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Di, 06:37 Uhr
14.02.2017
nnz-Forum: Bohrungen im Kammerforst

Antworten, die es zu hinterfragen gilt

Nachdem Klaus Liebenrodt in der nnz am 14. Dezember einige Fragen zu den Aufsuchungsbohrungen östlich der Ellricher Klippen stellte, blieben die Reaktionen - mit Ausnahme des Bürgermeisters der Stadt Ellrich, Matthias Ehrhold, gleich Null. Das wirft bei dem nnz-Leser weitere Fragen auf...


Hatte ich doch zumindest von den Grünen im Landkreis oder den Umweltverbänden erwartet, dass man sich der Thematik annehmen würde. Ich mache auch keinen Hehl daraus, dass ich enttäuscht bin und mich frage, ob da eine Allianz hinter den Kulissen geschmiedet wird.

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Ist den Politikern, Naturschützern und den Einheimischen eigentlich bewusst, welchen fadenscheinigen Argumenten man sich bedient, um wieder einem Stück Natur im Südharz den Garaus zu machen? Wo sind die Mitglieder des Karstwanderwegvereins, die noch vor Jahren Wanderungen durch diesen Karstbuchenwald anboten? Wo die Mitarbeiter des im Kyffhäuser ansässigen Naturparks?

Um Antworten auf meine Fragen zu finden, machte ich mir die Mühe und habe selbst recherchiert. Zum einen in der Natur, zum anderen aber auch in Gesetzen, Verordnungen und anderweitigen Planwerken, was zugegebener Maßen der schwierigere Part ist. Zunächst möchte ich dem Bürgermeister und Verwaltungsfachmann Herrn Ehrhold sagen, dass die Erkundungsbohrungen entgegen seiner Aussage in der nnz vom 15. Dezember mit dem Bergrecht und dem Bergamt nichts mehr zu tun haben.

Die Zuständigkeit für alle Genehmigungen liegt jetzt ausschließlich beim Landratsamt. Des Weiteren wundert es mich, dass das Stadtoberhaupt von Ellrich keinen Bezug auf die Frage des Eigentums nimmt. Ich erinnere mich an Pressemeldungen, wonach die Stadt Ellrich plante, Grundstücke an die Firma CASEA zu veräußern, was zunächst von einer Behörde wegen anderweitiger als landwirtschaftlicher Nutzung nicht gestattet wurde. Die Stadt Ellrich wollte dagegen rechtliche Mittel einlegen.

Wie ist also der Stand dieser Klage. Wurden und werden Grundstücke zugunsten des Gipsabbaus von der Kommune veräußert? Wie steht eigentlich der Stadtrat in Ellrich zu derartigen Aktivitäten? Ist ihm überhaupt bekannt, auf welche Flächen sich der Bergbau in naher oder mittelnaher Zukunft ausdehnen soll? Ist dieser Umstand den Grünen und den Umweltverbänden im Landkreis bekannt? Interessiert es sie überhaupt?

Und, was genauso wichtig ist, hinterfragen die Abgeordneten und Vertreter des Volkes eigentlich das „Warum“? Denn auch die Aussage des Bürgermeisters Ehrhold, das Unternehmen bräuchte dringend Ersatz für den wahrscheinlichen Verzicht der Rohstoffe in der Rüdigsdorfer Schweiz (gemeint ist wohl der Winkelberg) sollte hinterfragt werden?

Auf kurzem Wege lautet die Antwort wie folgt: ungeachtet der Tatsache, dass der Gipsabbau am Winkelberg mit 90 %iger Wahrscheinlichkeit am EU Recht, also am „Verschlechterungsverbot in FFH Gebieten“ scheitern würde, hat das Unternehmen noch ausreichend Rohstoffvorräte.

Gestatten Sie mir im Anschluss meiner Ausführungen noch einen Wunsch. Es ist der Wunsch nach kompetenten und aufrichtigen Personen in den Verwaltungen, in der Politik und in anderweitigen Interessenverbänden. Menschen, die sich trauen, etwas zu hinterfragen, ungeachtet ihrer politischen Zugehörigkeit und der bestehenden Verflechtungen. Menschen, die nicht wohlgefällige Mitläufer sind, sondern ihre Kompetenz in die Waagschale werfen.

Eine Waagschale, die sich unter dem Ungleichgewicht der Ignoranz, der Arroganz und des scheinbaren schnellen Geldes zu Lasten der Schwächeren, zu denen auch die Natur und ihre Kreaturen gehört, zu neigen droht.
Klaus Liebenrodt
Autor: red

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