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Fr, 15:23 Uhr
29.03.2013

nnz-doku: Klarheit und Wahrheit

Die Diskussion zum städtischen Haushalt war während der Sitzung des Nordhäuser Stadtrates sehr intensiv und wurde durchaus kontrovers geführt. In unserer doku-Reihe veröffentlichen wir das Manuskript des Redebeitrags von Andreas Wieninger, den Vorsitzenden der SPD-Fraktion...


"Mit diesem Haushaltsentwurf verabschieden wir uns von Haushaltswahrheit und Haushaltsklarheit", sagte der Fraktionsvorsitzende der SPD Stadtratfraktion Andreas Wieninger, zur Beratung und Beschlussfassung des Städtischen Haushaltes in der Stadtratsitzung am Mittwoch dieser Woche.

Hier das Manuskript.

In zurückliegenden Monaten gab es mehrere Klausurtagungen und eine ganze Reihe von Sitzungen des Finanzausschusses. Dort wurden durch den Bürgermeister Matthias Jendricke Vorschläge für einen ausgeglichenen Haushalt, welcher durch eine angemessene finanzielle Belastung aller Bürgerinnen und Bürger erreicht wurde, gemacht. Dabei wurden die Stellschrauben und deren Wirkung auf den Haushalt aufgezeigt, aber auch die finanziellen Risiken genannt, wenn die Bedienung einer dieser Stellschrauben ausbleibt.

Der OB nannte gegenüber der Presse das Bekenntnis und den Willen der Stadträte zu einem ausgeglichenen Haushalt als positiv. In der Sitzung des Hauptausschuss wurde den Anwesenden plötzlich eine Haushaltssatzung vorgelegt, welche eine angemessene und ausgewogene finanzielle Beteiligung aller nicht mehr vorsah.

Ich empfinde es in höchstem Maße ungerecht und unsolidarisch wenn zur Sicherstellung der kommunalen Selbstverwaltung lediglich Teile der Bevölkerung mit einer höheren finanziellen Belastung bedacht werden, andere aber nicht mit der Gewerbesteuer zu einem angemessenen Beitrag herangezogen werden.

In den zurückliegenden Jahren war eben dieses Prinzip der solidarischen und gerechten Beteiligung aller der Garant der Ausgeglichenheit und Genehmigungsfähigkeit der Haushalte.
Somit wurden Mehrheiten im Stadtrat, die Leistungsfähigkeit der Verwaltung sichergestellt und ein hohes Investitionsniveau gehalten, welches wiederum für eine wirtschaftliche Entwicklung wichtig war.

Und es gab, entgegen der Behauptung einiger, die nicht müde werden ein finanzielles Fiasko der zurückliegenden Jahre zu beschreiben, Überschüsse. Zuletzt 800 T€ im Jahr 2012. Nachzulesen auf den Seiten des Thüringer Landesamtes für Statistik.

Mit diesem vorliegenden Entwurf der Haushaltsatzung verabschieden wir uns von den bisher geltenden Prinzipien.

Neben einer Reihe von im Haushalt unterstellten Ansätzen gibt es Differenzen zu den wirklich zu erwartenden Einnahmen. So z.B. beim Thema Gewerbesteuer oder einer angemessenen Beteiligung des Landkreises am ÖPNV der Stadt.

So wurde erst gestern eine um eine halbe Millionen Euro reduzierte Gewinnerwartung in einer Sitzung genannt. Nach wie vor offen sind auch die Fragen nach einer Sanierung und Kosten für eine Solche beim Salzaquellbad. Weiterhin fehlen Kosten für eine Verkehrslärmminderung in Sundhausen im Zusammenhang mit der angedachten Entwicklung am Sundhäuser See. Eine ganze Reihe von weiteren Beispielen könnte hier aufgezeigt werden.

Gestern im Ausschuss wurde erst die Zuständigkeit und Finanzierung von wild entsorgtem Grünabfällen diskutiert. Da waren die Zuständigkeiten unklar und Geld dafür sei ohnehin nicht vorhanden.

Von einer Optimierung der Personalstruktur sind wir weiter denn je entfernt. Es zeigt sich zusehends das Problem das zwar Personal um gesetzt wurde, Stellenausschreibungen veröffentlicht und wieder zurückgezogen wurden und der Bereich des Büro OB mit Personal verstärkt wurde sowie eine Mehrung der E13 ner Stellen zu verzeichnen ist. Aber nach einer schriftlichen Antwort meiner Frage zu Einspareffekten innerhalb der Verwaltung wurde erklärt, das dies nicht Ziel sei.

Mit diesem Haushaltsentwurf verabschieden wir uns von Haushaltswahrheit und Haushaltsklarheit.

Deshalb gibt es auch gleich einen Antrag Haushaltsbegleitbeschluss zum Haushaltsplan (freiwillige Haushaltskonsolidierung)

Das heißt nichts anderes wie es schon Herr Höfer im letzten Hauptausschuss beschrieben hat, Wir beschließen erst einmal den Haushalt und sehen dann welche Optimierungen und Einsparungen wir vornehmen können. Wer das glaubt, lügt sich etwas in die eigene Tasche.

Wenn sie es wirklich ernst meinen mit Haushaltskonsolidierung, dann sollten sie den Haushalt nur für ein Jahr beschließen und dann sehen, ob die vom OB genannten Einnahmen auf der einen Seite und Einsparungen auf der anderen Seite gekommen sind.

Deshalb stelle ich hier den Antrag:
1. den Haushalt begrenzt für das Jahr 2013 zu beschließen.
und
2. Die Mehrung der E13 Stellen von zwei auf drei im Stellenplan zu streichen!
Autor: red

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Kommentare
-Insider-
29.03.2013, 16:22 Uhr
ich
hoffe stark auf neues personal im nächsten stadtrat. manche personen sind einfach unerträglich.

außerdem hoffe ich, dass endlich leute gewählt werden, denen ZUERST Nordhausen sowie seine/ihre Bürger am Herzen liegt, dann die Partei und dann irgendwann auch die Wirtschaft.

deshalb die forderung: gehen sie wählen, machen sie ihre kreuze...aber diesmal nicht Listenplatz 1-3 sondern 15-18...vllt. sind die unetablierten anders als die alten Hasen...
Roland82
29.03.2013, 19:52 Uhr
Peinlich!
Die Rede von Andreas Wieninger ist einfach nur peinlich! Er beschreibt eine Situation, die seine "Chefin" Rinke durch 18 Jahre Alleinherrschaft geschaffen hat!! Bezeichnend für den chaotischen Zustand der SPD ist die Tatsache, dass niemand!!!!!!!!!!!!!! aus seiner Fraktion ihn bei der Abstimmung unterstütze!!! Wieninger scheint entmachtet zu sein!!! Aber wer wird der Nachfolger?? Georg Müller bringt sich ja auffallend ins Gespräch. Aber sein Beitrag zur Diskussion über die Biomethananlage war ja auch peinlich!!! Also, wer beerbt Wieninger????
I.H.
29.03.2013, 20:11 Uhr
Also, wer beerbt Wieninger????
Volker Fütterer. Wer denn sonst. Und nicht nur wegen dieser Methananlage. Der Mann hat Herz und Verstand!
Hans Dittmar
29.03.2013, 22:00 Uhr
Alle an Steuern beteiligen Klarheit / Wahrheit
Was man wissen muß, es werden ja alle an den Steuern beteiligt!
Man muß wissen, der Steuerhebesatz liegt mit 400 Punkten für Grundsteuer und Gewerbesteuer für eine kreisangehörige Stadt am Non plus ultra, oder einfach gesagt ganz weit vorn! Im Durchschnitt liegt der Satz mit 340 Puunkten in Thüringen. Würden die Stadträte Herrn Wieninger folgen, hätten wir 450 Punkte beschlossen... dann lägen wir ganz weit vorn in Thüringen und auch sonst in Deutschland. Wer will sich dann hier noch ansiedeln?!

Zum Glück ging die SPD nicht mehr mit mit Ihren Vorsitzenden. Vielleicht ist das der Anfang einer selbstdenkenden SPD Fraktion ohne Fraktionszwang.
Rainer H.
30.03.2013, 11:11 Uhr
Haushalt ist SOZIAL
Herr Wieninger sagt: der Haushalt sei unsozial, weil nicht alle beteiligt werden. Ich kann mich in Punkto Hebesätzen dem Hans nur anschließen. Da liegen wir schon weit weg vom Durschnitt!

Nein Herr Wieninger, unsozial ist, dass Frau Rinke Schulden machte, die der kleine Mann jetzt zurückzahlen muß!
Frau Rinke hat in 2012 zusammen mit Ihren Finanzbürgermeister Jendricke den Haushalt um weit über eine Mio. weiter in die Schulden gefahren. Ist es denn nicht eine nachhaltige Politik, wenn der Haushalt jetzt um 1,8 Mio und im kommenden Jahren nochmal um 2 Mio. zurückgefahren wird. Jeder Euro Schulden kosten auch Zinsen!

Ich kann mit Zeh seiner Haushaltspolitik sehr gut Leben, weil Sie den kommenden Generationen die Last der Tilgung nicht aufbürdet.

Das der Weg selbst viele der SPD Genossen überzeugt, zeigt das Abstimmungsverhalten, da war Herr Wieninger der einzige der gegen den Haushalt stimmte. Vielleicht ist auch er mit seiner Politik ein Auslaufmodel?!
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