So, 10:11 Uhr
04.07.2004
Erklärungsbedarf
Nordhausen (nnz). Die nnz hatte bereits gestern über den Auftakt des noiseGarden-Festivals berichtet. Am Nachmittag waren es zehn Zuhörer, die sich auf das Festival-Gelände verirrt hatten. Wie viel es gegen Mitternacht waren, das erfahren Sie mit einem Klick...
Erklärungsbedarf (Foto: nnz)
Um es vornweg zu sagen: Die erste Auflage von noiseGarden war ein Flop. So hart das auch klingen mag, selbst die Headliner wie Zinoba oder Maroon zogen in den späten Abend- und Nachtstunden nur rund 200 Fans auf den Segelflugplatz. Rechnet man davon noch rund die Hälfte der Leute ab, die seit dem Nachmittag schon mal auf der Bühne standen, dann bleibt bei einem reduzierten Eintritt auf 12 Euro eine Summe von 1.200 Euro auf der Einnahmeseite übrig.
Das aber ist eine gesonderte Betrachtung wert. Viel mehr muß schon jetzt die Tatsache diskutiert werden, daß ein Festival, dessen Termin seit mehr als einem Jahr feststeht, daß – laut Aussage der Stadtverwaltung – bundesweit mit einem großen Aufwand beworben wurde, so gepflopt ist. Um es noch härter auszudrücken: Jeder Dorfverein hätte zu seinem Volks- und Heimatfest das Doppelte an Gästen gezogen.
Sicher – es gibt viele Gründe zu nennen, die den Ablauf von noiseGarden nicht gerade positiv beeinflußt haben: Das launische Wetter, andere Festivals ähnlich musikalischer Natur (Full Force in Leipzig), Volksfeste ringsums, Bergmannsfest in Sondershausen. Doch das allein reicht zur Begründung nicht aus. Hier kommt vor allem die beauftragte Agentur in Erklärungsbedarf. Die sollte der Stadtverwaltung Nordhausen exakt nachweisen, wie, wann und wo zum Beispiel Anzeigen geschaltet wurden? Sie sollte belegen können, welche PR-Arbeit in Form von Pressemitteilungen sie geleistet hat? Sie sollte bekannt machen, mit welcher Resonanz die Werbemittel angenommen wurden?
Sollte sich die Stadt Nordhausen noch einmal durchringen, ein derartiges Festival auf die Beine zu stellen, dann raten Insider dringend davon ab, eine Agentur mit der Ausrichtung zu beauftragen, die sich weitab (auch emotional) von Ort der Veranstaltung befindet. Vielmehr sollte vor Ort, in Nordhausen, ein Gremium geschaffen werden (Festivalbeirat), das sich aus Leuten zusammensetzt, die haupt- oder ehrenamtlich schon mal mit Jugendveranstaltungen zu tun gehabt haben. Die Palette der Möglichkeiten reicht dabei von hiesigen Agenturen bis hin zum Ausrichter der legendären Steinbrücken-Events. In diesem Gremium sollte ermittelt werden, welche Musikrichtung bei der Jugend derzeit angesagt ist. Da drängt man sich nicht der Gefahr auf, vielleicht nur Randgruppen zu bedienen. Diese sollten auch ihre Auftrittsmöglichkeiten haben, doch muß es gleich eine solch gigantische Bühne sein? Wenn bei Songs der Nachwuchsbands lediglich das Wort Destroy (Zerstören) zu vernehmen ist, so ist anzunehmen, daß dies nicht die jugendliche Kultursensibilität repräsentiert.
Doch weg vom musikalischen Geschmack. Es sollte auch im kommenden Jahr ein noiseGarden-Festival geben. Nur bitte: Irgendwie anders und irgendwie für mehr Leute, die sich daran freuen können.
Autor: nnz
Erklärungsbedarf (Foto: nnz)
Um es vornweg zu sagen: Die erste Auflage von noiseGarden war ein Flop. So hart das auch klingen mag, selbst die Headliner wie Zinoba oder Maroon zogen in den späten Abend- und Nachtstunden nur rund 200 Fans auf den Segelflugplatz. Rechnet man davon noch rund die Hälfte der Leute ab, die seit dem Nachmittag schon mal auf der Bühne standen, dann bleibt bei einem reduzierten Eintritt auf 12 Euro eine Summe von 1.200 Euro auf der Einnahmeseite übrig.
Das aber ist eine gesonderte Betrachtung wert. Viel mehr muß schon jetzt die Tatsache diskutiert werden, daß ein Festival, dessen Termin seit mehr als einem Jahr feststeht, daß – laut Aussage der Stadtverwaltung – bundesweit mit einem großen Aufwand beworben wurde, so gepflopt ist. Um es noch härter auszudrücken: Jeder Dorfverein hätte zu seinem Volks- und Heimatfest das Doppelte an Gästen gezogen.
Sicher – es gibt viele Gründe zu nennen, die den Ablauf von noiseGarden nicht gerade positiv beeinflußt haben: Das launische Wetter, andere Festivals ähnlich musikalischer Natur (Full Force in Leipzig), Volksfeste ringsums, Bergmannsfest in Sondershausen. Doch das allein reicht zur Begründung nicht aus. Hier kommt vor allem die beauftragte Agentur in Erklärungsbedarf. Die sollte der Stadtverwaltung Nordhausen exakt nachweisen, wie, wann und wo zum Beispiel Anzeigen geschaltet wurden? Sie sollte belegen können, welche PR-Arbeit in Form von Pressemitteilungen sie geleistet hat? Sie sollte bekannt machen, mit welcher Resonanz die Werbemittel angenommen wurden?
Sollte sich die Stadt Nordhausen noch einmal durchringen, ein derartiges Festival auf die Beine zu stellen, dann raten Insider dringend davon ab, eine Agentur mit der Ausrichtung zu beauftragen, die sich weitab (auch emotional) von Ort der Veranstaltung befindet. Vielmehr sollte vor Ort, in Nordhausen, ein Gremium geschaffen werden (Festivalbeirat), das sich aus Leuten zusammensetzt, die haupt- oder ehrenamtlich schon mal mit Jugendveranstaltungen zu tun gehabt haben. Die Palette der Möglichkeiten reicht dabei von hiesigen Agenturen bis hin zum Ausrichter der legendären Steinbrücken-Events. In diesem Gremium sollte ermittelt werden, welche Musikrichtung bei der Jugend derzeit angesagt ist. Da drängt man sich nicht der Gefahr auf, vielleicht nur Randgruppen zu bedienen. Diese sollten auch ihre Auftrittsmöglichkeiten haben, doch muß es gleich eine solch gigantische Bühne sein? Wenn bei Songs der Nachwuchsbands lediglich das Wort Destroy (Zerstören) zu vernehmen ist, so ist anzunehmen, daß dies nicht die jugendliche Kultursensibilität repräsentiert.
Doch weg vom musikalischen Geschmack. Es sollte auch im kommenden Jahr ein noiseGarden-Festival geben. Nur bitte: Irgendwie anders und irgendwie für mehr Leute, die sich daran freuen können.


