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So, 12:29 Uhr
21.09.2014

Gemeinsam gelebte Zeit

Am kommenden Samstag grüßt der lächelnde gute Geist hoch oben sowohl von der Süd- als auch der Westfront des Geburtshauses der Dichterin Sarah Kirsch in Limlingerode den Besuchern entgegen, wie er es seit Ende November 2002 tut...


Ab 14.30 Uhr gibt es an diesem 27. September in der Langen Reihe 11, veranstaltet vom Förderverein und der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, eine Lesung der Autorin Sonja Hilzinger.

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Sie veröffentlichte in diesem Jahr das Buch „Christa und Gerhard Wolf: Gemeinsam gelebte Zeit“. Das Projekt der Doppelbiografie erweist sich als überzeugend. Die Autorin hatte zahlreiche persönliche Begegnungen mit den Wolfs und setzte die Gespräche nach dem Tod Christa Wolfs im Dezember 2011 allein mit Gerhard Wolf fort. Außerdem hatte sie Zugang zu bisher unveröffentlichtem Material.

Frau Hilzinger, Jahrgang 1955, studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Publizistik, promovierte und habilitierte. Aktuell ist sie Privatdozentin für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Mainz, lebt in Berlin, ist Lektorin und freie Autorin. Sie gab unter anderem die zwölfbändige Werkausgabe über Christa Wolf heraus.

Gerhard Wolf, geboren 1928, stammt aus Bad Frankenhausen, Christa Wolf, 1929-2011, kam nach der Flucht aus ihrer Heimat Landsberg an der Warthe und mehreren Zwischenstationen 1947 mit ihrer Familie in das Städtchen. Aber sie lernten sich erst beim Studium in Jena kennen.

Klarer Blick in Limlingerode (Foto: Archiv Kneffel) Klarer Blick in Limlingerode (Foto: Archiv Kneffel) Sie, eine der profiliertesten deutschsprachigen Schriftstellerinnen, und er, Autor, Herausgeber und Verleger, führten eine Lebensbeziehung von großer Produktivität. Diese war eingebunden in Familie und Freundeskreis, in gesellschaftliche, kulturpolitische und vor allem literarische Zusammenhänge, darüber liest und spricht Sonja Hilzinger in Limlingerode.

Sie freut sich, das Haus für die Lyrik kennenzulernen, denn Sarah Kirsch kommt in ihrem Buch an mehreren Stellen vor. Die junge Frau, geboren als Ingrid Bernstein, lernt Gerhard Wolf in Halle kennen, wo er als Lektor arbeitet. Er leitet einer Arbeitsgemeinschaft junger Autoren, die sich im Schreiben von Gedichten üben.

Durch ihn, der neben dem Literarischen auch immer Interesse an Künstlern zeigt, macht sie die Bekanntschaft mit dem Malergrafiker Alfred Ebert, 1906-1976, dessen Bilder sie schätzen lernt. Es entsteht das Gedicht „Der Maler Ebert“, veröffentlicht in dem Gedichtband „Zaubersprüche“. Ihr gefiel, dass Gerhardt Wolf sie anhielt, im alltäglichen Geschehen ihre Themen für das Dichten zu suchen.

Eine besonders intensive Zeit erlebt Sarah Kirsch dann mit ihrem Sohn Moritz mit dem Ehepaar, als dieses sie einlädt zu einem Aufenthalt im Mecklenburgischen, wo die Wolfs ein Sommerhaus besitzen. Beide Schriftstellerinnen werden über diese Zeit später ein Buch veröffentlichen. Der Vergleich des Geschriebenen ist sehr aufschlussreich. Dieser Sommeraufenthalt wurde auch von der Fotografin Helga Paris festgehalten.

Die berühmten Bilder waren in Limlingerode ausgestellt. Diese wenigen Hinweise zeigen, dass es mit Sonja Hilzinger am 27.9. ab 14.30 Uhr zu vielfältigen Begegnungen rund um das Ehepaar Wolf kommen wird.
Heidelore Kneffel
Autor: red

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