizierter werden. Um es auf den Punkt zu bringen: Eine solch gewaltige Summe von 80 Millionen Euro für die Neue Mitte wird uns in Zukunft nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Chance, uns zum regionalen Oberzentrum entwickeln zu können, ist durch den Landesentwicklungsplan verhindert werden. Mit der Gartenschau haben wir ein wichtiges Etappenziel erreicht. Die Entwicklung unserer Stadt wird weiter gehen, allen Entscheidungen zum Trotz werden wir uns neue Freiräume erkämpfen.
Unter dem Motto "Die Mitte stärken" wird das stehen, was wir bereits in den nächsten Monaten und Jahren anpacken werden. "Die Mitte stärken", das heißt auf dem Erreichten aufbauen, das heißt die Sanierung unserer Innenstadt wird fortgesetzt. Wir freuen uns, dass schon am 1. Advent unsere Blasii-Kirche in neuem Glanz wieder eröffnet wird. "Die Mitte stärken" bedeutet für die kommenden Jahre in Zusammenarbeit mit unseren Wohnungsunternehmen die Neugestaltung der Häuser des Postkartenecks sowie der Bau des neuen Einkaufszentrum am Pferdemarkt. "Die Mitte stärken" heißt auch, das Gelände zwischen Rathaus und Engelsburg aufzuwerten und umzugestalten, "Die Mitte stärken" bedeutet schon für das kommende Jahr, dass unser Dom einer Generalüberholung unterzogen wird; "Die Mitte stärken" wird auch die lang ersehnte Gestaltung der großen Brachfläche zwischen Bäckerstraße und Kranichstraße sein und die Schaffung eines stadthistorischen Museums in der Flohburg. All dies umzusetzen, wird Kraft und große Anstrengungen kosten, wird Geduld erfordern und das Finden unkonventioneller Lösungen. Vor dem Hintergrund leerer Kassen werden wir dazu Ausdauer und Durchsetzungsvermögen und die Mithilfe aller benötigen. "Die Mitte stärken" bedeutet aber in erster Linie eines: Die langfristige Vision für unsere Stadt nicht aus den Augen zu verlieren: Ein starkes Nordhausen, in dem man gut arbeiten und leben kann.
Es bedeutet aber auch: Unsere Herzen weiter für Nordhausen schlagen zu lassen, unser Gemeinwesen aktiv mitzugestalten, den Schwung, und den Optimismus, den wir mit der Gartenschau erlebt haben, mit in die Zukunft zu nehmen. Das wünsche ich Ihnen, uns allen und vor allem unserer Stadt. Vielen Dank."

