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Mi, 07:23 Uhr
20.11.2013

nnz-Forum: Gipsabbau und kein Ende?

Unverhohlen setzen bei uns ansässige Bergbaufirmen ihre Bemühungen fort, die weltweit einmalige Gipskarstlandschaft zu zerstören. Mal wieder sind Probebohrungen in der Rüdigsdorfer Schweiz geplant. Dazu die Meinung eines Lesers der nnz...


Dabei müsste es sich doch in den Chefetagen der Ellricher und Rottleberöder Abbaubetriebe endlich herumgesprochen haben, dass sie hier von einer Mehrheit der Bevölkerung nicht mehr erwünscht sind und nur maximal, kraft der rechtlichen Situation, gerade noch geduldet werden. Selbst die Kommunalpolitik hat sich mehrfach gegen neue Steinbrüche ausgesprochen. Und unserer Ministerpräsidentin entfuhr es bei ihrem Neustadt-Besuch am 22.05.2011 „Wir wollen keinen Gipsabbau“.

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Hinzu kommen die FFH-Gebietsregelungen der Europäischen Union als Argument gegen die unglaubliche Landschaftszerstörung: Für diese Gebiete, zu denen die Rüdigsdorfer Schweiz zählt, gilt ein Verschlechterungsverbot. Der Kohnstein aber und die Kraterlandschaft rund um Ellrich zeigen uns, wie schlecht es werden kann, wenn die Herren erst mit ihrem Dynamit zuschlagen und die Politik kein klares „NO“ ausspricht und umsetzt.

Auch das immer mal wieder von Gipsunternehmern aus der Mottenkiste gezogene Arbeitsplatzargument zur Rechtfertigung der Zerstörungen ist ein Scheinargument, benötigt doch der Abbau selbst wohl die wenigsten Mitarbeiter. Da auch REA-Gipse aus der Rauchgasentschwefelung in den bestehenden Betrieben verarbeitet werden bzw. verarbeitet werden könnten, ist mit dem Naturgipsabbau auch auf diesem Sektor nicht wirklich Staat zu machen.

Am Ende bleiben nur der Profit bzw. die Lukrativität, die die Nutzung von Naturgipsvorkommen mit sich bringen, als Motivation für die Gipsmanager, wider aller Argumente, nicht lockerzulassen. U.a. hierzu schrieb ich bereits am 14.11.2012 in der nnz, inklusive mehrerer Belege . Ich habe den damaligen, wohl recherchierten Text hier noch einmal angehängt. Damals ging es um die Kritik an der Streichung mehrerer gipsabbaukritischer Inhalte, die ich als Teil eines Beitrages zum Sonderheft der Zeitschrift „Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen“ (LNT) mit dem Thema „Naturpark Südharz“ zusammengestellt hatte.

Dass offene Kritik am Gipsabbau seitens der Landespolitik nicht gern gehört wird, steht einerseits im Widerspruch zur bereits genannten Äußerung der Ministerpräsidentin zum Thema. Andererseits aber waren es Politiker, die die Verscherbelung unserer Landschaft an westdeutsche Glücksritter nach der Wende auf den Weg brachten. Das sollten wir nicht vergessen, wenn wir gegen neue Steinbrüche protestieren.

Und so hoffe ich, dass unser Umweltminister Reinholz, der ja gleich neben der Rüdigsdorfer Schweiz wohnt, am kommenden Sonnabend zum Winkelberg kommt und Farbe bekennt: Er könnte dem Satz seiner Erfurter Chefin von 2011 konkrete und unmissverständliche Aussagen gegen die Fortsetzung des Abbaugeschehens im Landkreis hinzufügen. Eine einmalige Chance für Sie, sehr geehrter Herr Minister!

Im Übrigen geht der für Sonnabend geplante Protest in der Rüdigsdorfer Schweiz beileibe nicht nur die Rüdigsdorfer etwas an. Unsere Landschaft ist unteilbar. In diesem Sinne fordere ich alle Einwohner des Landkreises auf, die Petition gegen Abbaumaßnahmen in der Rüdigsdorfer Schweiz zu unterschreiben.
Bodo Schwarzberg

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Autor: red

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Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
andreas66
20.11.2013, 08:57 Uhr
Alles richtig,....
alles gut. Hier dazu ein Zitat

"Politik ist der Spielraum,den die Wirtschaft ihr lässt" (Dieter Hildebrandt)

Steht, wie abgesprochen passend, heute auf dem Kalenderblatt. Die Wirtschaft sitzt am längeren Hebel. Aber Umweltschutz muss sein. Wo wären wir jetzt ohne unseren Umweltschutz. Ohne ihn hätten wir Verhältnisse wie in China und anderswo. Dort geht man mit Staubmasken auf die Strassen wegen dem Smog. Flüsse sind für die Ewigkeit verseucht, wegen der Einleitung von Abwässer. Nicht weit weg von uns leitet K+S ihre Lauge in die Werra. Wird geduldet von der Regierung. Dazu passt aber, die Aktie von K+S ist enorm gefallen. Arbeitsplätze sind in Gefahr. Die geplante Wiedereröffnung des Kaliwerkes in Roßleben ist vom Tisch. Der Bedarf un Düngemitteln ist aber weltweit gestiegen. Andere Länder wie China können preiswerter produzieren, weil keine Umweltauflagen. Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Irgendwann wird auch das letzte Stück der A14 gebaut sein, auch wegen der Feldhamster. Viel Erfolg und eine große Ausdauer wünscht allen Naturschützern
A. Knoblauch
Dora75
20.11.2013, 09:32 Uhr
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Paulinchen
20.11.2013, 10:51 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Bitte nur mit Klarnamen
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