Di, 08:01 Uhr
25.11.2003
"Schönheitsfehler" bei der CDU
Nordhausen (nnz). Als Parteitag des Einvernehmens mit kleinen Schönheitsfehlern war am Montag der Kreisparteitag der CDU in Werther an anderer Stelle bezeichnet worden, ohne dass diese Schönheitsfehler bisher begründet worden wären. nnz erläutert sie im folgenden Beitrag.
Einen Parteitag der nur Einvernehmen aufweist, hat es wohl kaum je gegeben, ganz gleich, auf welcher Ebene und von welcher Partei. Dafür lieferte der Bundesparteitag der SPD in der vergangenen Woche in Bochum ein nachwirkendes Beispiel. Das ist deshalb erwähnenswert, als an der Frontseite des Rednerpults des Kreisparteitags der CDU ein dem Motto jenes Bundesparteitags in Bochum nachempfundenes Motto zu lesen war, das in einem ganz wesentlichen Punkt etwas ironisch abgewandelt worden war – siehe Bild.
Man wollte also das Richtige tun, am Freitag in Werther. Das mag aus Sicht der Teilnehmer im wesentlichen auch der Fall gewesen sein. Dem interessierten Beobachter allerdings fielen zwei Umstände auf, die nicht so ganz ins Bild passen wollten. Das war einmal das Wahlergebnis für Landrat Joachim Claus als einer der beiden stellvertretenden Kreisvorsitzenden, dessen 84,9 Prozent nicht so ganz ins Bild passen wollten. Aus den Gesprächen am Rande war leicht zu entnehmen, dass man noch immer bei ihm Führungsschwächen als Chef der Landkreisverwaltung sieht.
Egon Primas hatte zwar zuvor als Fraktionsvorsitzender der CDU im Kreistag auf die parteipolitisch unterlegten Schwierigkeiten in der Person des ersten Beigeordneten Matthias Jendricke (SPD) hingewiesen, die eine einvernehmliche Zusammenarbeit erschwere. Dass Landrat Claus bemüht ist, wirkliche, nach außen dringende Konfrontationen zu vermeiden, mag Insidern erkennbar und verständlich sein, manche Parteimitglieder allerdings vermögen es nicht nachzuvollziehen. Die Position des Landrats ist insoweit sicher nicht zu beneiden.
Ein anderes, fast ähnlich gelagertes Problem zeigt sich in der Stadtverwaltung. Auf der Liste der gewählten Beisitzer des Kreisvorstands fehlt der Name Dietrich Beyse. Er befand sich unter den Kandidaten, war also zur Mitarbeit motiviert, erreichte aber die notwendige Stimmenzahl nicht. Ihn kreidet man die vorgebliche Nachgiebigkeit gegenüber Oberbürgermeisterini Barbara Rinke (SPD) an. Obwohl Kreisvorsitzender Dr. Klaus Zeh in seinem Tätigkeitsbericht die gute Arbeit des Baudezernenten in der Stadtverwaltung hervorgehoben und ihn ausdrücklich gegen Anwürfe in einem jüngst erschienen höchst unqualifizierten Leserbrief in Schutz genommen hatte. Dass die Bedeutung der Position Dietrich Beyses in der Stadtverwaltung gerade darin bestehen dürfte, auf seine Art Einfluss auf die Stadtpolitik zu nehmen, scheint bei den Unionsmitgliedern nicht erkannt, zumindest nicht anerkannt zu werden.
Dabei ist seine entschiedene Haltung als Vertreter der Stadt Nordhausen im Planungsverband Goldene Aue für das dortige Industriegebiet Nachweis seiner ebenso klaren, wie nachdrücklichen Haltung. Auch im Sinne seiner Partei, denn Dr. Zeh hatte in seiner Ansprache ausdrücklich ein Bekenntnis zum Industriegebiet Goldene Aue abgelegt.
In beiden Fällen bleibt im Interesse der CDU zu wünschen, dass die Ergebnisse der jeweiligen Wahl keinen demotivierenden Einfluss auf deren weitere Arbeit haben. Die CDU braucht ihr nachdrückliches Engagement.
Autor: nnz
Einen Parteitag der nur Einvernehmen aufweist, hat es wohl kaum je gegeben, ganz gleich, auf welcher Ebene und von welcher Partei. Dafür lieferte der Bundesparteitag der SPD in der vergangenen Woche in Bochum ein nachwirkendes Beispiel. Das ist deshalb erwähnenswert, als an der Frontseite des Rednerpults des Kreisparteitags der CDU ein dem Motto jenes Bundesparteitags in Bochum nachempfundenes Motto zu lesen war, das in einem ganz wesentlichen Punkt etwas ironisch abgewandelt worden war – siehe Bild.Man wollte also das Richtige tun, am Freitag in Werther. Das mag aus Sicht der Teilnehmer im wesentlichen auch der Fall gewesen sein. Dem interessierten Beobachter allerdings fielen zwei Umstände auf, die nicht so ganz ins Bild passen wollten. Das war einmal das Wahlergebnis für Landrat Joachim Claus als einer der beiden stellvertretenden Kreisvorsitzenden, dessen 84,9 Prozent nicht so ganz ins Bild passen wollten. Aus den Gesprächen am Rande war leicht zu entnehmen, dass man noch immer bei ihm Führungsschwächen als Chef der Landkreisverwaltung sieht.
Egon Primas hatte zwar zuvor als Fraktionsvorsitzender der CDU im Kreistag auf die parteipolitisch unterlegten Schwierigkeiten in der Person des ersten Beigeordneten Matthias Jendricke (SPD) hingewiesen, die eine einvernehmliche Zusammenarbeit erschwere. Dass Landrat Claus bemüht ist, wirkliche, nach außen dringende Konfrontationen zu vermeiden, mag Insidern erkennbar und verständlich sein, manche Parteimitglieder allerdings vermögen es nicht nachzuvollziehen. Die Position des Landrats ist insoweit sicher nicht zu beneiden.
Ein anderes, fast ähnlich gelagertes Problem zeigt sich in der Stadtverwaltung. Auf der Liste der gewählten Beisitzer des Kreisvorstands fehlt der Name Dietrich Beyse. Er befand sich unter den Kandidaten, war also zur Mitarbeit motiviert, erreichte aber die notwendige Stimmenzahl nicht. Ihn kreidet man die vorgebliche Nachgiebigkeit gegenüber Oberbürgermeisterini Barbara Rinke (SPD) an. Obwohl Kreisvorsitzender Dr. Klaus Zeh in seinem Tätigkeitsbericht die gute Arbeit des Baudezernenten in der Stadtverwaltung hervorgehoben und ihn ausdrücklich gegen Anwürfe in einem jüngst erschienen höchst unqualifizierten Leserbrief in Schutz genommen hatte. Dass die Bedeutung der Position Dietrich Beyses in der Stadtverwaltung gerade darin bestehen dürfte, auf seine Art Einfluss auf die Stadtpolitik zu nehmen, scheint bei den Unionsmitgliedern nicht erkannt, zumindest nicht anerkannt zu werden.
Dabei ist seine entschiedene Haltung als Vertreter der Stadt Nordhausen im Planungsverband Goldene Aue für das dortige Industriegebiet Nachweis seiner ebenso klaren, wie nachdrücklichen Haltung. Auch im Sinne seiner Partei, denn Dr. Zeh hatte in seiner Ansprache ausdrücklich ein Bekenntnis zum Industriegebiet Goldene Aue abgelegt.
In beiden Fällen bleibt im Interesse der CDU zu wünschen, dass die Ergebnisse der jeweiligen Wahl keinen demotivierenden Einfluss auf deren weitere Arbeit haben. Die CDU braucht ihr nachdrückliches Engagement.


