Di, 09:58 Uhr
11.07.2017
Lithographie der Kollwitz in Nordhausen
Die Eltern
Wenn morgen im nordhaus, wenige Tage nach dem 150. Geburtstag der Käthe Kollwitz, eine Würdigung der Künstlerin stattfinden wird, steht u. a. eine Lithographie, ein Steindruck, im Mittelpunkt, 1919 entstanden, der seit einigen Jahren im Kunsthaus Meyenburg aufbewahrt wird. Die Geschichte dahinter kennt natürlich Kunstexpertin Heidelore Kneffel...
Die Käthe-Kollwitz-Schule gab diese Grafik als Dauerleihgabe dorthin. Wie kam dieses Original in diese Schule? Ich besitze seit 2006 einen Brief von der Lehrerin Eva Schroeter. Sie wusste, dass ich mich mit Käthe Kollwitz und Margret Böning, geb. Schultes, beschäftige. Sie schrieb mir, dass sie die Böning persönlich kannte durch Vermittlung von Frau Traudl Hupfer, die mit der Schultesfamilie, wohnend in dem Haus Vor dem Hagentor 2, gut bekannt war.
Hier ein Auszug aus dem Brief: ...Ich möchte Sie noch auf ein Bild von K. Kollwitz aufmerksam machen. Es wurde der K. K.-Schule von Frau Karpe geschenkt und nach der Wende vorsichtshalber in Obhut des Museums gegeben, Vorsorge der Schulleitung. Frau Karpe war viele Jahre Berufsschullehrerin an der kaufmännischen Berufsschule und hatte dieses Bild von Kunstfreunden aus ihrer Heimat Dresden bekommen. Sie bot es der Stadt an, niemand wollte es (etwa 1985), man schickte sie zur K. K.-Schule. Es ist eine Vorzeichnung für ihr Denkmal zu Ehren des gefallenen Sohnes und stellt beide Eltern dar... Nie wurde es bis jetzt in Nordhausen öffentlich gezeigt... Ich habe mit Frau Karpe den Schenkungsvertrag gemacht, der auch in der Schule vorliegen muß. Die Schulleiterin A. Becker weiß davon. - Ich möchte nur nicht, dass niemand mehr davon Kenntnis hat. Vielleicht haben Sie eine bessere Idee, wie man diesem Werk gerecht wird."
Zwei Künstler, die Spuren in Nordhausen hinterließen - Käthe Kollwitz und Rudolf Hagelstange (Foto: Heidelore Kneffel)
Als in Nordhausen im Jahr 2012 an den Geburtstag des Schriftstellers und Dichters Rudolf Hagelstange mit mehreren Veranstaltungen gedacht wurde, gab es im Kunsthaus eine umfängliche Ausstellung, die sich mit Hagelstanges enger Verbundenheit mit bildenden Künstlern befasste. Und da er es war, der zuerst vom Aufenthalt der Kollwitz in Nordhausen am 21.1 1946 öffentlich Kunde in einer hiesigen Zeitung gegeben hat, wurde im Eingangsbereich der Präsentation auch das Bild der Käthe Kollwitz gezeigt, wie es das Foto dokumentiert. Im Brief teilt Frau Schroeter auch mit, dass Margret Böning, die am 1. Februar 1994 in Würzburg starb, in einer finanziellen Krise ihre Originale von der Kollwitz, die diese ihr in Nordhausen vermacht hatte, an die Käthe-Kollwitz-Sammlung der Kreissparkasse in Köln verkaufte. Das erzählte sie Frau Schroeter bei deren Besuch in Würzburg im September 1988.
Was es mit der Lithographie Die Eltern im Gesamtwerk der Kollwitz für eine Bewandtnis hat, welche Tagebucheintragungen darauf verweisen und anderes mehr wird der Besucher am morgigen Mittwoch ab 16 Uhr erfahren. Mehrere Bildnachweise untermalen den Vortrag.
Heidelore Kneffel
Autor: redDie Käthe-Kollwitz-Schule gab diese Grafik als Dauerleihgabe dorthin. Wie kam dieses Original in diese Schule? Ich besitze seit 2006 einen Brief von der Lehrerin Eva Schroeter. Sie wusste, dass ich mich mit Käthe Kollwitz und Margret Böning, geb. Schultes, beschäftige. Sie schrieb mir, dass sie die Böning persönlich kannte durch Vermittlung von Frau Traudl Hupfer, die mit der Schultesfamilie, wohnend in dem Haus Vor dem Hagentor 2, gut bekannt war.
Hier ein Auszug aus dem Brief: ...Ich möchte Sie noch auf ein Bild von K. Kollwitz aufmerksam machen. Es wurde der K. K.-Schule von Frau Karpe geschenkt und nach der Wende vorsichtshalber in Obhut des Museums gegeben, Vorsorge der Schulleitung. Frau Karpe war viele Jahre Berufsschullehrerin an der kaufmännischen Berufsschule und hatte dieses Bild von Kunstfreunden aus ihrer Heimat Dresden bekommen. Sie bot es der Stadt an, niemand wollte es (etwa 1985), man schickte sie zur K. K.-Schule. Es ist eine Vorzeichnung für ihr Denkmal zu Ehren des gefallenen Sohnes und stellt beide Eltern dar... Nie wurde es bis jetzt in Nordhausen öffentlich gezeigt... Ich habe mit Frau Karpe den Schenkungsvertrag gemacht, der auch in der Schule vorliegen muß. Die Schulleiterin A. Becker weiß davon. - Ich möchte nur nicht, dass niemand mehr davon Kenntnis hat. Vielleicht haben Sie eine bessere Idee, wie man diesem Werk gerecht wird."
Zwei Künstler, die Spuren in Nordhausen hinterließen - Käthe Kollwitz und Rudolf Hagelstange (Foto: Heidelore Kneffel)
Als in Nordhausen im Jahr 2012 an den Geburtstag des Schriftstellers und Dichters Rudolf Hagelstange mit mehreren Veranstaltungen gedacht wurde, gab es im Kunsthaus eine umfängliche Ausstellung, die sich mit Hagelstanges enger Verbundenheit mit bildenden Künstlern befasste. Und da er es war, der zuerst vom Aufenthalt der Kollwitz in Nordhausen am 21.1 1946 öffentlich Kunde in einer hiesigen Zeitung gegeben hat, wurde im Eingangsbereich der Präsentation auch das Bild der Käthe Kollwitz gezeigt, wie es das Foto dokumentiert. Im Brief teilt Frau Schroeter auch mit, dass Margret Böning, die am 1. Februar 1994 in Würzburg starb, in einer finanziellen Krise ihre Originale von der Kollwitz, die diese ihr in Nordhausen vermacht hatte, an die Käthe-Kollwitz-Sammlung der Kreissparkasse in Köln verkaufte. Das erzählte sie Frau Schroeter bei deren Besuch in Würzburg im September 1988.
Was es mit der Lithographie Die Eltern im Gesamtwerk der Kollwitz für eine Bewandtnis hat, welche Tagebucheintragungen darauf verweisen und anderes mehr wird der Besucher am morgigen Mittwoch ab 16 Uhr erfahren. Mehrere Bildnachweise untermalen den Vortrag.
Heidelore Kneffel


